The Last Man on the Moon

Dokumentation
Dokumentation

[Einleitung]
Es gibt den Roman „The Last Man on the Moon“ von Eugene Cernan. Eugene „Gene“ Cernan war viele Jahre bei der NASA. Und noch viel mehr. Unter anderem ist es einer der wenigen Menschen, welche das Glück hatten, die Oberfläche unseres Erd-Trabanten, unseren Mond zu betreten. Genauer betrachtet war er sogar der letzte Mensch, der diese Unternehmung durchführte. Darüber geht sein Buch, und eben auch diese vorliegende Dokumentation aus dem Streaming Angebot von Netflix von 2014. Neben dieser Online-Darreichung gibt es auch noch eine Standard Definition DVD Version des Titels (2016), die hier jedoch nicht Gegenstand des Reviews ist.

[Inhalt]
Mit den NASA Weltraumfahrtprogrammen beschreibt man nicht nur technologische Meisterleistungen auf höchstem Niveau, sondern schlichtweg ein Stück Geschichte der Menschheit. Dabei soll die ehemalige Sowjetunion gar nicht mit Missachtung gestraft werden, ohne sie hätte es dies Entwicklung im Bereich der Raumfahrt nicht gegeben. Aber es doch stets eher der gen Westen ausgerichtete Blick ist, der zu Dokumentarfilmen verarbeitet wird. So treffen wir hier Eugene Cernan und lernen diesen genauer kennen. Es geht um sein Leben, welches beinahe gesamthaft im Licht der Weltraumbehörde NASA stand.

[Kommentar]
Wenn ich schreiben würde, dass ich diese Dokumentation als beinahe klassisch bezeichnen würde, so ist dies nur ungenau und sagt nur wenig aus. Also will ich es umschreiben. Die Person Eugene Cernan steht hier im Fokus, insbesondere eben mit dem Schwerpunkt auf die NASA-Zeit. Eine Zeit, die für die gesamte Welt spannend, für die USA und die ehemalige Sowjetunion politisch praktisch elementar damals war. Das Rennen um den ersten bemannten Raumflug zum Mond war unlängst entbrannt. „The Last Man on the Moon“ erzählt genau aus dieser Zeit, über diese Zeit und die Dinge, die mit dem Job und der Aufgabe einer Mondlandung verbunden waren.

Das sind teils bewegende Bilder und mit Sicherheit Gedanken und Erinnerungen, die Mr. Cernan und seine Kollegen bei der NASA da haben werden. „The Last Man on the Moon“ versucht davon etwas einzufangen, was durch die unheimlich vielen Dokumentar- und Archivmaterialien (teils aus Amateur-Quellen) auch gut gelingt. Dazwischen sind immer wieder Sequenzen aus der Gegenwart, bzw. der Zeit, in der die Interviews mit Mr. Cernan zum Dreh des Films geführt wurden. Alles hinterlässt einen schlüssig konstruierten Aufbau und Ablauf und gefällt auch in der technischen Darbietung. Ein schöner Dokumentarfilm über ein tolles Thema.

[Technik]
Die Mixtur der eingesetzten Bilder bestimmt hier die gesamte Qualität. Technisch betrachtet ist das somit etwas schwierig. Denn oftmals sind die Aufnahmen von hohem Alter, geprägt durch entsprechende altersbedingte Begleiterscheinungen. Hin und wieder variiert auch das Format von Breitbild auf 4:3-Vollbild. Ich würde jedoch sagen wollen, dass die Dokumentation grundsätzlich der 1.78:1-Abmessung folgt. Kontrast und Farbgebung schwanken von sehr gut bis schlecht. Es ergeht jedem technischen Wert hier ähnlich, denn die Aufnahmetechnik ließ zuweilen einfach nicht mehr zu. Die Kompression arbeitet sauber und der Gesamteindruck ist gut.

Kommen wir zum Ton, der ausschließlich in englischer Sprachausgabe erfolgt. Dem Geschehen können aber einige europäische Sprachen in Form von Untertiteln hinzugeschaltet werden. „The Last Man on the Moon“ ist ein stolzer und schöner Film, die akustischen Leistungen haben ihn jedoch nicht in diese Position gebracht. Nicht überraschend, dass wir es hier vor allem mit Monologen zu tun bekommen. Wenn wir eine Stimme hören, dann ist es zumeist die von Mr. Cernan, oder aber eben anderen interviewten Zeitzeugen. Musikalisch bewegt sich auch noch etwas über den Äther, viel ist das allerdings nicht. Für eine gute Stimmung reicht es aus.

[Fazit]
Zum Ende hin zwar nach wie vor tolle Bilder, die Worte hingegen sind irgendwie ein bisschen amerikanisch, wenngleich mir Mr. Cernan sehr offen und ehrlich, authentisch gegenüber wirkte. Ich habe nicht nur etwas über Raumfahrt und das NASA Apollo Programm gelernt, sondern auch über die verrückten Typen, die sich diesen Aufgaben stellten. Das sind schon spezielle Menschen, wie auch eben Herr Cernan. Die Laufzeit bemisst sich auf rund 96 Minuten, eine Altersfreigabe konnte ich nicht ausmachen, es wird sich wohl um Informations-Programm handeln. Ich schaute mir hier die Streaming-Version des Films aus dem Netflix Angebots an. Bereits erschienen.

Andre Schnack, 07.07.2016

Film/Inhalt:★★★★☆☆ 
Bild:★★★☆☆☆ 
Ton:★★★☆☆☆ 
Extras/Ausstattung:★☆☆☆☆☆ 
Preis-Leistung★★★★☆☆