Utøya: 22. Juli

Drama/Thriller
Drama/Thriller

[Einleitung]
„Utøya: 22. Juli“ bedarf wohl keiner großen Erklärung des Titels. Und offen gestanden war ich einigermaßen überrascht darüber, dass wir einen Film darüber gemacht bekommen. Mit „Utøya: 22. Juli“ führt Regisseur Erik Poppe nach einem Drehbuch von Anna Bache-Wiig und Siv Rajendram Eliassen das aus, was auf der einst mit so positiven Themen verbundene Insel am 22. Juli 2011 geschah. In den führenden Rollen sehen wir Andrea Berntzen, Aleksander Holmen, Brede Fristad, Sorosh Sadat sowie Ada Eide vor der Kamera. Ich konnte mir das Drama aus Norwegen auf High Definition Blu-ray Disc genauer anschauen. Die Disc erscheint aus dem Angebot von universumfilm.

Inhalt

Die 18-jährige Kaja verbringt mit ihrer jüngeren Schwester Emilie ein paar ausgelassene Ferientage in einem Sommercamp auf der norwegischen Insel Utøya. Es gibt Streit zwischen den Schwestern und Kaja geht alleine zu dem geplanten Barbecue. Angeregt diskutieren die Jugendlichen über aktuelle politische Entwicklungen, als plötzlich Schüsse fallen. Erschrocken suchen Kaja und die anderen Schutz im Wald. Rasend kreisen ihre Gedanken. Was passiert um sie herum? Wer sollte auf sie schießen? Kein Versteck scheint sicher. Doch die Hoffnung auf Rettung bleibt. Und Kaja setzt alles daran, Emilie zu finden. Während die Schüsse nicht verstummen wollen.

Am 22. Juli 2011 werden 500 Jugendliche in einem Ferienlager auf der Insel Utøya von einem schwer bewaffneten Attentäter überfallen – ein Trauma, das Norwegen bis heute tief erschüttert. Um dem Täter die Bühne zu nehmen, stellt Regisseur Erik Poppe die Opfer in den Mittelpunkt seines Spielfilms. Konsequent aus ihrer Sicht inszeniert und in einer einzigen Einstellung gedreht, gelingt ihm eine atemlose Rekonstruktion des Geschehens von ergreifender Wucht. „Utøya: 22. Juli“ bleibt ganz nah bei seiner Hauptfigur Kaja – grandios verkörpert von Nachwuchstalent Andrea Berntzen, deren intensives Spiel uns in den Bann zieht und nicht mehr loslässt.
(Quelle: universumfilm)

[Kommentar]
Gedreht in einer einzigen Einstellung. Krass. Und das auf einer Laufzeit von rund 72, alleine diese Einstellung. „Utøya: 22. Juli“ schildert alles aus der Perspektive jener, die damals vor Ort waren, die Opfer. Es wird rasch klar, nachdem sich die Info aus Oslo über den Anschlag verbreitet, dass etwas auf der Insel passiert, als die ersten Schüsse zu hören sind. Diese dann aufkeimende, beklemmende Stimmung und erhöhe Angst gegenüber einem stetig Ungewissen treiben die Spannung von „Utøya: 22. Juli“. Und dabei kennen wir den Ausgang bereits aus der echten Katastrophe vor beinahe 8 Jahren. Doch trotzdem schufen die Macher eine intensive, beklemmende Atmosphäre mit ihrem Werk.

Kaja: I need to find my sister…

[Technik]
„Utøya: 22. Juli“ besticht durch eine maßgebende Eigenschaft: das Drehen der einzigen Einstellung massiven Ausmaßes. Alle High Definition-Blu-ray Disc Bilder finden hier in einem Rahmen von 1.85:1 statt. Die Aufnahmen sind in 1080p-Formatierung auf die Disc gebannt und erfüllen allesamt die Ansprüche des Inhalts. „Utøya: 22. Juli“ bietet überwiegend sehr natürliche, freundliche Farben eines vermeintlich sicheren Ortes, aufgeladen durch positive Stimmung der Events vorheriger Jahre. Doch die Stimmung ändert sich nun rapide, und mit ihr auch – meiner subjektiven Wahrnehmung nach – die positive Aura des Bilds. Fehler oder Rauschen sowie Kompressionsartefakte gibt es nicht.

Tontechnisch begibt sich der Ton auf kein dünnes Eis. Eher konservativ und doch nicht minder hochwertig im Klangbild, gestaltet sich der Dolby Digital 5.1 sowie Stereo-Ton; es sind die Sprachvarianten Deutsch und Norwegisch enthalten. „Utøya: 22. Juli“ bietet einen eher ruhigen Surround-Sound, der sich eher punktuell der Macht des Tons bedient, wenn die unheilbringenden Schüsse des todbringenden Wahnsinnigen durch die Luft zischen. „Utøya: 22. Juli“ bietet einen passenden und wirkungsvollen Ton, qualitativ in Ordnung und solide. Rauschen oder andere Probleme gibt es nicht.

[Fazit]
„Utøya: 22. Juli“ begibt sich thematisch in ein sehr schwieriges Terrain. Da ist es keine Überraschung festzustellen, das der Film eine norwegische Produktion ist. Diese tieftraurige, dramatische Erfahrung des norwegischen Volkes wurde professionell, eindrucksvoll inszeniert, und zwar auf einer Laufzeit von rund 97 Minuten. Diese befinden sich auf einer einseitigen und zweischichtigen Blu-ray Disc (BD 50), die mit einer Altersfreigabe von ab 12 Jahren daherkommt. Die Veröffentlichung erfolgte am 15. Februar 2019. Extras gibt es auch, und zwar:

  • Interview mit Hauptdarstellerin Andrea Berntzen und Regisseur Erik Poppe
  • Making of
  • Trailer

Der Abschluss ist dann noch ein Offline-Extra: ein Wendecover. Dies vor dem Hintergrund der bisherigen Erfahrungen mit dem Titel lassen zu einem rundum guten Ergebnis kommen. Doch eines muss man im Kopf behalten, dies ist eben kein Titel, den man sich häufiger anschauen wird, denke ich. Ein Drama, welches die wahren Ereignisse von 2011 in die Köpfe zurückbringt auf Blu-ray Disc. Gut gemacht, jedoch am Ende doch ein Stück weit Geschmacksache.

Andre Schnack, 26.02.2019

Film/Inhalt:★★★★☆☆ 
Bild:★★★★★☆ 
Ton:★★★☆☆☆ 
Extras/Ausstattung:★★★☆☆☆ 
Preis-Leistung★★★★☆☆