Total Recall

Action/Adventure/Science-Fiction/Thriller
Action/Adventure/Science-Fiction/Thriller

[Einleitung]
Paul Verhoeven, bekannt für provokative Filme wie „Basic Instinct“ oder „Robocop“, drehte den 1990 im Kino gelaufenen Film „Total Recall“ mit Arnold Schwarzenegger (Terminator 2), Sharon Stone (Basic Instinct), Michael Ironside (Starship Troopers), Ronny Cox (Robocop) und Rachel Ticotin. Paul Verhoeven hatte schon immer etwas mit der Science-fiction am Hut, sein aktuellster Film „Starship Troopers“ flimmerte 1998 auf den deutschen Leinwänden. Die amerikanische DVD erschien von Live Home Video und ist seit Mitte ’97 zu erwerben.

[Inhalt]
Douglas Quaid (Schwarzenegger) ist ein ganz normaler Mann. Er lebt im Jahre 2084, hat eine ganz normale Arbeit und eine tolle Frau, Lori (Stone). Er träumt sehr oft von einem Urlaub auf dem Mars, Ferien auf anderen Himmelskörpern sind schon länger kein Problem mehr. Um Geld zu sparen und den Kurz-Trip vor seiner Frau zu verheimlichen bucht er eine Art Gedächtnis-Urlaub. Dieser ist kostengünstig und beansprucht kaum Zeit, denn man setzt sich einfach in ein Labor und bekommt durch ein Erinnerungs-Implantat die entsprechenden Erinnerungen. Doch bei Douglas geht etwas schief und er erinnert sich an den Mars, bevor die Erinnerungen überhaupt in sein Gehirn gespeist wurden. Sonderbarerweise sind plötzlich seltsame Leute, die ohne Skrupel Gewalt anwenden, hinter ihm her. Selbst seine Frau und sein bester Kollege versuchen ihn plötzlich umzulegen. Er versucht sich zu verstecken als ein Mann mit ihm Kontakt aufnimmt. Er gibt dem verstörten Herrn Quaid einen Koffer, darin befindet sich unter anderem ein Computer. Er erfährt, daß er nicht der zu sein scheint, der er glaubt zu sein. Um näheres herauszufinden muß er auf dem Mars, doch die fiesen Handlanger von Vilos Cohaagen (Cox) unter der Führung von Richter (Ironside) machen ihm sein Leben schwer. Wem kann er trauen, er erinnert sich praktisch an nichts, kann nicht einmal seinen eigenen Erinnerungen Vertrauen schenken, er weiß nicht was Traum oder Wirklichkeit ist…

[Kommentar]
Mit „Total Recall“ gelang dem skandinavischen Regisseur Paul Verhoeven ein weiteres Meisterwerk, daß ist meine Meinung. Aber viele werden sich dieser wahrscheinlich anschließen und meine Ansichten teilen, die totale Erinnerung ist in erster Hinsicht ein klasse Actionfilm im Science-fiction-Stil. Das Ambiente stimmt, die Special-Effects sind gelungen und Arnold sorgt für mächtig Unterhaltung. Aber in einer anderen Ebene versteckt sich noch die gut durchdachte Hintergrundgeschichte, abenteuerlich spannend inszeniert wie ein Thriller und nicht sofort zu durchschauen für den Betrachter. Selbstverständlich nagten auch schon die vergangenen 9 Jahre am Film, dennoch unterhält er einfach prima und bietet knappe 113 Minuten Spaß, nicht nur für Action-Fans. Leute die mit Verhoeven’s Arbeiten vertraut sind, werden sofort seinen Stil entdecken, im Sci-fi-Genre leistet Herr Verhoeven etwas besonderes. Typisch ist wieder die teilweise sehr hohe und aggressive Anwendung von Gewalt, außerdem übertreibt er stets leicht und wird den Worten Science-fiction definitiv gerecht – mit Realismus hat das wenig zu tun. Genau davon leben natürlich solche Filme, wer also den Kern des Films, die durchdachte und interessante Story, nicht findet oder mehr für „wahrheitsgetreue“ Filme stimmt, der wird bei „Total Recall“ nicht viel Spaß haben. Wer jedoch Filme wie „Starship Troopers“, „Robocop“, „Dark City“ oder „Blade Runner“ mag, wird auch diese Erinnerung lieben.

[Technik]
Die Technik der DVD hat ihre Licht- und Schattenseiten. Das recht farbenfrohe und kontrastreiche Bild liefert kaum Anlaß zur Kritik. Zwar wird das Geschehen nicht anamorph übertragen, dennoch weist das Bild im Ratio von 1.85:1 einen hohen Grad an Detailgenauigkeit und Schärfe auf. Lediglich die häufigen, kleinen Bildstörungen (überwiegend in Form von kleinen schwarzen Pünktchen und Strichen) trüben den guten Eindruck etwas. Bewundernswert ist die Sättigung der Farben, besonders der Mars an sich mit seinen heftigen und prallen Rottönen bietet ein kritisches Objekt zur Darstellung. Die Szenen mit viel Rot gelangen zu meiner Überraschung jedoch äußerst gut und erzeugen eine wirklich dichte Stimmung, die Atmosphäre der fremden Mars-Welt wird dem Betrachter sehr nahegelegt. Auf der zweiten Seite der Disc befindet sich eine Pan & Scan-Fassung des Films.

Der Ton der Scheibe begeisterte mich nur bedingt. Der 5.1-Mix in englischer Sprache hat durchaus seine Momente, leider aber positive sowie auch negative. Der Großteil der Effekte spielt sich auf den vorderen Lautsprechern ab, trotzdem gibt es viele direktionale Effekte, sie wurden gut eingesetzt und abgemischt. Nur die Qualität der Sprache empfand ich als etwas kratzig, dennoch deutlich und gut verständlich. Der Baß wird stetig genutzt, die Musik erklingt fein aus allen Tonspendern. Auf der Scheibe befindet sich zusätzlich noch ein französischer Dolby Digital 2.0-Track und englische, französische und spanische Untertitel.

[Fazit]
Guter Film, gute Technik = gute Kritik! Live Entertainment liefert ein sauberes, solides Stück Arbeit mit der zweiseitigen Single-Layer-Disc ab. Der Streifen hat Klasse, die Mankos an der Umsetzung auf die DVD stören kaum, einen bedenkenlosen Anraten der Disc steht praktisch nichts mehr im Wege. Zwar wäre ein anamorphes Bild und etwas mehr Bonusmaterial wünschenswert, aber die Ausstattung ist durchweg akzeptabel. Die Disc liefert einen Trailer und Teaser, Production Notes und die obligatorischen Cast & Crew-Informationen, da kann man nicht klagen. Die Code1-DVD wechselt für knappe 60,- DM (25$ Listenpreis) den Besitzer und wird diesem eine Menge Freude bereiten, besonders als Arnie- und Verhoeven-Fan. Jedem anderen sei der Film ans Herz gelegt, sofern er Ambitionen zur Science-fiction mit viel Action hegt.

Andre Schnack, 18.06.1998

  Film/Inhalt
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  Bild
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  Ton
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  Extras/Ausstattung
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  Preis-Leistung
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