The Killing Fields – Schreiendes Land

Drama/War
Drama/War

[Einleitung]
Regisseur Roland Joffé‘s (The Mission) Film „The Killing Fields“ erhielt 1985 3 Oscars. Wie schon bei „The Mission“ ging auch bei diesem Film von 1984 ein Oscar an die beste Cinematography (Kameraführung), wieder war für diese Chris Menges verantwortlich. Im Kriegsdrama über Kambodscha spielen Sam Waterston, Haing S. Ngor, John Malkovich und Julian Sands mit. EuroVideo veröffentlichte die Code2-Scheibe nun in Deutschland.

[Inhalt]
Kambodscha, August 1973. Regierungstruppen liefern sich ständig Kämpfe mit der Roten Khmer. Viele Journalisten aus allen Ländern halten sich zu diesem Zeitpunkt noch im Land auf um für ihre Nachrichtenblätter bericht erstatten zu können, so auch Sydney Schanberg (Waterston) der New York Times. Er, sein Übersetzer und Gehilfe Dith Pran (Ngor) und sein britischer Kollege Al Rockoff (Malkovich) befinden sich gerade in Phnom Penh als dieses gegen die Rote Khmer fällt. Die Regierungstruppen überlassen der kommunistischen Rebellion die Hauptstadt. Journalisten und Ausländer werden nicht gut behandelt, die Rebellen töten sehr viele Menschen. Durch das Handelsgeschick und dem bedingungslosen Einsatz vom kambodschanischen Übersetzter Pran gelingt dem Trio das Überleben in der besetzten Stadt. Nach einer Festnahme können sie in die französische Botschaft flüchten, zu Hunderten sammeln sich hier Menschen mit Angst. Schanberg gelang es zu veranlassen, daß Pran’s Familie das Land verlassen kann, doch Pran blieb, der Rest der Familie wartet mittlerweile in den USA auf ihn. Die Lage in der Stadt spitzt sich immer mehr zu, Sydney, Rockoff und Pran sind nicht mehr sicher, gerade auf Amerikaner ist die Rebellion nach dem Abwurf amerikanischer Bomben nicht mehr gut zu sprechen. Die Botschaft soll plötzlich geräumt werden, der Führungsstab wird ausgeflogen, jedem der einen ausländischen Paß hat wird geholfen und kann mit Helikoptern außer Landes gebracht werden, Pran hat aber keinen ausländischen Paß, er hat nicht einmal mehr ein Foto von sich. Und genau das benötigen die seine Journalistenfreunde um ihm einen britischen Paß anzufertigen. Doch schließlich mißlingt das Vorhaben und Pran wird der Roten Khmer ausgeliefert… während sein Freunde auf dem Heimweg sind beginnt für Dith ein Horrortrip.

[Kommentar]
Der Film gefällt wirklich gut, als ein Kriegsdrama mit historischem Hintergrund. Der Faktor, daß er nach einer wahren Geschichte gedreht wurde, macht den Film nur noch besser. Regisseur Joffé setzte den Tatsachenbericht von Sydney Schanberg authentisch um und inszeniert einen sehr ansehnlichen Schauplatz des Geschehens. Der Film wirkt in keiner Weise übertrieben, teilweise hat er Dokumentationscharakter. Die schauspielerischen Leistungen sind ausgesprochen gut, besonders die von Haing S. Ngor. Man merkt dem Film sehr den Stil von Joffé und Menges an, besonders die Aufnahmen der Landschaften wurden mit der Kamera gekonnt eingefangen. Auf teilweise erschreckende Art und Weise wird in dieser schönen Umgebung der Konflikt um die Macht in Kambodscha dargestellt. Man bedenke, daß die Rote Khmer zu einem großen Teil aus Jungen und Mädchen ums Alter 15 herum bestand, alle tragen Waffen und zögern nicht diese skrupellos einzusetzen – beängstigend. Es geht um diesen grausamen Krieg, aber es geht auch um das Leben als Journalist und um die Freundschaft einiger Männer. Die Nominierungen und Auszeichnungen erhielt der Film zurecht. Den zweiten Oscar erhielt Haing S. Ngor für die beste Nebenrolle, der dritte Academy Award ging an das beste Film Editing (Schnitt) von Jim Clark.

[Technik]
Ich ging sehr skeptisch an diese DVD heran, wurde aber angenehm überrascht. Der Bildtransfer geschieht in 4:3 Vollbild. Er weist keinerlei grobe Mängel auf, die Schärfe, der Kontrast und der überdurchschnittliche Detailreichtum lassen das Geschehen stets natürlich wirken. Zwar könnte der Grad an Schärfe in bestimmten Szenen ruhig etwas höher sein, trotzdem liegt die Qualität des Bildes weitaus höher als bei VHS-Videos und ist sehr ansehnlich. Nur gelegentlich treten einige, kleine Bildstörungen in Form von Drop-Outs auf, diese stören den Filmgenuß aber kaum.

Auf der Disc befinden sich zwei Tonspuren, beide in deutscher Sprache, ein Dolby Surround- und ein Dolby Digital 5.0-Track. Die 5.1 Spur ist wegen ihrer häufig auftretenden, direktionalen Effekte selbstverständlich vorzuziehen. Die Dialoge dringen wohlklingend aus der Center-Box, die Musik meist aus den vorderen Kanälen und Hintergrundgeräusche je nach Position aus den entsprechenden Lautsprechern. Der Ton wurde in 5.1 komplett neu abgemischt und die Geräuschkulisse gelang dabei ausgezeichnet. Untertitel werden nicht zur Wahl angeboten.

[Fazit]
Mit „The Killing Fields“ gelang EuroVideo eine sehr gute DVD, Präsentation in Bild und Ton sowie der Film an sich sind gut. Außerdem beinhaltet die DVD-9 (einseitige Dual-Layer-Disc) etwas Bonusmaterial, denn neben einer animierten Kapitelauswahl bietet das hübsche Screen-Menü auch Hintergrundinfos zum Film und Filmographien der Hauptdarsteller. Nominiert war der Film übrigens noch in folgenden Kategorien: bester Hauptdarsteller, bester Regisseur, bester Film und bestes Drehbuch! Für rund 50,- DM bekommt man eine rundum gelungene Code2-DVD mit einem anspruchsvollen 139 minutenlangen Film – sehr empfehlenswert.

Andre Schnack, 28.10.2001

  Film/Inhalt
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  Bild
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  Ton
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  Extras/Ausstattung
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  Preis-Leistung
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