The Kingdom of Dreams and Madness

Dokumentation
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[Einleitung]
Den richtigen Einschlag hatte Studio Ghibli bei mir mit dem Titel „Prinzessin Mononoke“ – ich war sehr begeistert. Klar, das ist auch schon eine ganze Zeit her. Doch nach wie vor hat der Film eine besondere Wirkung auf mich. Und auch auf meine Tochter. Sie fand ihn auch sehr gut. Was ich sagen will: Ghibli vermag eine tolle Erzählung an unterschiedlichste Altersgruppen erfolgreich zu vermitteln. Das gelang den Japanern mit vielen Werken aus ihrem Anime Repertoire. Darum geht es wohl auch hier, denn „The Kingdom of Dreams and Madness“ ist gewissermaßen nicht nur von und mit den kreativen Köpfen hinter dem Namen Ghibli, sondern vor allem über das Studio und eben jene kreative Geister dahinter. Regie von Mami Sunada universumfilm veröffentlicht diese DVD Fassung der Dokumentation.

[Inhalt]
Der Film „The Kingdom of Dreams and Madness“ von Regisseurin Mami Sunada gewährt einen exklusiven Blick hinter die Kulissen des preisgekrönten japanischen Animationsstudio Ghibli. Wir begleiten Oscar-Preisträger Hayao Miyazaki, Produzent Toshio Suzuki und den Filmemacher Isao Takahata bei der Arbeit und erhalten Einblicke in die aufwändige Produktion der Filme „Wie der Wind sich hebt“ und „Die Legende der Prinzessin Kaguya“. Ein fein nuanciertes Porträt über die kreativen Köpfe hinter dem Studio Ghibli.
(Quelle: universumfilm)

[Kommentar]
Ich gestehe, dass ich viele der Titel kenne, die dieses Studio aus dem fernöstlichen Japan hervorgebracht hat. Doch die Namen dahinter sind mir weniger geläufig. Und so kommt es, dass auch diese Dokumentation einiges Neues für mich zu bieten hat. Ich lerne die Köpfe und Gesichter kennen, die sich all diese tollen Geschichten rund um fantastische Figuren und Situationen ausgedacht haben und sie auf die Leinwand bannten. Das ist deswegen toll, da es keine Realfilme, sondern Animationstitel sind. Alles ist handgezeichnet, mit dem Computer veredelt und sehr schön animiert, wenn man es so sagen möchte. Und der daraus entstehende Charme ist es, was mitunter die Qualität dieser Filme ausmacht.

Wer heckt sich soetwas alles aus? Was für Ideen und Gedanken stecken dahinter? Um diese konzeptionellen Themen geht es hier. Dabei wirken die Herren allesamt recht normal, für mich als Nordeuropäer jedenfalls sind die Herren sozusagen sehr typisch und repräsentieren den Japaner, wie ich ihn auch kenne. Die Machart des Dokumentarfilms ist gut gelungen und eher klassischer Natur. Viele Interviews geben Aufschluss über den kreativen Prozess und die Arbeit, die hinter diesen aufwendigen Filmen steckt. Dabei wird weniger auf die Herstellung des Films an sich, als eben auf die Gedanken hinter der Produktion eingegangen. Mir gefiel das ganz gut.

[Technik]
Die visuellen Darbietungen sind gelungener Güte. Gemäß einer Dokumentation sind die Bilder gut und haben auch einen wirkungsvollen Charme aufzuweisen. „The Kingdom of Dreams and Madness“ weist einen Transfer im Format 1.85:1 auf, anamorph codiert versteht sich. Entsprechend der Konzeption als Dokumentarfilm erhalten wir überwiegend Realfilmaufnahmen geboten, der Anteil an Animationssequenzen ist verständlicherweise eher gering. Mit gelungener Konturenzeichnung, ausreichend Bilddetails und einem angenehmen Kontrast kann das Bild entzücken, ohne in Begeisterungsstürmen zu münden. Rauschen oder Verunreinigungen sind nicht mit von der Partie und die Kompression ist in Ordnung.

Die Dokumentation ertönt mit einem Dolby Digital 5.1-Surround Sound, obwohl der Inhalt auf diesen nicht angewiesen ist und auch ohne Mehrkanalton auskommen würde, ohne dass es der qualitativen Leistungen und dem Sehvergnügen Abbruch antun würde. „The Kingdom of Dreams and Madness“ hat nämlich auch gar nicht derart viel zu bieten, als das es eines solchen Tonformats bedarf. Immerhin sind die Sprachen, allesamt in Original (Japanisch) vertreten, ordentlich zu verstehen und werden durch verständlichere Untertitel flankiert. Filmausschnitte und Animationen sind geringeren Ausmaßes vorhanden und haben alle ordentlichen Ton.

[Fazit]
Mit „The Kingdom of Dreams and Madness“ erscheint eine Dokumentation, die sich eines sehr speziellen Themas, nämlich eines Filmstudios in Japan widmet. Natürlich richtet sich das jetzt nicht an eine derart breite Masse, wie vielleicht andere Werke dies aufgrund erhöhtem Bekanntheitsgrad tun. Faszinieren kann man mich mit diesen Filmen auf jeden Fall. War ich doch großer Fan von „Akira“, liebte „Ghost in the Shell“ und sah mir gerne alle Teile von „Record of Lodoss War“ an. Um nur einige zu nennen. Die Altersfreigabe liegt bei ab 0 Jahren und die Laufzeit bemisst sich auf rund 113 Minuten. Als Extra gibt es den Kurzfilm „Ushiko erkundet!“. Erhältlich seit dem 27. Mai 2016 zu einem Preis von 15,- Euro.

Andre Schnack, 20.06.2016

Film/Inhalt:★★★☆☆☆ 
Bild:★★★☆☆☆ 
Ton:★★★☆☆☆ 
Extras/Ausstattung:★★★☆☆☆ 
Preis-Leistung★★★☆☆☆