SlingShot

Dokumentation
Dokumentation

[Einleitung]
Mit einer guten Bewertung macht es sich leichter im Leben eines Filmwerks, was auch für Dokumentarfilme gilt. 2014 entstand der Titel „SlingShot“ mit und über Dean Kamen, der uns als Schaffer und Erfinder des Segways bekannt ist. Doch es geht nicht nur über die Person und den Visionär Dean Kamen, sondern auch über eine seiner jüngsten Erfindungen, die als Lösung für die steigende Wasserknappheit diskutiert wird. Diese Sendung aus dem Angebot von Netflix erscheint als Streaming Produkt und ich konnte mir die Veröffentlichung im Standard Definition Gewand genauer ansehen und berichten. Regie führte Paul Lazarus.

[Inhalt]
Dean Kamen hat den Segway erfunden. Nun möchte dieses exzentrische Genie auch noch die weltweite Wasserkrise lösen.
(Quelle: Netflix)

[Kommentar]
„SlingShot“ bietet ein Porträt eines erfolgreichen Geschäftsmannes und Bastler-Typs, der sich viele hohe Ziele gesteckt hat. Doch ist dies gar keine Sendung, die nur darauf aus ist, sich der Selbstbeweihräucherung von Mr. Kamens zu erfreuen. Nein, es geht auch darum erneut zu bestätigen, wie wichtig gute Beziehungen zwischen Wirtschaft und Politik in den USA sind. Bill Clinton zu seinem Freundeskreis zählen zu können wird kein Nachteil sein. In wie fern sich das wie auswirkt oder ausgewirkt hat, ist nicht zu greifen.

In „SlingShot“ geht es also um ein sehr großes Ego, Erfindungen und dem Drang die Welt zu verbessern. Natürlich ganz selbstlos. Die Doku hat einige wirklich gute Momente und dann wundere ich mich wieder, dass Mr. Kamen eine mir nicht immer nachvollziehbare Position gegenüber großen Konzernen und dem vermeintlichen Klimaschutz einnimmt. Hin und wieder fällt meiner Wahrnehmung nach eben einfach auf, dass wir es mit viel viel Marketing zu tun bekommen.

[Technik]
„SlingShot“ vermittelt den Eindruck, dass auf eines der komplexesten Probleme unseres aktuellen und künftigen Daseins eine extrem einfache Lösung parat steht. Ich mag diese Simplifizierung, kann dem gewissen Hang zum Marketing mit dem ausschließlichen Blick nach vorne jedoch nur bedingt gutheissen. Bei der technischen Darbietung ließ man sich nicht lumpen. Die meisten eingesetzten Archivmaterialien und Filmaufnahmen sind ganz guter Qualität und nicht hohen Alters, so dass wir es mit einem rundum soliden Geschehen zu tun bekommen. Rauschen oder Fehlerbildungen treten nicht auf, auch arbeitet die Kompression ordentlich.

Die Sprache erfolgt in jedem Fall auf Englisch. „SlingShot“ bietet dazu eben verständliche deutsche Untertitel. Englisch, Französisch und Italienisch stehen ebenfalls zur Auswahl unter den optionalen Untertiteln. Der Ton an sich ist sehr fokussiert auf die Wiedergabe von Monologen oder selteneren Dialogen. „SlingShot“ benötigt keine nennenswerte räumliche Tiefen oder beansprucht die hinteren Kanäle. Vielmehr gibt es recht flachen Sound mit kaum Hintergrundgeräuschen und etwas musikalischer Untermalung. Rauschen oder Verunreinigungen bleiben aus.

[Fazit]
Ich empfinde die unternehmerischen Leistungen vieler bekannter Menschen als beachtlich und doch sind mir die Typen und Charaktere nicht unbedingt von Behagen. So ist das auch hier sehr deutlich der Fall. Dean Kamen ist mit Sicherheit ein intelligenter Typ, doch ist er mir mit dem was er sagt und wie er handelt alles andere als sympathisch. Wie dem auch sei, dieser Dokumentarfilm in der Länge von rund 88 Minuten unterhält zwar ganz gut, vermochte mich jedoch nicht derart zu begeistern, wie ich es mir gewünscht hätte. „SlingShot“ erschien 2014 und kann im Rahmen einer Netflix-Mitgliedschaft angeschaut werden.

Andre Schnack, 30.12.2015

Film/Inhalt:★★★☆☆☆ 
Bild:★★★☆☆☆ 
Ton:★★★☆☆☆ 
Extras/Ausstattung:★☆☆☆☆☆ 
Preis-Leistung★★★☆☆☆