The Virgin Suicides (C)

Drama
Drama

[Einführung]
Sofia Coppola ist derzeit in aller Munde durch ihren aktuellen, wunderbaren Film „Lost In Translation“. Das Regie-Debüt fertigte die Tochter des Meisterregisseurs Francis Ford Coppola bereits 1999 mit dem Titel „The Virgin Suicides“ nach einem Roman von Jeffrey Eugenides. Zuvor hatte sie lediglich in 1998 einen Kurzfilm mit dem Titel „Lick The Star“ veröffentlicht. In „The Virgin Suicides“ wurden mit Kirsten Dunst, Josh Hartnett, James Woods, Kathleen Turner und Danny DeVito interessante und begabte Darsteller/Innen verpflichtet. Die Drehbucharbeiten vollführte die 33jährige Filmemacherin selbst. Das Drama über die Töchter der Lisbon-Familie erhielt zahlreiche positive Reviews. Wir betrachteten den inhaltlichen Part und nahmen uns auch die Technik der DVD zur Brust. Zumal es sich nach der mediacs-Disc um die nächste, deutsche Neuauflage des Titel dreht. Diese Disc erscheint aus dem Programm von Capelight Pictures.

[Inhalt]
Amerika, Mitte der 70er Jahre. In einer Kleinstadt in Michigan haben die Nachbarsjungen nur Augen für die 5 Lisbon-Schwestern. Die schönen geheimnisvollen Mädchen erregen die Aufmerksamkeit und Neugier der Jungen, die bereit sind, alles zu tun, um die streng behüteten und fromm erzogenen Töchter kennen zu lernen. Doch ihre Entdeckungen werden sie jäh ihrer jugendlichen Unschuld entreißen und für immer Spuren hinterlassen. Denn die Ereignisse eskalieren…. Ein wunderbarer Film über Erinnerungen, Sehnsucht, Liebe und Tod.
(Quelle: capelight)

[Kommentar]
Nach dem Ansehen des Films „The Virgin Suicides“ kann sich leichte Verstörung in einem breit machen. Und obwohl seit Beginn des Streifens klar ist, wie das Ende auszusehen hat, ist man dennoch etwas schockiert und gebannt in dieser Welt. Denn so fremd, wie sie einem anfänglich noch mitunter erscheinen mag ist sie nicht. Die wohlbehüteten Töchter sind eine Zutat zur dramatischen Story, eine andere die Eltern und deren Erziehung und eine weitere wird von den Nachbars-Burschen dargestellt. Letztere ist sehr wichtig, denn wir alle kennen genau dieses Gefühl, diese Begierde und das Verlangen, dieses Befinden, welches man beinahe schon als kleine Besessenheit bezeichnen kann. Doch nicht nur darum geht es Sofia Coppola, sondern auch um das Unverständnis der Welt gegenüber der jungen Mädchen, die sich eingeengt, unverstanden und falsch behandelt fühlen. Einsamkeit und Melancholie werden hier perfektioniert auf die Leinwand gezaubert.

Es zeugt von viel Verständnis für die Dinge, die die Welt bedeuten und das Leben ausmachen, wenn wir mit Situationen und Gegebenheiten konfrontiert werden und in einem melancholisch nachdenklichen Soundtrack der französischen Musikergruppe „Air“ Begleitung finden. Sofia Coppola weist dieses Gespür und Verständnis auf. Ums Erwachsenwerden und die damit wachsenden Anforderungen an das Leben, die unmittelbare Umgebung und die Ansichten anderer Menschen und den Alltag geht es hier. Ein gekonnter Spagat entsteht, der dem Betrachter zwei Welten zeigt.

[Technik]
Mit einer gewissen Verfremdung unter Einsatz künstlerischer Mittel wurde das visuelle Geschehen den Handlungsjahren der Geschichte etwas angepasst. Die Präsentation des Geschehens findet im 16:9-Breitbild (1.85:1) statt und es werden angenehme Werte in den verschiedenen Bereichen registriert. Die Unterschiede zur DVD des Hauses mediacs sind marginal, wenn kaum vorhanden. Kontrast, Farbgebung und Kantenschärfe halten durchweg ein angenehmes bis gutes Niveau und gehen mit den Anforderungen seitens der Betrachter einher. Der Schwarzlevel und der Grad an Bilddetails geben ebenfalls keinen Anlass zur negativen Kritik. Von der Kompression her sind keine Störungen zu vernehmen. Nur selten kann ein zartes Rauschen wahrgenommen werden, welches jedoch gebilligt wird und unter die Toleranz fällt.

Mit einer wahrnehmbaren Differenzierung der zurückhaltenden Soundkulisse werden die Fans der seichten Akustik angesprochen. Wenn auch ein Mehrkanaltonformat im Dolby Digital 5.1-Format zu Werke schritt, so besticht der Ton vor allem durch seine zurückhaltende und feine Wiedergabe der Hintergrundgeräusche, Dialoge und Musik. Hauptteil des Tons spielt sich auf der Lautsprecherfront ab. Nur die Musik und gelegentliche Geräusche sorgen für einen Raumklang-Flair. Es gibt zwei Sprachfassungen, zum einen den deutschen Synchronton und zum anderen die englischsprachige Originalfassung. Zur Akustik gibt es optional deutsche Untertitel einzuschalten.

[Fazit]
Während Filme wie „Kill Bill“ einem den Dolch in den Leib rammen und diesen noch einmal drehen, wenn es um Stil, Ausstattung und Kunstgedanken des Kinos geht, haben Werke wie „Lost In Translation“ und der Vorliegende die Macht emotionale Momentaufnahmen plastisch und wirkungsvoll zu vermitteln. Als Katalysatoren dienen die Schauspieler, die auf eine gewisse Offenheit des Publikums angewiesen sind – sonst geht die Rechnung nicht auf. Die vorliegende Capelight Pictures-DVD besitzt eine Laufzeit von rund 91 Minuten und es kam der DVD-Typus 9 (einseitig, zweischichtig) zum Einsatz. Die Altersfreigabe erfolgte ab 12 Jahren. Als Bonusmaterial finden wir vor: 3 Trailer weiterer Erscheinungen, ein informatives und qualitativ hochwertiges (technisch) Making Of (ca. 20 Minuten), ein Musik-Video, den Kino-Trailer, einige Soundtrack-Highlights und eine Fotogalerie. Der Verpackung liegt ferner noch ein mehrseitiges Booklet bei. Die Disc befindet sich seit dem 02. August im deutschen Handel. Wenn man „Lost In Translation“ im Kino sah, dann sollte man sich diese DVD zumindest einmal ausleihen. Aufgrund der technischen und inhaltlichen Leistungen können wir auch zum Kauf raten.

Andre Schnack, 16.08.2004

  Film/Inhalt
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  Bild
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  Ton
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  Extras/Ausstattung
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  Preis-Leistung
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