Stranger Things – Staffel 1

Drama/Fantasy/Horror
Drama/Fantasy/Horror

[Einleitung]
Als großer Fan des Kinos meiner Jugend (geboren 1978) wurde ich hellhörig, als meine 17jährige Tochter mir intensivst empfahl „Stranger Things – Staffel 1“ anzuschauen. Und schließlich war es dann soweit und daheim verkonsumierte ich die erste Staffel über den Streaming Dienst Netflix, den ich häufig für meine privaten Arbeiten an dieser Heimkinopremiere-Review-Seite nutze. Ich mag Serien, wenn sie gut sind und nicht endlos werden. Diese Serien-Kreation entstand nach einer Idee von Matt Duffer und Ross Duffer, die auch die gesamte erste Staffel Regie führten. In den Hauptrollen sehen wir neben Winona Ryder, David Harbour, Finn Wolfhard, Millie Bobby Brown, Gaten Matarazzo, Caleb McLaughlin und weitere. Ich war gespannt auf die Leistungen der Serie.

[Inhalt]
Herbst, 1983, die kleine Stadt Hawkins im Bundesstaat Indiana in den USA. Es beginnen seltsame Dinge, als ein kleine Junge Will Byers plötzlich verschwindet. Seine Mutter ist fassungslos und der Sheriff des Orts macht sich an die Arbeit. Will’s drei Freunde, Mike, Dustin und Lucas, machen sich ebenfalls auf die Suche nach Will. Schon bald kommt bei allen der Beteiligten der Gedanke auf, dass hier irgendetwas nicht zu stimmen scheint. Als dann noch ein wortkarges kleines Mädchen mit kahl geschorenem Kopf auftaucht und „11“ als eigenen Namen angibt, scheint der jungen Truppe an Freunden klar, dass seltsame Dinge ihren Lauf nehmen und irgendetwas mit dem Elektrizitätswerk und dem von der Regierung geführten Labor darin zu tun haben könnten.

[Kommentar]
Wer „Indiana Jones“ mag, die „Goonies“ schätzt und sich auch beim Charme eines „Zurück in die Zukunft“ nicht abwendet, der hat die Affinität für den Stil der späten 80er Jahre-Filme und wird für „Stranger Things“ definitiv anfällig sein. Mir gefiel der gesamte Flair und die Atmosphäre unheimlich gut, im wahrsten Sinne des Wortes. Auf verschiedenen Ebenen arbeiten diese Serie und spielt dabei in unterschiedlichen Arten mit dem Publikum. Alle Figuren sind von der Situation überfordert, wissen nicht, mit was sie es zu tun haben oder bekommen. Dies schließt auch den Betrachter vor dem Wiedergabegerät ein.

Grandios gemacht, mit vielen Analogien zu vergangenen Tagen. So gibt es eben keine Smartphones, das Fahrrad spielt eine wichtige Rolle für die Kids, alle Eltern und Erwachsenen scheinen dem Rauchen verfallen zu sein und die kleine Welt von „Stranger Things“ in Hawkins scheint soweit in Ordnung. Bis auf eben das, was hier an mystischen Science-Fiction Elementen peu-a-peu Einzug hält, die Spannung hebt und den Zuschauer nicht mehr von der Mattscheibe loslässt. Erinnerungen an Grusel-Titel wie „Poltergeist“ und „Es“ kommen hoch. Doch „Stranger Things“ ist bestenfalls etwas unheimlich, nicht viel mehr.

Und so werden (Achtung, Spoiler) die jungen Teenager Teil einer Aufklärung eines geheimen Regierungsprogramms. Sau-gut inszeniert und mit unfassbar dichter Stimmung erzählt. Eine Menge Songs aus dieser Zeit, wirklich sehr zeitgenössisch, runden das Angebot positiv ab. Erzählerisch und handwerklich stellt die TV-Serie ihr Publikum auf keine harte Probe, allerdings sollte man schon ordentlich aufpassen, so dass Rückblenden verstanden und nach vorne gerichtete Gedanken geordnet erfolgen. Die feinen und sehr unterhaltsamen Dialoge zwischen den Kids passen prima und ein von Elektro angehauchter Music-Score stimmt ein.

[Technik]
Wenn man sich das genau anschaut, dann wird man zufrieden sein mit dem, was hier angeboten wird. Schauen wir das Streaming-PRodukt auf einem High Definition-Gerät, so tun sich eine ganze Menge Details auf, die von sauberen Konturen gerahmt sind und mit guten Farben ausgestattet wurden. Die Fülle an dunklen Tönen und Schattierungen ist ebenfalls hoch, denn viele Aufnahmen spielen inmitten weniger guter Ausleuchtung, um den Grusel-Faktor in die Höhe zu treiben. Von den vorgenannten Faktoren einmal abgesehen, entwickelt sich alles nach Plan. Rasche Bewegungen oder aber schwierigere Situationen bildet der 16:9-Transfer gut bis sogar hervorragend ab. Störungen, Kompressionsartefakte oder andere nennenswerte Aussetzer fallen nicht ins Auge.

Audio erfolgt im Mehrkanalton-Format in den Sprachen Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Türkisch und eine Audiodeskription ist noch auf Englisch mit von der Partie. Bei den Untertiteln herrscht ebenfalls adäquate Vielfalt vor, anstatt Italienisch gibt es Untertitel auf Russisch, ansonsten ist es wie beim Ton. „Stranger Things“ lebt durch die spannungsreichen, eher gruseligen Momente. Diese bestechen durch einen tollen Elektro-Music-Score und einen lebhaften Soundtrack mit klarer Sprachausgabe und sauber platzierten, wirkungsvollen und räumlichen Umgebungstönen. Seitens des Klangspektrums bieten die getesteten deutschen und englischen Tonspuren eine spürbare Weite.

[Fazit]
Für mich stellt diese Serie, insofern ich das nach Staffel 1 schon behaupten darf und kann, eine gelungene Abwechslung dar im Dschungel der aus dem Boden sprießenden TV-Serien der Streaming-Anbieter. „Stranger Things“ macht mit den ersten 10 Folgen große Lust auf mehr und unterhält dabei prima. Eben genau mit dem Charme, der mich und meine Fantasie schon bei „Die Goonies“ früher so beflügelte. Herrlich. Netflix hat hier eine gute Produktion hingelegt, die sich keinesfalls an aufkeimende Nostalgiker richtet, nein, sondern gleichermaßen an Jung und Alt. Staffel 2 kann ebenfalls schon online angesehen werden, Staffel 3 ist wohl in Produktion und sollte man den Machern Glauben schenken, so ist nach Staffel 4 Schluss. Wir werden es sehen…

Andre Schnack, 18.12.2017

Film/Inhalt:★★★★☆☆ 
Bild:★★★★★☆ 
Ton:★★★★☆☆ 
Extras/Ausstattung:★☆☆☆☆☆ 
Preis-Leistung★★★★☆☆