Time Bandits

Fantasy/Adventure/Comedy
Fantasy/Adventure/Comedy

[Einleitung]
Aus dem Programm von Sunfilm Entertainment erscheinen jüngst zahlreiche Titel, von denen einige mehr oder weniger bekannt sind, andere hingegen bereits fest im Olymp der Filme aufgenommen wurden. So auch die britische Filmproduktion „Time Bandits“ von 1981. Regie führte der Schöpfer von „12 Monkeys“ – Terry Gilliam. Und er kommt nicht alleine, denn Kollegen der Komiker-Truppe Monty Python haben ebenfalls am Werk mitgearbeitet. Mit Michael Palin fertigte Gilliam das Drehbuch an. In den Hauptrollen wurden John Cleese, Sean Connery, Shelley Duvall, Ian Holm, Peter Vaughan, Michael Palin und Katherine Hellmond zu sehen. Wir konnten uns die DVD des Klassikers ansehen und bildeten uns eine Meinung.

[Inhalt]
Der 11-jährige Kevin (Craig Warnock) wird von einer Bande räuberischer Zwerge entführt. Mit Hilfe einer wundersamen Karte reisen diese durch Raum und Zeit und lassen alles mitgehen, was nicht niet- und nagelfest ist. Selbst Robin Hood (John Cleese) und Napoleon (Ian Holm) sind nicht vor ihnen sicher. Doch Kevin muss bald feststellen, dass ihre verrückte Reise durch die Zeit eigentlich eine Flucht ist – denn einige finstere Kreaturen sind hinter der wundersamen Karte her…
(Quelle: Sunfilm Entertainment)

[Kommentar]
Hand Made Films hatte mit „Das Leben des Brian“ und „Die Ritter der Kokosnuss“ große Filme geschaffen, die sich heute noch großer Beliebtheit erfreuen und bereits zur Sparte der Kultfilme gehören. Mit „Time Bandits“ haben die Briten einen weiteren Comedy-Streifen in petto, der sich allerdings nur unter eingeschworenen Fan-Kreisen wirklich durchsetzen konnte. Woran liegt das? Eventuell wurde mit der etwas eigensinnigen Story keine britische Zuschauermasse begeistert und der Erfolg hielt sich somit auch auf internationalem Gebiet eher zurück. Innovativ und einfallsreich kann die Geschichte definitiv bezeichnet werden. Doch wirkt sie auch irgendwie befremdlich. Dies wiederum liegt an der Umsetzung und den eingesetzten Stilmitteln.

Die raubenden Zwerge versprühen Charme und der Verlauf der Geschichte verdient die Bezeichnung „kurzweilig“. Die Szenarienwechsel bieten durchweg interessante Aspekte und Sets. Auch seitens der Masken und Kostüme kann eine gute Darbietung geboten werden. Produktionsdesign und Handlungsinhalt verstehen zu begeistern, das Outfit und der Look des Films ebenfalls. Die schauspielerischen Qualitäten sind gelungen; somit sind sämtliche Komponenten hochwertig – das Gesamtergebnis kann sich jedoch nur bedingt in die Herzen der klassischen Hollywood-Konsumenten bohren. Der britische Humor spielt hier gewiss eine Rolle. Minuspunkte können für die technische Umsetzung hinsichtlich der Special-Effects verbucht werden. Aber wahre Terry Gilliam- oder Monty Python-Fans wird das nicht stören.

[Technik]
Der Bildtransfer wird im Format 1.85:1 vollzogen und wurde anamorph auf der Disc abgelegt. Entgegen den bisher erschienenen DVDs des Titels, wie z.B. der Criterion Edition, kommen 16:9-TV Besitzer um in den Genuss eines breiteren Bilds. Hin und wieder kommt es zu leichten Schwankungen der Qualität. Disharmonie ist eine Folge. Kleine Verunreinigungen und Rauschmuster können beim genauen Betrachten ausgemacht werden. Begutachten wir die farbliche Ebene des Transfers, so gibt es ein stimmiges und ausgewogenes Geschehen vor die Augen. Der Kontrast steht seinem Mann und driftet nicht in die Extreme ab. Aufgrund der Ausleuchtung und der Sättigung reicht die Plastizität aus und es wird auch gerade so ausreichender Grad an Bilddetails geboten. Die unterschiedlichen Zeitepochen bieten allesamt ein sehr ähnliches Flair. Rasche Bewegungen stellen keine Hürde für den Transfer da.

Ein aktuelles Tonverfahren bedeutet nicht zwangsläufig eine hohe Wiedergabequalität. So treffen wir auf Dolby Digital 5.1 und 2.0 Ton in den Sprachversionen Deutsch und Englisch. Wichtig ist vor allem die Verständlichkeit der Dialoge, was auch gegeben ist. Allerdings wird ein leichtes Verzerren in den Höhen festgestellt, wenn die Protagonisten energischer und lautstärker werden. Die musikalischen Leistungen gehen in Ordnung, können aber mit aktuellen DVD-Erscheinungen nicht mithalten, zu beschränkt wirkt das Wiedergabespektrum in der Horizontalen. Generell haftet am akustischen Geschehen die Auswirkung des Alters spürbar. Höhen und Tiefen sind nicht so ausgeprägt und erzielen in Kombination mit einem zarten Surround Mix eine ausreichende Raumtiefe. Optionale Untertitel gibt es in deutschen Lettern.

[Fazit]
Was für eine fantasievolle Geschichte hier geboten wird und in klassischem Sinne verfilmt wurde fällt auf dem ersten Blick gar nicht recht auf. Vergleicht man den Film jedoch mit aktuellen Genre-Kollegen, so gibt es schon große Differenzen zu registrieren. Abgelegt wurde der rund 111minutenlange Film auf einer einseitigen Dual-Layer-Disc (DVD Typ 9). Die Altersfreigabe geschieht ab einer Stufe von 6 Jahren, was in Anbetracht kalter Exekutionen von Soldaten nicht unbedingt passend erscheint. Über das einfach gehaltene Menü können folgende Extras erreicht werden:

* „The Two Terrys“
(Interviews mit Terry Gilliam und Terry Jones)
* Trailer
* Biografien
* Bildergalerie
* Time Bandits Scrapbook
* Die Handmade Story“
(George Harrison als Filmproduzent)

Das Bonusmaterial erweist sich als nette Beigabe. Diese DVD aus dem Angebot der Sunfilm Entertainment erschien am 28. Juli zu einem Preis um die 15,- Euro. Wer Fan der britischen Komödianten und ihres Charmes ist, oder aber den Film „Time Bandits“ einfach gern hat, der sollte sich diese DVD genauer ansehen.

Andre Schnack, 05.08.2004

  Film/Inhalt
:
  Bild
:
  Ton
:
  Extras/Ausstattung
:
  Preis-Leistung
: