The Dancer

Drama
Drama

[Einleitung]
BMG Video bringt den von vielen langersehnten und von Luc Besson (Das fünfte Element) produzierten Streifen „The Dancer“ von Regisseur Fred Garson als DVD-Fassung nun auf den deutschen Code2-Markt. Die Erzählung um eine talentierte, stumme Tänzerin wurde 2000 in Frankreich produziert und mit Mia Frye, Garland Whitt, Rodney Eastman, Josh Lucas und Féodor Atkine in den Hauptrollen besetzt. Wir nahmen Film und Technik der DVD unter unsere testenden Augen und bewerten und berichten in diesem Review über die Vorzüge und Nachteiler dieser BMG Video-Erscheinung.

[Inhalt]
Die junge Tänzerin India (Mia Frye) und ihr Bruder und Manager Jasper (Garland Whitt) halten sich mit Gelegenheitsjobs in New Yorker Clubs über Wasser. In der Partyszene ist die Frau mit den blonden Rastazöpfen und der dunklen Haut längst keine Unbekannte mehr, doch der Traum von einer Karriere am Broadway bleibt dem außergewöhnlichen Talent verwehrt. Denn India hat ein Handicap – sie ist stumm. Als der engagierte Nachwuchswissenschaftler Isaac (Rodney Eastman) die Tänzerin durch Zufall auf der Bühne eines Nachtclubs entdeckt, weiß er endlich, wie seine Forschungsergebnisse sinnvoll eingesetzt werden könnten. Ebenso fasziniert wie bewegt vom Schicksal der talentierten Schönheit besucht Isaac India, die sich nach einer weiteren Absage enttäuscht zurückgezogen hat, in ihrer Wohnung. Mit viel Überredungskunst gewinnt er ihr Vertrauen, doch kann er ihr auch helfen, ihre Sprachlosigkeit zu verlieren?

[Kommentar]
Schon nach einigen Minuten merkt man an Stil und Charakter des Films eines: dieses Werk soll mit Bild und Ton überzeugen, nicht mit einer unbedingt tiefsinnigen philosophischen Geschichte glänzen. Und so hält sich „The Dancer“ auch nahtlos daran und stellt- wie es auf der Verpackung prunkt – „einen kultigen Tanz- und Musikfilm“ (Zitat: Treffpunkt Kino) vom Feinsten dar. Letztlich geht es auch noch um eine „tolle“ und helfende Erfindung, die es eventuell schaffen könnte, dass Leid einer stummen Person auf kostspielige Weise zu mindern – im Sci-Fi-Stil. Die Charaktere wurden ausreichend tief gezeichnet. Der etwas zu impulsiv reagierende und temperamentvolle Bruder, der gerne die Klappe aufreist und die stumme und zurückhaltende India gefallen dem Zuschauer. Es gibt keinen Bösewicht in diesem Film, sondern lediglich das bedauernswerte Schicksal Indias stumm zu sein und die Veränderungen, die auf die Geschwister zukommen. Es wird zwar leider die Richtung der Story erst nach einer Stunde klar, was aber auch der Spannung und Stimmung zugute kommt. Ein schöner Soundtrack begleitet durchgehend die Geschichte, ein paar schöne Aufnahmen sorgen für den Rest. Ein schöner Film, nichts großartiges, aber dennoch gute Unterhaltung.

[Technik]
„The Dancer“ kommt in Form eines 2.35:1-Breitbildtransfers, der anamorph auf der DVD abgelegt wurde. Das Bild wirkt stellenweise etwas zu dunkel, weist aber durch den gelungenen Kontrast und die weitgehendst natürliche Farbgebung dennoch ausreichend Bilddetails auf, auch in den Schatten der Aufnahmen der bunten Nachtclubs und Szenenlokals. Wer über einen sehr leichten Nachzieheffekt und den schon erwähnten etwas dunklen Ton des Gesamtgeschehens hinwegsehen kann, dem wird hier eine gute Leistung vor die Augen geführt, die dem Film gerecht wird, ohne grobe Verunreinigungen und Artefaktbildung auskommt.

Akustisch kommt die Tänzerin im qualitativ hochwertigen DTS 5.1-Ton daher, in deutscher Sprache. Zusätzlich gibt es auch noch eine deutsche und englischsprachige Dolby Digital 5.1-Tonspur. Der DTS-Sound ist diesen Tracks jedoch vorzuziehen und glänzt durch die sehr saubere und voluminöse Wiedergabe des Kernstücks des Sounds: der Musik. Er beweist ferner, dass durch das alleinig tragende Element „Musik“ dennoch eine sehr differenzierte Ausgabe der Akustik möglich ist; die Sprachausgabe und Hintergrundgeräusche nehmen da untergeordnete Rollen ein. Untertitel gibt es auf deutsch und englisch optional.

[Fazit]
BMG Video bringt mit der DVD-Erscheinung „The Dancer“ keinen Big-Budget Blockbuster-Streifen heraus, sondern vielmehr einen kleinen, feinen Streifen, der schon eher in die Richtung Geheimtipp tendiert, dafür letztlich jedoch die entscheidenden Nuancen verpasst. Der etwas abrupte endende und lediglich 91minutenlange Film befindet sich auf einer einseitigen Dual-Layer-Disc (DVD Typ 9) und bietet als Bonusmaterial über das peppig und dem Film gegenüber passend gestalteten einen Trailer, ein rund 8minutenlages Behind-The-Scenes Featurette und Produktionsnotizen und Starinfos mit Bio- und Filmografien auf Texttafeln. Zwar nicht gerade üppig und tierisch informativ, aber besser als gar nichts. Freigegeben wurde der Inhalt der Scheibe ab 6 Jahren. Wer einen netten und liebenswürdigen Film über eine stumme Tänzerin mit guten Darstellern sehen möchte, der kann hier bedenkenlos zugreifen – zudem gibt es sogar etwas zum Lachen und ein wenig emotionale Stimmung. Seit dem 8. Oktober erhältlich.

Andre Schnack, 08.11.2001

  Film/Inhalt
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  Bild
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  Ton
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  Extras/Ausstattung
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  Preis-Leistung
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