The Faculty

Horror/Science-Fiction/Action
Horror/Science-Fiction/Action

[Einleitung]
Regisseur Robert Rodriguez machte sich durch seine Hollywood-Neuauflage von seinem Klassiker „El Mariachi“ einen Namen: „Desperado“ mit Antonio Banderas und Salma Hayek kam sehr gut an. „From Dusk Till Dawn“ führte diese Tradition weiter und nun versuchte sich der Filmemacher an einen Sci-fi-Horror-Film, „The Faculty“. Unter den recht jungen Schauspielern befinden sich Jordana Brewster, Clea DuVall, Laura Harris, Josh Hartnett und Shawn Hatosy. Bekannte Namen wie Famke Janssen (Rounders), Salma Hayek (Desperado) und Robert Patrick (Terminator 2) sind auch zu sehen. Der Film von 1998 erscheint als Code1-Disc aus dem Hause Dimension Home Video.

[Inhalt]
Eine ganz normale Schule, die Herrington High in Ohio, normal? Außer das den Schülern ihre Lehrer öfter mal so vorkommen, als wären diese von einem anderen Stern. Und in dieser Schule haben sie damit vielleicht gar nicht so unrecht. Als merkwürdige Dinge rund ums Schulgelände passieren wird eine Gruppe Jugendlicher aufmerksam. Es scheinen Menschen ermordet zu werden, diese wiederum erscheinen den nächsten Tag quicklebendig in der Schule, sonderbar. Auch Schüler sind betroffen, diese werden dann zwar zu „Musterschülern“, scheinen aber kaum noch eigenen Geist zu besitzen. Die Lehrkräfte der Schule verhalten sich zudem zunehmend sonderbar. Als Casey (Elijah Wood) auf dem Sportplatz ein kleines, fremdartiges, scheinbar totes Geschöpf entdeckt und dieses mit ins Labor der Schule nimmt, stellen die Schüler fest, daß hier etwas vor sich geht. Das kleine Wesen lebt im lokalen Aquarium richtig auf und attackiert dann auch prompt den ersten Menschen – erklärt das vielleicht auch den extremen Wasserverbrauch der Lehrkörper, denn diese sieht man ständig etwas trinken und es scheint sie immer zum kühlen Naß zu ziehen. Die sehr unterschiedlichen Schüler, Delilah (Jordana Brewster), Stokely (Clea DuVall), Marybeth (Laura Harris), Zeke (Josh Hartnett), Stan (Shawn Hatosy) und Casey wollen sich an die Polizei wenden, doch auch diese scheint schon infiltriert. Aus der Schule heraus verbreitet sich die Invasion rasch, für die Parasiten kommt da das Football-Spiel am Freitag dieser Woche gerade recht. Doch die Gruppe tapferer Schüler hat andere Pläne, sie nimmt den Kampf gegen die außerirdische Macht auf und sucht nach der Quelle des Übels, die Königin der Brut. Ob sich aber der Schulmannschafts-Coach (Robert Patrick) und die anderen Mitglieder der Fakultät so leicht unterkriegen lassen?

[Kommentar]
Die Geschichte an sich und der Verlauf sind keinesfalls neu oder innovativ. Doch wenn sich Scream-Drehbuchautor Kevin Williamson und From Dusk Till Dawn-Regisseur Robert Rodriguez zusammenhocken, dann kann man sich vorstellen was dabei herauskommt, etwas, daß sich von anderen Filmen unterscheidet! Und das Ergebnis kann sich sehen lassen. Trotz einer recht voraussehbaren Geschichte sorgt „The Faculty“ für 104 Minuten Spannung und Schrecken. Auch wenn man schon mit einem bestimmten Ausgang einer Situation rechnet, so wurden die Szenen so geschickt ausgearbeitet, daß ein Aufschrecken garantiert ist! Anfangs läuft der Film nur sehr gemächlich an, nimmt dann aber an Tempo zu und spätesten nach einer knappen Stunde geht’s richtig runde. Bis zum bitteren Showdown bleibt der Film rasant und schnell. Der Horrorfaktor hält sich in Grenzen, zu ekeln gibt es recht wenig, trotzdem inszenierte Rodriguez seinen Film sehr gekonnt und stimmungsvoll. Er kombinierte die Elemente der Science-fiction und des Horrors gut. Neben einigen netten Ideen und kleinen Überraschungen sorgen vor allem die recht jungen Schauspieler für ein angenehmes Sehen. Nette Geschichte, gute Darsteller, viel Spannung und Atmosphäre, da fehlt doch noch etwas. Genau, die Musik; auch hier gaben sich die Filmemacher mächtig Mühe und formten einen rockigen, hippen, typischen ’90er Soundtrack zusammen. Das ganze wurde dann noch mit guten Special-Effects abgeschmeckt und mit einem Touch Beverly Hills 90210 versüßt (wegen der ach so hübschen, jungen Hauptrollen). Eine gute Leistung, obwohl ich etwas mehr erwartet hätte – auf der anderen Seite jedoch beweist Rodriguez sein Talent und zeigt, daß er nicht nur (recht hirnlose) Schieß-Filme machen kann.

[Technik]
Ein rundum gutes Bild liefert die DVD auf alle Fälle. Doch der Transfer in nicht 16:9 erweiterten 1.85:1 hätte besser ausfallen können. Die Sättigung der Farben gefiel mir, alles wirkt sehr natürlich und nicht übertrieben eingefärbt. Trotzdem verschwinden einige Details in den Schatten, der Kontrast gibt nicht sonderlich viel her, darunter leidet auch der Umfang der sichtbaren Details. Dafür befindet sich der Schärfegrad auf überdurchschnittlichem Niveau. Ein leichtes, gelegentliches Rauschen stört kaum.

Neben dem soliden Bild gesellt sich ein guter Sound. Der englische Dolby Digital 5.1 Soundtrack versteht zu unterhalten. Besonders die temporeiche Musik hinterläßt Eindruck, sie dringt aus allen Lautsprechern sehr dynamisch ans Ohr. Aber auch Sprache und sonstiger Ton wurden gut abgemischt. Direktionale Effekte treten oft auf und wurden gut positioniert. Die Dialoge vernimmt der Zuschauer klar und deutlich, entgeht einem jedoch trotzdem mal ein Wort, so bieten die englischen Untertitel Abhilfe.

[Fazit]
Typisch Buena Vista, nicht viel los auf der Disc. Der Film erscheint zwar unter der Tochterfirma Dimension Home Video, weist aber das klassische Buena Vista-Syndrom auf: weder anamorphes Bild noch Bonusmaterial, von einem Trailer mal abgesehen. Der anderthalb stundenlange Film wurde in 31 Kapitel unterteilt und befindet sich auf einer einseitigen Single-Layer-Disc. Knapp 60,- DM (30$ Listenpreis) müssen für diese Code1-Scheibe berappt werden. Aber das Geld ist die Disc auch Wert, sie wird jedem der Sci-fi-Filme und etwas Horror mag sehr gefallen, Robert Rodriguez-Fans kommen trotz der etwas anderen Thematik auch auf ihre Kosten. Empfehlenswert.

Andre Schnack, 18.11.2001

  Film/Inhalt
:
  Bild
:
  Ton
:
  Extras/Ausstattung
:
  Preis-Leistung
: