Unstoppable

Action/Adventure/Thriller
Action/Adventure/Thriller

[Einleitung]
„Unstoppable“ gehört wahrscheinlich zu den wackeren Vertretern des Action-Thriller Genres, welches sich durch Höhen und Tiefen bewegt und die Kinolandschaft nach wie vor oftmals prägt. Mit einer einfachen und meist sehr rasch erzählten Geschichte wird durchtrieben von Action-Einlagen der Betrachter bei der Stange gehalten – so der Plan von Regisseur David Carson, der sich mit Wesley Snipes einen bekannten Namen mit ins Boot holte. In weiteren Rollen des 2004 abgedrehten US-amerikanischen Films sind Jacqueline Obradors, Stuart Wilson, Kim Coates, Mark A. Sheppard und Adewale Akinnuoye-Agabje zu sehen. Wir nahmen die DVD von Sony Pictures Home Entertainment genauer unter die Lupe und berichten.

[Inhalt]
Dean Cage (Wesley Snipes), Exsoldat für Sondereinsätze, wird mit einem CIA-Agenten verwechselt. Als Cage an dessen Stelle entführt wird, bekommt er eine bewusstseinskontrollierende Droge eingeflößt, die ihn hilflos der Manipulation durch fremde Gedanken ausliefert. Dean flieht und macht sich auf die verzweifelte Suche nach einem Gegenmittel. Zuerst muss er jedoch seine Feinde, seine inneren Dämonen und die Illusionen seines durch Drogen beeinflussten Zustands besiegen – sonst wird er den Tag nicht überleben.
(Quelle: Sony Pictures Home Entertainment)

[Kommentar]
„Du kannst niemanden halten, der sich nicht aufhalten lässt!“ – welch ein grandioser Presse-Text. Aber was steckt hinter „Unstoppable“? Ein Film, der sich nicht besonders tiefsinnig gibt und dennoch mit dynamischer Action und einer ausreichenden Spannung um die Gunst des Betrachters buhlt? Das versuchte Filmemacher David Carson auf jeden Fall mindestens zu erreichen. Und in einigen Zügen vermag „Unstoppable“ auch positiv Punkte zu verbuchen. So die teils sehr stimmungsvollen Aufnahmen und die scheinbar gute Ausstattung der Erzählung. Soviel zur Haben-Seite. Schwenken wir weg von der Schokoladen-Seite, so gibt sich die Geschichte zu selbstsicher und gar nicht so innovativ wie erhofft. Da nutzen auch die Anwendung verschiedener Tricks und vermeintlich exotischer Situationen nur wenig. Im Kern stößt „Unstoppable“ nicht vom Durchschnitt hervor.

Die darstellerischen Leistungen sind dazu ganz einfach zu flach und die Geschichte an sich zu unspektakulär. Wesley Snipes kann es besser, soviel steht fest. Und wenngleich er gerne als Action-Star ohne großartige schauspielerische Höchstleistungen bezeichnet wird, so liefert er in „Unstoppable“ eine brauchbare Performance. Mag auch ein wenig daran liegen, dass lediglich seine Gegenspieler schauspielerisch ebenfalls ganz gut zu Fuß sind und das weitere Cast dagegen verblasst. Tricktechnisch findet sich „Unstoppable“ nicht gerade in der Riege der Gänge-Menüs wieder, auch haben wir es beim Schnitt und der musikalischen Begleitung eher mit mittelprächtiger, konventioneller Hausmannskost zu tun.

[Technik]
Auffällig und schwierig zugleich ist der überwiegend dunkle, schattige 16:9-Bildtransfer. Abgemischt im anamorphen Breitbild-Gewand 1.85:1 entführt er in die nahezu ausschließlich nächtliche Welt von „Unstoppable“. Wir haben es immer wieder mit sehr kontrastreichen und knackigen Bildern zu tun, was für eine hohe Wertigkeit spricht. In der Tat weist das gesamte optische Geschehen eine rundum gute Figur auf. Es besticht durch saubere Konturen und eine ausreichend klare Konturenzeichnung, was dem Grad der Bilddetails zuträglich ist. Einzig die Farbgebung und der Kontrast leiden mit zunehmender Laufzeit ein wenig unter den Umständen, dass sehr viele dunkle Aufnahmen das Antlitz des Transfers bestimmen. Davon ab sind wir mit der gezeigten Leistung zufrieden. Kompressionsartefakte treten praktisch nicht auf.

Tontechnisch kann „Unstoppable“ die Muskeln spielen lassen. Denn die beiden Dolby Digital 5.1-Soundtracks in den Sprachen Deutsch und Englisch sorgen für eine lebhafte und dynamische Unterhaltung. Immer wieder brechen auf sämtlichen angeschlossenen Lautsprechern verschiedenste Sound-Effekte aus und es entsteht eine spürbare Räumlichkeit während der Action-Einlagen. Differenziert spielt der Mehrkanalton-Soundtrack aus was er kann und besticht mit einer differenzierten und sauberen Wiedergabe. In den ruhigeren Aufnahmen gewinnt die Lautsprecher-Front an Dominanz und bestimmt den Verlauf des Tons. Untertitel gibt es in Deutsch, Englisch für Hörgeschädigte und Türkisch.

[Fazit]
Wer in „Unstoppable“ einen überflüssigen Action-Streifen sieht, der irrt sich. Denn überraschenderweise weist dieser Film nicht nur eine plausible Story auf, die es schafft eine Laufzeit von rund 92 Minuten gekonnt zu unterhalten, sondern auch das notwendige Drumherum eines Wesley Snipes-Films. Natürlich haben wir es weder mit einer tiefgehenden Story zu tun, noch mit einem grandiosen, aufwendigen Blockbuster-Spektakel. Aber immerhin gibt es feiste Unterhaltung fürs schnelle Genre auf dieser einseitigen Dual-Layer-Disc (DVD Typ 9). Schade nur, dass wir es hier mit nahezu keiner Ausstattung zu tun haben. Neben einigen Trailern befindet sich absolut nichts mehr auf der Disc. Und das sehr einfach gehaltene Menü ist eigentlich gar keiner Erwähnung wert. Erscheinungstermin war der 25. Oktober 2005, der Preis liegt bei rund 20,- Euro und der Titel kommt ohne Jugendfreigabe in den Handel.

Andre Schnack, 03.01.2005

  Film/Inhalt
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  Bild
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  Ton
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  Extras/Ausstattung
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  Preis-Leistung
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