The Big Lebowski (Special Edition)

Comedy/Crime/Mystery/Thriller
Comedy/Crime/Mystery/Thriller

[Einleitung]
Von Universal Video erscheint eine neue DVD-Fassung des Films „The Big Lebowski“ in Form einer Special Edition. 1997 entstand „The Big Lebowski“ unter Regie der Coen-Brüder Ethan und Joel als US-amerikanische Produktion. Entgegen der Annahme, es handelt sich um einen langweiligen Film über einen durchweg bekifften Alt-Hippie wurde ich eines besseren belehrt und der „Dude“ bohrte sich in die Herzen der Zuschauer. Der Film entstand nach einem Drehbuch der beiden Brüder, in den wichtigsten Rollen sind Jeff Bridges, John Goodman, Julianne Moore und Steve Buscemi zu sehen. Unlängst hat der Titel Kult-Status erlangt und erfreut sich bei Feiern oder aber an einem gemütlichen Abend zum besten Zeitvertreib großer Beliebtheit. Wir schauten uns die Special Edition des Films auf DVD genauer an und berichten über die Disc im Pappschuber.

[Inhalt]
Jeff Lebowski (Jeff Bridges), der sich schlicht „Der Dude“ nennt, ist der wohl faulste Mensch von Los Angeles. Ein schlaffer Alt-Hippie, der sich nahezu ausschließlich von „White Russian“-Cocktails ernährt, am liebsten Walgesänge hört und auch den Joint nur selten aus den Fingern gibt. Die verbleibende Zeit widmet er gemeinsam mit seinen Freunden Walter (John Goodman) und Donny (Steve Buscemi) dem Bowling. Doch mit dem „easy living“ ist es schlagartig vorbei, als Lebowski mit einem gleichnamigen Millionär verwechselt wird. Erst pinkeln zwei Geldeintreiber auf seinen Lieblingsteppich, dann wird er von ihnen verprügelt, um Schulden seiner angeblichen Frau Bunny (Tara Reid) bei ihm einzukassieren. Schließlich wird eben genau diese Bunny entführt und der „echte“ Mr. Lebowski (David Huddleston) heuert seinen Namensvetter als Lösegeldkurier an. Als der „Dude“ schließlich auch noch die Geldübergabe vermasselt, geht der Ärger erst richtig los…

[Kommentar]
Im Groben geht es darum: Jeff – Dude – Lebowski wird im Zuge einer Verwechslung für einen millionenschweren Herren mit einer jungen, hübschen Frau gehalten. Plötzlich kommt Leben in den tristen Alltag des Gemütlichkeitsmenschen und eine gehörige Portion Verwirrung ergibt sich auf der aufkeimenden Entführungsgeschichte. Es steckt sehr viel hinter den Dingen dieses Films. Denn er spricht amerikanische Politik, Gesellschaftsverhalten und Themen des täglichen Lebens an. Doch niemals direkt, sondern durch Metaphern über die Figuren und deren Handlungen. Zwangsläufig ergibt sich ein Bild einer gewissen Philosophie der amerikanischen Bevölkerung gegenüber bestimmten Themen. Sehr humorvoll und lustig inszeniert erzählt „The Big Lebowski“ eine tolle Geschichte. Teils respektlos in der Darstellung, sarkastisch und mit einer guten Prise schwarzen Humor gefällt das Werk durchweg.

Der „Dude“: Mit seiner gleichgültigen Art und der sehr ruhigen und gemütlichen Lebenseinstellung erfand man einen plastischen Charakter, der innere Werte in sich vereint, die ein jeder zumindest kennt, jedoch zumeist wohl nicht so intensiv auslebt – bestenfalls nach dem Genuss von Rauschmitteln. In Jeff Bridges suchte und fand man letztlich einen Darsteller, der genau die richtige Wirkung erzielen und diese Werte ausstrahlen und an den Zuschauer transportieren kann. Ganz wunderbar. Gemeinsam mit den weiteren Darstellern hat ergibt sich ein fantastisches Cast und damit der spezielle Charme des Films. John Goodman, Steve Buscemi, Julianne Moore und John Turturro leisten einen großen Beitrag am Erfolg des Films. Nicht weniger beteiligt und ausschlaggebend für den vermittelten Flair: die astreine Filmmusik. Durch die Bank wählten die Macher Songs und Melodien aus, die dem Geschehen zuträglich sind und die Atmosphäre schüren.

[Technik]
„The Big Lebowski“ erzählt seine Geschichte im anamorphen Breitbild-Gewand im Format 1.85:1. Diese Special Edition wartet mit einem neu gemasterten Transfer auf, und das fällt dem Betrachter sofort auf, wenn man den Eindruck die „alte“ Version noch im Kopf hat. Die Farben wirken insgesamt im Vergleich zum vorherigen Transfer harmonischer und runder, auch siedelt sich der Sättigungsgrad in einem höheren Level an, als bei der bisher erschienenen BMG/universumfilm-Fassung. Der Kontrast hinterlässt einen satten und knackigen Eindruck, er ist nicht zu steil und auch nicht zu sanft und fade. Auf Basis eines kräftigen Schwarz-Levels entsteht somit eine gute dreidimensionale Wirkung. „The Big Lebowski“ kommt weitgehend ohne Artefakte oder andere Verunreinigungen aus und bietet eine ausreichende Kantenschärfe. Der Detailgrad des Geschehens kann sich sehen lassen, dunkle Szenen verschlingen keine Bildelemente und das Bild zeigt sich von einer sehr ruhigen Seite. Rasche Bewegungen tun dem Ergebnis keinen Abbruch. Ein zusätzliches 4:3-Bild gibt’s nicht mehr.

Die DVD bietet Dolby Digital 5.1-Mehrkanalton in den Sprachfassungen Deutsch, Englisch, Französisch und Spanisch. Der Akustik können wir wahlweise optionale Untertitel in gleich 7 Sprachen hinzuschalten. „The Big Lebowski“ fühlt sich im Akustik-Segment nicht wirklich zuhause. Zwar gibt es Dolby Digital 5.1-Sound mit einigen netten Hintergrund-Effekten und einer gewissen räumlichen Weite im Programm. Doch hat genau diese Akustik absolut nichts Nennenswertes zu bieten, was den Ton aus dem Einheitsbrei der DVDs abhebt und für eine überdurchschnittliche Darbietung sorgt. Natürlich zählen wir auf eine verständliche Sprachausgabe, und auch der Music-Score sorgt ab und an mit seiner Dominanz für weite und voluminöse Ausstrahlung – was für Stimmung sorgt. Richtig ausdifferenziert und dynamisch hingegen zeigt sich der Ton nicht, dafür aber rauschfrei. Immer wieder orten wir den Hauptteil des Sounds aus der Lautsprecher-Front.

[Fazit]
Über den Titel „The Big Lebowski“ kann ich durchweg und nahezu ausschließlich positiv sprechen. Ich liebe diesen Film und er gehört unweigerlich in meine All-Time-Favorites. Um so gespannter war ich auch auf diese Neuveröffentlichung als Special Edition aus dem Hause Universal. Was jedoch als Steelbook angekündigt wurde, endete in einem normalen Amaray-Case, umhüllt von einem simplen Pappschuber. Das kann man noch verschmerzen. Der rund 112minutenlange Titel findet Platz auf einer einseitigen Dual-Laer-Disc (DVD Typ 9) und wurde ab einer Altersstufe von 12 Jahren freigegeben. Die Navigation erfolgt über ein einfach gehaltenes Menü und bietet Zugriff auf folgende Bonusmaterialien:

* Making Of
* Einführung durch Mortimer Young
* Fotogalerie
* Produktionsnotizen

Was nun hier großspurig als Special Edition angepriesen wird enthüllt sich eher als besser ausgestattete DVD-Erscheinung – mehr nicht. Selbstverständlich ist es schön, wenn nun auch das Making Of und einige Hintergrundinformationen über den Film ihren Weg auf die DVD gefunden haben, doch verdient sich der Titel aufgrund dieser Materialien nicht die Bezeichnung „Special Edition“. Dafür werden zu wenig Informationen Preis gegeben und die Laufzeit der Extras sind zu eng bemessen. Somit bleibt es jedem selbst überlassen, ob er erneut rund 18,- Euro für den „Dude“ auf DVD ausgeben möchte. Von meiner Seite aus stellte sich diese Frage nicht…

Andre Schnack, 23.03.2006

  Film/Inhalt
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  Bild
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  Ton
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  Extras/Ausstattung
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  Preis-Leistung
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