The Awful Truth – Collection II

Dokumentation
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[Einleitung]
Jüngst besprachen wir Michael Moore’s „The Awful Truth – Collection I“ aus dem DVD-Angebot der universumfilm. Nun folgen wir dem Ruf der Gemeinde und liefern den Review des zweiten Titels der Reihe: „The Awful Truth – Collection II“. Mr. Moore produzierte die Sendung beginnend 1999 und sie lief bis ins Jahr 2000 in Form mehrerer Episoden im amerikanischen Fernsehen. Wir konnten uns ein genaueres Bild über dieses 2 DVDs umfassende Set machen und berichten über Technik, Ausstattung und Inhalt. Gerade bei letztgenanntem Faktor erwarten den Zuschauer wieder beißende Kommentare, traurige Wahrheiten über Ungerechtigkeiten und den alltäglichen Wahnsinn und ein zielsicherer Michael Moore in Höchstform.

[Inhalt]
Im Format der Dokumentation „Bowling for Columbine“ prangert der gefürchtetste Provokateur der Vereinigten Staaten, Michael Moore, mit viel Ironie und Witz die Absurdität und Ungerechtigkeit der amerikanischen Gesellschaft an. Mit seiner eigenen hockexplosiven TV-Show „THE AWFUL TRHUTH“ trifft der Oscar-Preisträger Amerika mitten ins Mark. Die Show mit Kultstatus sorgte in den USA für viel Furore. Und dies nicht zuletzt, weil der Bürgermeister von New York City sie verbieten ließ und Moore von einem äußerst wohlhabenden Großindustriellen verklagt wurde.

01. Amerika und der Waffenwahn
02. Die Freizeitbeschäftigung der Gebr. Bush
03. Kung Fu für Senioren
04. Immigrantenpolitik im Holiday Inn
05. Demokratische Wahlen in New Jersey
06. Taxifahrer
07. Kulturelle Unterschiede in Kanada
08. Schuldig im Sinne der Anklage
09. Sightseeing in New York
10. Lagert die Obdachlosen ein!
11. Der Golfkrieg
12. Der Abtreibungskrieg
(Quelle: universumfilm)

[Kommentar]
universumfilm bringt uns die gesamte Reihe von „The Awful Truth“ auf zwei DVDs. Mit der zweiten Doppel-DVD Veröffentlichung schließt sich die Sendung über insgesamt 24 Folgen zu rund 30 Minuten ab. Da es in der Abfolge der Sendungen an sich kaum große Wandel gab und die Art und Weise der Darstellung überwiegend gleich blieb, gilt vieles des bereits Gesagten aus dem ersten Review auch für die nächsten 12 Episoden dieses DVD-Sets. Objektiven Kritikern war „The Awful Truth“ viel Lob wert, und der Jury der Emmy-Verleihung hatte es die Sendung ebenfalls angetan, was sich in zwei Emmy-Nominierungen widerspiegelte. Alleine schon die Tatsache, das dieser Mann sich ein gigantisches Ohr der Bevölkerung und der Angeprangerten verschaffen konnte, ist eine großartige Leistung.

Und wenn auch viele Michael Moore einen fehlenden Patriotismus unterstellen wollen, so mögen sie doch folgendes bedenken: Die USA rühmen sich mit dem Recht der freien Meinungsäußerung, doch nur selten kommen kleine Leute an das Mikrophon, das sie sich wünschen um sich Gehör zu verschaffen. Michael Moore nutzt diese Freiheit und spricht aus was er denkt. Manchmal – zugegebenermaßen – ein wenig übertrieben, aber dennoch irgendwie unterhaltsam und teils erregend fürs Gemüt. Und auch hier möchte ich erneut universumfilm zitieren: „Schonungslos beleuchtet Moore Themen wie die Einstellung der Brüder Bush zur Todesstrafe, Intelligenztests bei der US Polizei, der Waffenwahn in den USA…“ – einfach köstlich.

[Technik]
Auch in Sachen der technischen Umsetzung hat sich gegenüber der ersten Doppel-DVD praktisch nicht viel getan. Erneut erhalten wir einen insgesamt als angenehm zu bezeichnenden Bild-Transfer im 4:3-Vollbild-Format (1.33:1) vor die Augen. Ob dabei der Kontrast oder aber die Farbgebung auf dem Prüfstand stehen, es gilt: wir bekommen ein angenehmes TV-Niveau geboten, wie wir es eben bei Fernsehsendungen gewohnt sind. Die bestehenden Erwartungen erfüllt der Transfer, kleinere Mängel sind oftmals auf das eingesetzte Handwerkszeug zurückzuführen, trüben die inhaltliche Freude über den Inhalt jedoch kein bisschen. Diese schlagen sich überwiegend auf die Kantenschärfe und den Detailreichtum nieder.

Bleibt der Ton auf der Strecke? Bei Dokumentationen und TV-Sendungen auf DVD bleibt nicht gerade selten die akustische Darbietung ein wenig auf der Strecke, um nicht zu sagen, dass dem Potenzial des Mehrkanaltonformats keine gute Nutzung widerfährt. Identisch zur ersten DVD der Reihe bieten beide Discs einen englischen Soundtrack im Dolby Digital 2.0-Format, erneut optional mit Untertiteln in den Sprachen deutsch und englisch. Die Dialoge erklingen klar und deutlich aus dem Center-Speaker, die musikalische Untermalung, die teilweise einsetzt, dringt ebenfalls von der Front der Lautsprecher aus ins Ohr.

[Fazit]
Michael Moore zählt durch seine Filme zu den kontroversen Berichterstattern aus eigenem Anreiz. Und mit dieser Arbeit, oftmals gewürdigt durch Auszeichnungen bekannter und renommierter Kritiker, bereitet Moor nicht nur seinen Fans eine gute Unterhaltung mit intelligentem Hintergrund. Nein, er schafft sich auch auf diesem Wege viel Gehör, was nicht unbedingt Freundschaftsgefühle bei vielen kritischen Figuren auslöst. „The Awful Truth – Collection II“ verfügt über umfangreiche 300 Minuten Laufzeit, welche Platz finden auf zwei einseitigen Dual-Layer-Discs (DVD Typ 9). Die Altersfreigabe liegt dabei bei ab 12 Jahren.

universumfilm bringt uns diese ansehnliche Sendung in der Erscheinungsform eines Digipaks im schicken Pappschuber. Die Veröffentlichung geschah am 20. Juni 2005 zu einem Preis um die 20,- Euro. Wer sich des Inhalts bewusst ist und nichts dagegen hat, das es sich nicht um eine hochwertige Kino Hollywood-Produktion handelt, der wird mit Sicherheit zufrieden gestellt. Der gesamte Umfang und die Präsentation der beiden Doppel-DVDs kann als gut bezeichnet werden. An der Ausstattung lohnt es sich zu mäkeln, denn eine kurze Vorstellung der ersten „Staffel“ und ein Trailer zum Film „Fahrenheit 9/11″ bezeichnen wir als dünn.

Andre Schnack, 07.07.2005

  Film/Inhalt
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  Bild
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  Ton
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  Extras/Ausstattung
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  Preis-Leistung
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