V wie Vendetta

Action/Thriller/Science-Fiction
Action/Thriller/Science-Fiction

[Einleitung]
Ein Drehbuch der Wachowski-Brüder ist die Grundlage dieses Films. Ein Film, der sich eines Themas annimmt, das man – wenn man genau hinschaut – vielleicht sogar auf der heutigen politischen Weltkarte vorfindet. Unter der Regie von James McTeigue konnte 2005 mit Natalie Portman, Hugo Weaving, Stephen Rea, Stephen Fry und John Hurt in den führenden Rollen entstehen. Die Rede ist von „V wie Vendetta“ (Originaltitel: V for Vendetta). Wie bereits „The Matrix“ entstand auch „V wie Vendetta“ auf Basis einer Comic-Vorlage. Wir konnten uns nun die deutschsprachige Fassung des Titels aus dem iTunes Store genauer anschauen und berichten.

[Inhalt]
In einem fiktiven Großbritannien der Zukunft: „V“ (Hugo Weaving) ein belesener und intellektueller, aber zugleich auch rachsüchtiger und brutaler Mensch hat sein Leben der Befreiung seiner Mitbürger verschrieben. Getrieben von persönlicher Vergeltungssucht will der maskierte Unbekannte mit gezielten Anschlägen die Führungsriege eines totalitären Regimes zur Strecke bringen, das sein Volk bedingungslos ausbeutet und tyrannisiert. Als Evey (Natalie Portman) Vs Geheimnis auf die Spur kommt, entdeckt sie auch die Wahrheit ihrer eigenen Vergangenheit – und entwickelt sich zu einer unerwarteten Verbündeten bei seinem Ziel, Freiheit und Gerechtigkeit für eine durch Grausamkeit und Korruption unterdrückte Gesellschaft zurückzugewinnen.
(Quelle: iTunes)

[Kommentar]
Bei einer zu entschärfenden Fliegerbombe ist das so eine Sache. Sie wurde von Kräften auf eine Mission geschickt, die dazumal die Welt – vor allem politisch betrachtet – verändern sollte. In einigen Fällen dauert die Mission bis heute an: Fehlzünder. Die Entschärfung der Bombe steht an. Letztgenannte bedeutet dann zwar noch viel Aufwand, jedoch nur überschaubaren Zeiteinsatz. Ist die Bombe entschärft, so ist die Gefahr gebannt.

Anders ist es heute und hier und auch im Film „V wie Vendetta“. Politisch betrachtet ist der Film eine Aussage gegen totalitäre Regimes und für freie Meinungsäußerung, aber er rückt auch das Bewusstsein der Menschen für medialen Einfluss in den Fokus und beschäftigt sich mit Korruption und Politik im Schatten der Angst. Vor allem aber ist „V“ ein Film über Rache. Die Rache eines Mannes, der sich – stets mit literarischen Bezügen – zweier Waffen zu bedienen weiss: das scharfe Wort und das scharfe Messer, eingesetzt mit tödlicher Präzision.

Und so bekommen wir es hier mit keiner Fliegerbombe zu tun, die es zu entschärfen gilt. Sondern mit einem eingespielten System einer Regierung, die keine Opposition duldet und ein eingeschüchtertes Volk, welches durch Ablenkung und Aufrechterhaltung abstrakter Feindbilder unterdrückt wird. Die Inszenierung ist sehr britisch, was die Sets, Masken und Ausstaffierungen betrifft. Die Inhalte haben Berechtigung und sollen den Betrachter einen Schritt zurück machen lassen, damit er das gesamte Bild sehen kann. Die darstellerischen Leistungen sind gut.

Auf das Virus der Angst – gesteuert durch machtgeile Politiker – entgegnet V mit einem Virus eines Freischlags. Ein Moment reicht, und die Welt stürzt um. Revolution. Seine Figur verkörpert dies gut, und wenn auch das Ende des Films ein wenig konstruiert wirkt und an Pathos nur so überquillt, die Atmosphäre stimmt und wirkt sehr intensiv.

Das Volk, eine beeinflussbare Masse dummer Mitläufer, kaltgestellt durch die Medien und dauerhafte TV-Propaganda. Das Polit-Büro, ein Haufen kuschender und machtgeiler Affen vor einem skrupellosen, stets seine wahren Absichten verklärenden Pseudo-Diktator, der sich als Groß-Kanzler ausgibt. Seine Schergen, vergleichbar mit Verbrechern, handeln willkürlich und nach eigenem Ermessen auf den eigenen Vorteil. Das ist „V wie Vendetta“.

[Technik]
Das gebotene Breitbild entspricht den Erwartungen und stellt eine recht düstere Welt dar. Richtigen Sonnenschein, ausgeleuchtete und von farbiger Intensität geprägte Aufnahmen sind kaum von der Partie. Eher sind es zwar kontrastreiche und authentisch wirkende Szenen, jedoch zum höchsten Anteil unter künstlicher Ausleuchtung, dunkel und von Schatten durchzogen. Details kommen entsprechend dieser Grundlage zur Geltung und auch die Kantenschärfe hätte einen Deut besser ausfallen können. Insgesamt bin ich jedoch zufrieden und erfreue mich an einem tollen Film in einem technisch gelungenem Format.

Auch beim Ton kommt ein gutes Bild zum Zuge. Denn wir erhalten – was leider keinerlei Standard im iTunes Store darstellt – beide Tonfassungen, das englischsprachige Original und den deutschen Synchronton. Das ist schön, denn es lohnt sich auch den englischsprachigen Sound einmal zu genießen, mir gefiel das weitaus besser als die deutsche Version. „V wie Vendetta“ bietet allerdings ausschließlich Stereo-Ton, dabei gibt es den Film mittlerweile in tollen Mehrkanalton-Tonbegleitungen. Wer hier bereit ist Abstriche zu machen, der erhält eine gute Stereo-Qualität.

[Fazit]
133 Minuten Spannung in einem sympathischen, atmosphärischen und technisch rundum gelungenen Gewand. Ein Thema, das jeden etwas berühren und angehen sollte, denn in der Realität würde es einen jeden in einem solchen Regime betreffen, wahrscheinlich sogar spürbar. „V wie Vendetta“ nimmt ca. 1,5 Gigabyte Kapazität auf der Festplatte, bzw. dem Wiedergabe-Medium ein. Extras oder weitere Materialien oder Informationen sind der Datei nicht gegönnt. Die Altersfreigabe von „V“ liegt bei ab 16 Jahren. Wer den Titel bereits auf Standard- oder High Definition sein eigen nennt, muss für sich entscheiden, ob es ihm rund 10,- Euro wert sind. Wer ihn noch nicht hat, der darf zugreifen, wenn er denn nicht vor Stereo Ton zurück schreckt.

Andre Schnack, 11.09.2012

  Film/Inhalt
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  Bild
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  Ton
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  Extras/Ausstattung
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  Preis-Leistung
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