Tombstone – Director’s Cut

Action/Drama/History/Romance/Western
Action/Drama/History/Romance/Western

[Einleitung]
Knallharte Männner gefällig? Vielleicht sogar ein wenig realistischer als der Marlboro-Mann? Dann sei der Griff ins Regal, der Griff nach dem Director’s Cut von „Tombstone“ wahrscheinlich angeraten. Es handelt sich bei dem Film um einen beinahe Klassiker mit einem wahrhaftigen Star-Aufgebot. 1993 entstand der Western unter der Regie von George P. Cosmatos nach einem Drehbuch von Kevin Jarre. Der Titel findet die gesamte Laufzeit hinweg über in Arizona statt, und wirkt nicht nur vom Setting her wie ein echter Western. Die Hauptrollen sind unter anderen mit Kurt Russell, Val Kilmer, Sam Elliot, Bill Paxton, Powers Boothe und Michael Biehn besetzt. Diese DVD erscheint aus dem Angebot von Walt Dinsey Studios Home Entertainment unter dem Label von Hollywood Pictures Home Entertainment.

[Inhalt]
George P. Cosmatos präsentiert den exklusiven Director’s Cut seines starbesetzten, actiongeladenen Westernepos „Tombstone“ über die legendäre Fehde zwischen den Brüdern Earp und einer organisierten Bande von Verbrechern, den „Cowboys“. Der ehemalige U.S. Marshall Wyatt Earp (Kurt Russell) bricht mit seinen Brüdern Virgil und Morgan, sowie deren Freund Doc Holliday (Val Kilmer) auf, um sich in dem kleinen Städtchen Tombstone zur Ruhe zu setzen. Doch der Friede wird jäh gestört, als die „Cowboys“ in die Stadt einfallen und dort Unruhe stiften. Es kommt zu einem bitteren Kampf auf Leben und Tod, der schließlich in der legendären Schießerei am O.K. Corral gipfelt.
(Quelle: Walt Disney Studios Home Entertainment)

[Kommentar]
Durchgestylt und sehr gut anzusehen, jedenfalls trifft dies von Beginn an auf die optische Wirkung der Bilder zu. Keinesfalls geht’s hier nur aufpoliert zu, es sind schon auch Aufnahmen mit dabei, die den eher schmutzigeren Teil eines klassischen Hollywood-Charakters, dem Cowboy, abbilden. Auch hier mangelt es nicht an Qualität in der Handwerkskunst, die man hier in der Crew von Regisseur George P. Cosmatos an den Tag legte. Es ist auch inhaltlich durchaus viel Güte vorhanden. In der Tat avanciert die Geschichte um eine Auseinandersetzung zwischen gut und böse als Westernepos inszeniert in kurzer Zeit zu einer Größe des Genres auf. Ein eingeschworene Fan-Gemeinde erhält stetig Zuwachs. Schlussendlich zu Recht, jeder sollte ihn gesehen haben.

Dafür sprechen im Detail gute Sets, wunderbare Kostüme und tolle Masken. Natürlich sah es in der Realität weitaus dreckiger aus, als wir es in „Tombstone“ erleben. Das sind eben auch die Vorzüge der Träumerei und der Traumfabrik Hollywoods im Allgemeinen: allerfeinster Handwerkskunst auf hohem technischen Niveau. „Tombstone“ wirkt anfänglich so, als wäre die Story von Komplexität geprägt und facettenreich erzählt. Dies ist jedoch gar nicht so, wie weitere Minuten Laufzeit offenbaren. Im Kern ist es eine simple und auch typische Story, die dadurch bedingt auch nicht gleich schlechter gestellt sein soll. Klare Punkte gibt es für die wunderbaren Naturaufnahmen fantastischer Landschaften.

[Technik]
Ein anamorpher Breitbild-Transfer im Format 2.35:1 befindet sich auf dem ersten Datenträger abgefasst. „Tombstone“ verfügt über ein sehr natürliches Farb-Set und über ein zweites, das hin und wieder etwas bräunlicher in der Aussteuerung wirkt. Es entsteht eine wirkungsvolle und weitgehend saubere Wiedergabe-Qualität. Auch bei Kameraschwenks und weniger günstigen Einstellungen hält der Transfer einen gelungenen Qualitätsgrad. Hin und wieder mangelt es dem Bild an Grundierung, so dass die hellen Bereiche ein wenig zu sehr strahlen. Davon ab ist die Farbintensität gegeben und das Bild verfügt über einen angenehmen Schärfegrad. Die Kompression geht in Ordnung.

Ton spielt keinesfalls eine eher untergeordnete Rolle, jedoch ist es leider auch nicht so, als das „Tombstone“ akustisch ordentlich den Hammer kreisen lässt. Eher das Gegenteil ist der Fall. Es gibt ein paar Szenen, in denen sich Portrait en face Aufnahmen abwechseln, der Detailgrad ist gut, auch akustisch. Es kommt auf die Wiedergabe von Stille, unangenehmer Stille an. Doch sind es diese Aufnahmen, die einen hohen Anteil an der Laufzeit ausmachen und letztlich den Film in einem nicht immer passenden Licht erscheinen lassen. Musik, ein paar Surround-Sounds und die Dialoge: all das gefällt im gebotenen Dolby Digital 5.1-Sound in den Sprachen Deutsch und Englisch. Untertitel sind in deutscher, englischer und französischer Sprache vorhanden.

[Fazit]
„Tombstone“ – hier als Director’s Cut – erschien am 13. August zu einem Preis von rund 16,- Euro. Das ist fair für einen guten und doch etwas betagteren Film, der hier in einer technisch guten Präsentation daherkommt. Die Laufzeit von rund 134 Minuten, gefasst von einer einseitigen Dual-Layer-Disc (DVD Typ 9), unterhält gut und ausreichend kurzweilig. Neben dem Hauptfilm befinden sich auf noch folgende Extras auf der ersten und einer zweiten enthaltenen DVD:

– Das Making-of Tombstone in drei Teilen: „Die Darsteller“, „Wie man einen authentischen Western macht“ und „Die Schießerei am O.K. Corral“
– Audiokommentar von Regisseur George P. Cosmatos
– Das original Storyboard des Regisseurs: Die O.K. Corral Sequenz
– Trailer und TV-Spots
– Enthält eine original Karte der Schießerei am O.K. Corral, skizziert von Wyatt Earp

Von den Extras behalte ich einen ebenfalls guten Eindruck haften. „Tombstone“ vermag inhaltlich gute Eindrücke in die Entstehung des Films und generelle Western-Produktionen zu verleihen und unterhält dabei auch noch angenehm. In dieser Form gab es den Film bislang noch nicht. Die FSK-Einstufung liegt bei ab 16 Jahren. Wer einen gut gemachten Western sehen möchte, der erhält hier moderne, gute Kino-Kost mit hohem Unterhaltungsfaktor und guten Darstellern.

Andre Schnack, 01.09.2009

  Film/Inhalt
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  Bild
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  Ton
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  Extras/Ausstattung
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  Preis-Leistung
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