The Wrestler

Drama/Sport
Drama/Sport

[Einleitung]
Darren Aronofsky schuf „Pi – Der Film“ und den fantastischen „Requiem for a Dream“. Nach 8 Jahren Abstinenz meldet sich der gebürtige US-Amerikaner und Einwohner Ney Yorks eindrucksvoll zurück. Indem er einen abgehalfterten Helden des Bildschirms zurück aus der Versenkung holt: Mickey Rourke, hier als „The Wrestler“. Mr. Aronofsky arbeitete nach einem Drehbuch von Robert D. Siegel und es kommen neben Mr. Rourke noch Evan Rachel Wood, Marisa Tomei und weitere bekannte Gesichter im Verlauf der Story vor. Diese High Definition Blu-ray Disc erscheint aus dem Angebot von Kinowelt Home Entertainment.

[Inhalt]
Einst war Randy „The Ram“ Robinson (Mickey Rourke) ein gefeierter Wrestler, doch der Preis dieses Ruhms war hoch: Der Star von einst ist ein Wrack. Nach einem Herzanfall erkennt Randy endlich seine Grenzen. Er nimmt Kontakt zu seiner Tochter Stephanie (Evan Rachel Wood) auf, findet in der Stripperin Cassidy (Marisa Tomei) eine Seelengefährtin und wagt die ersten Schritte in ein gewöhnliches Berufsleben. Doch Wrestling ist mehr als ein Job, es ist Schicksal…
(Quelle: Kinowelt Home Entertainment)

[Kommentar]
Ein Wrestler, der es leid ist das zu sein, was er ist. Er ist müde, er ist alt und er ist es leid. Doch es ist das einzige, was er kann und es hält ihn über Wasser. Wie faszinierend, dass niemand weniger als Mickey Rourke – seines Zeichens ebenfalls als Boxer gearbeitet – diese Rolle so gut darstellen kann. In vielerlei Hinsicht entpuppt sich diese Kombination aus vermeintlich hochwertigen Zutaten zu einem prächtigen Gesamtergebnis und einem wahren Film-Highlight. Doch dann stellt sich hin und wieder auch ein wenig B-Movie Charme ein, ohne das ich den genauen Ursprung dieser Aussage deutlich belegen könnte. Und „The Wrestler“ wirkt auf einmal zu leise und hätte mehr Stimme aufweisen können. Doch hätte dies etwas gebracht? Die Machart des Films spiegel auch den Charakter des abgewrackten Randy Robinson.

Er hat kein sonderlich schönes Leben, kommt gerade so über die Runden und muss das machen, was ihm eigentlich so lange schon überdrüssig ist. „The Wrestler“ ist fast schon eine One-Man-Show mit einem fantastischen Mickey Rourke, der sich durch die Sets bewegt, als würde er genau dahin gehören. Er leitet die Blicke, die voller Enttäuschung geprägt von einem mühsamen Leben erzählen. Die Kameraführung, der Aufbau und die beim Betrachter entstehenden Gedanken sind kein Zufall, sondern auch das Kalkül und Genie eine Darren Aronofsky zurück zu führen. „The Wrestler“ gefiel mit gut, berührte mich irgendwie und faszinierte zugleich. Ein gutes Stück, zweifelsohne ein Film, mit dem der Name Mickey Rourke sehr positiv in Erinnerung bleiben wird.

[Technik]
Hier und dort macht es gar nichts aus, dass eine grobe Görnigkeit das Bild bestimmt von „The Wrestler“ bestimmt und jegliche Plastizität raubt und den Detailgrad in den Keller schießen lässt. Doch vielleicht sind es diese Momente des 1080p HD-Bildes im Format 2.35:1, welche die pure Absicht der Macher wiederspiegeln und als Stilmittel zu bezeichnen sind? Ich weiß es nicht. Das 16:9-Geschehen wirkt oftmals sehr hochwertig, verliert dann jedoch ebenso oft einfach wieder schlagartig an Niveau und erlebt neben guten auch die weniger guten Momente. Der Kontrast gefiel mir eigentlich die gesamte Laufzeit hinüber, die Farbgebung an sich nicht immer und oftmals entwickelt sich zu viel Unschärfe, verursacht durch großflächiges Rauschen. In den dunklen Bildbereichen fällt dies weitaus mehr auf als in den besser ausgeleuchteten Segmenten. Ein Okay geht an die Kompression.

Tontechnisch gibt sich „The Wrestler“ nicht sonderlich anspruchsvoll. Die Hommage an einen gestorbenen Nischen-Sport konzentriert sich auf eher nachdenklich stimmende Momente, die hier vor allem durch Ruhe, etwas musikalischer Begleitung und einer verständlichen Sprachausgabe entstehen. Die Situationen, die sich im Ring zutragen, verfügen über eine gelungene Dynamik und einen umfangreichen Spielraum für Volumenschwankungen aufgrund des Publikums und dessen Einsatz beim Anfeuern. Es handelt sich beim Ton um wahlweise deutschen oder englischen DTS 5.1 HD Master Audio- oder aber deutschsprachigen Dolby Digital Stereo-Sound. Untertitel können wahlweise und ausschließlich in deutscher Sprache hinzu geschaltet werden.

[Fazit]
Ich hätte nicht mit dieser Wirkung und Atmosphäre gerechnet. Ein an für sich schon als eindringlich zu bezeichnendes Drama über einen Menschen, der mit Wrestling seinen Lebensunterhalt verdient. Und das sehr schlecht und gar nicht recht. „The Wrestler“ ist jedoch keinesfalls ein reiner Sportfilm, sondern zeichnet das Portrait eines Mannes, eines Schicksals. Auf einer Laufzeit von rund 105 Minuten geschieht dies und findet Platz auf einer einseitigen und zweischichtigen Blu-ray Disc mit 50 GB Kapazität. An Bonusmaterialien finden wir neben einem Making of und einem Interview mit Mickey Rourke auch noch Trailer und ein paar BD-Live Funktionalitäten. Die Erscheinung kommt mit Wendecover. Die Altersfreigabe von „The Wrestler“ liegt bei ab 16 Jahren. Diese Blu-ray erscheint am 4. September zu einem Preis von rund 20,- Euro. Guter Film!

Andre Schnack, 05.08.2009

  Film/Inhalt
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  Bild
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  Ton
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  Extras/Ausstattung
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  Preis-Leistung
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