Tod im Führerbunker – Die wahre Geschichte von Hitlers Untergang

Dokumentation
Dokumentation

[Einleitung]
polyband bringt uns Schritt für Schritt, nach und nach zahlreiche Dokumentationen über die geschichtlichen Ereignisse des hiesigen Landes. Das Dritte Reich steht dabei natürlich im Vordergrund, da es ein prägendes geschichtliches Ereignis ist. Die uns hier vorliegende Sendung erscheint aus dem Angebot von polyband, und zwar im Rahmen der Spiegel TV DVD-Edition mit dem Titel „Tod im Führerbunker – Die wahre Geschichte von Hitlers Untergang“. Die Arbeiten hinter der Kamera verrichtete maßgeblich der Verantwortliche Michael Kloft, der unter anderen mit „12 Jahre, 3 Monate, 9 Tage – Die Jahreschronik des Dritten Reichs“ bereits erfolgreiche Arbeit ablieferte. Wir konnten uns die DVD im anschaulichen Pappschuber genauer ansehen und berichten.

[Inhalt]
Am Ende seiner Herrschaft hauste Adolf Hitler im Schutz meterdicker Stahlbetonwände in seinem Bunker tief unter der Berliner Reichskanzlei. Hier klagte er, das deutsche Volk habe sich seiner „als nicht würdig erwiesen“. Hier gestand er unter Tränen: „Der Krieg ist verloren.“ Handlanger feierten dort Orgien, der Führer heiratete Eva Braun und beging dann mit ihr Selbstmord, das Ehepaar Goebbels brachte seine Kinder um und tötete sich danach selbst.

War der Diktator in den letzten zehn Tagen seiner Herrschaft ein physisches und psychisches Wrack, das auf nicht mehr vorhandene Truppen wartete, oder handelte es sich um den kühl geplanten letzten Akt eines gescheiterten Fanatikers? Spiegel TV-Autor Michael Kloft rekonstruiert in dieser Dokumentation mit Interviews und seltenem Archivmaterial die Tage vor und nach Hitlers Selbstmord 1945. Die letzten noch lebenden Zeitzeugen, der ehemalige Wehrmachtsadjutant Bernd Freytag von Loringhoven, der damalige Hitlerjunge Armin D. Lehmann und der Telefonist im Bunker, Rochus Misch, erinnern sich an die dramatischen Ereignisse. Hitlers Sekretärin Traudl Junge beschreibt in einem ihrer seltenen Fernsehinterviews die gespenstischen Szenen des „Untergangs“.
(Quelle: polyband)

[Kommentar]
Was während der letzten Stunden Adolf Hitlers Leben und in seiner unmittelbaren Umgebung geschah, das wäre für viele von Interesse und ist teils auch sehr unklar. Es wird auch weiterhin zu einem gewissen Grad unerschlossen bleiben, da zu wenige tatsächliche Fakten vorliegen. Das, was man weiß, das vermengte man mit zahlreichen historischen Archivaufnahmen zu einem interessanten und unvermeidlich spannenden Aufbau und Ablauf, obwohl jedermann das Ende kennt. Immer wieder haben wir es dennoch mit absoluten Neuheiten zu tun, wenn wir nicht grad Hobby-Historiker sind und Experten im Bereich Deutscher Geschichte. Immer wieder erschließen sich aufgrund weitergehender Informationen neue bislang ungesehene Zusammenhänge beim Ansehen. Das bereitet Freude, und wir lernen oftmals noch etwas dabei.

[Technik]
Betrachten wir das technische Geschehen als absoluter Purist, so muss man trotz aller exorbitanter Ansprüche dem Gebotenen zugute halten, dass das hohe Alter der Materialien nicht mit der technischen Wiedergabe-Qualität zu tun hat. Der unspektakuläre 4:3-Vollbild-Transfer (1.33:1) bietet sich mit prüden und weniger schicken Vollbildaufnahmen im Schwarz-Weiß-Gewand zur Schau. Und erntet dabei geradezu eine weniger tolle Wertung. Ja, es sind ganz junge, aktuelle Szenen mit von der Partie, und zwar immer dann, wenn wir es mit Interviews zu tun bekommen. Wenn jedoch die Geschichte spricht, in schwarz-weiß und weniger scharf, dann herrscht weniger gute Qualität. Es ist also der typischen Leistung einer Dokumentation nicht fern.

Beim Ton haben wir es mit einem Dolby Digital 2.0-Sound zu tun. Einzig und allein in deutscher Sprachausgabe erklingt der Monolog aus dem angeschlossenen Wiedergabegerät. Untertitel konnten wir der Disc ebenfalls nicht entlocken, so dass wir hier vom Umfang her eine nur niedrige Punktzahl vergeben können. Klar und deutlich in der Aussteuerung erklingt die Sprachausgabe, die den größten Teil der Wissensvermittlung übernimmt, aus den Boxen. Musik gibt es auch, doch stärt sie nicht und kann sich im Untergrund ausreichend stimmungsvoll entfalten. Surround-Effekte oder grandiose Bass-Einlagen sollten nicht auf der Wunschliste stehen, sonst ist Enttäuschung vorprogrammiert.

[Fazit]
Es ist wie bei den meisten Dokumentationen auf DVD auch hier so, dass wir es mit einem hervorragend aufbereiteten Inhalt auf einer Laufzeit von rund 80 Minuten zu tun bekommen. Abgelegt auf einer einseitigen Single-Layer-Disc (DVD Typ 5). Sinnvollerweise ist die Altersfreigabe bei ab 12 Jahren festgesetzt. „Tod im Führerbunker – Die wahre Geschichte von Hitlers Untergang“ bietet keine gesondert enthaltenen Extras oder sonstige Ausstattungsmerkmale, und kocht auf diesem Gebiet auch eher auf Sparflamme. Wen das nicht stört und Wert auf einen gut gemachten Inhalt legt, der kann bei dieser Disc unbeängstigt zugreifen. Für den Spaß müssen rund 19,- Euro berappt werden. Erscheinungstermin war der 29. Mai 2009. Wer Interesse an historischem Wissen hat, der ist hier genau an der richtigen Adresse.

Andre Schnack, 23.06.2009

  Film/Inhalt
:
  Bild
:
  Ton
:
  Extras/Ausstattung
:
  Preis-Leistung
: