Total Eclipse

Drama
Drama

[Einleitung]
BMG Video präsentiert uns „Total Eclipse“ von 1995. Das unterhaltsame, anspruchsvolle und stellenweise schockierende Drama wurde von Regisseurin Agnieszka Holland (Hitlerjunge Salomon) nach einem Drehbuch von Christopher Hampton (Mary Reilly) umgesetzt. In den Hauptrollen sind Leonardo DiCaprio (Titanic, The Beach) und David Thewlis (Restoration, Dragonheart) besetzt, in weiteren Rollen sind u.a. Romane Bohringer und Dominique Blanc zu sehen. Wir nahmen uns der DVD an und berichten ungeschönt und offen über die Leistungen der Disc.

[Inhalt]
Sie urinieren in Restaurants auf den Tisch und sind ständig damit beschäftigt, andere zu beleidigen – Arthur Rimbaud (Leonardo DiCaprio) und Paul Verlaine (David Thewlis). Der junge Dichter Arthur bringt das Leben seines Vorbildes Paul gehörig durcheinander. Gerade die provozierende Arroganz, mit der Arthur gegen die Konventionen seiner Zeit verstößt, begeistert Paul. Doch mit seinem neuen Freund riskiert Paul das Ansehen unter seinen Künstlerfreunden und die Liebe seiner Frau. Das Verhältnis der beiden führt unweigerlich in eine Katastrophe…

[Kommentar]
„Total Eclipse“ basiert auf Berichten, Tatsachen und Gerüchte über die Affäre der beiden Dichter Arthur Rimbaud und Paul Verlaine, die zum Ende des letzten Jahrhunderts die französische Dichtkunst zum einen prägten, ihr aber auch „schlechtes“ taten. Es geht in Hollands Werk um die Hassliebe der zwei Poeten und Philosophen. Vor diesem Hintergrund wirkt der ganze Film noch eine ganze Ecke interessanter, denn die intellektuell sehr angehauchten Dialoge zwischen den Hauptfiguren sind sonst nicht jedermanns Geschmack. „Total Eclipse“ lebt jedoch nicht nur von der Geschichte und den teils schockierenden Inszenierungen, sondern vielmehr in erster Linie von den ausgesprochen guten, darstellerischen Leistungen der zwei Hauptdarsteller. Zwischen Liebe, Hass, Wahnsinn und Verlangen schweben die beiden genialen Köpfe in einer eigenen Welt ihren Fantasien nach. David Thewlis und Leonardo DiCaprio hauchen den Figuren die notwendige Glaubwürdigkeit und Plastizität ein. Passend aber nicht so sehr im Vordergrund stehend gibt sich die Filmmusik. Insgesamt ein wirkungsvoller Film, der auch durch seine Geschichte zu überzeugen vermag, wenngleich er manchmal etwas langatmig wird.

[Technik]
Technisch findet man bekannte Faktoren, die auch bei anderen BMG-Erscheinungen zu beobachten sind. Das Bild kommt im anamorphen Breitbildtransfer im Format 1.75:1 und entspricht dem Originalformat. Die Leistungen des Transfers sind in Ordnung. Weitgehend natürlich wirkende Farben schmücken die Mattscheibe, der Kontrast ist stellenweise etwas steil, überzeugt sonst aber ebenfalls. Ein angenehm hoher Schärfegrad und ausreichend Bilddetails sorgen für Wohlgefallen beim Betrachter. Rauschen, Drop-Outs oder anderer Störungen wie Kompressionsartefakte und Verunreinigungen treten nicht auf.

Ton gibt es im mehrkanaligen Dolby Digital 5.1-Format auf deutscher und englischer Sprache. Zusätzlich wurden optionale, deutschsprachige Untertitel auf dem Silberling abgelegt. Da der Film zu den sehr stark dialogorientierten Streifen gehört, fällt es auch nicht weiter ins Gewicht, dass er die Fähigkeiten eines Mehrkanaltonformats nur sehr beschränkt ausnutzt. Der Ton ist unheimlich frontlastig, Musik und Sprachausgabe erklingen nahezu ausschließlich aus der Frontpartie, einige gelungene Hintergrundgeräusche aus dem Hinterraum sind eher selten der Fall. Qualitativ hochwertig erklingt es zurückhaltend zumindest rauschfrei und ohne Knacken.

[Fazit]
„Total Eclipse“ gehört zu der Art an Filmen, die man entweder mag, oder überhaupt nicht mag. Es handelt sich um ein fesselnd inszeniertes Drama mit intellektuellem Wert und gelungenen Dialogen. Die Geschichte des Hin- und Hergerissen seins gefällt und bindet für 107 Minuten vor den Fernseher. Abgelegt wurde der Film auf einer einseitigen Single-Layer-Disc (DVD Typ 5). Das Menü wurde ausgesprochen einfach gehalten und birgt Zugriff auf folgende Extras: der Trailer zum Hauptfilm, Cast & Crew Infos auf Texttafeln, Produktionsnotizen und viel Text über Paul Verlaine und Arthur Rimbaud. Freigegeben wurde „Total Eclipse“ ab 12 Jahren, wobei bemerkt sei, dass ein 12-Jähriger wahrscheinlich nicht viel mit dem Film und seinem Inhalt anfangen kann. DiCaprio- und Thewlis-Fans sehen hier ihre Lieblinge auf Hochtouren – empfehlenswert.

Andre Schnack, 24.07.2001

  Film/Inhalt
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  Bild
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  Ton
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  Extras/Ausstattung
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  Preis-Leistung
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