Vengeance – Pfad der Vergeltung

Action/Crime/Thriller
Action/Crime/Thriller

[Einleitung]
Nicolas Cage wandelt auf dem Pfad der Gerechtigkeit – na, wenn das mal nichts Gute verheisst. Oder? Früher, da war das so, denn sein Name war stets verbunden mit grandioser, kurzweiliger Action. Dann, um die Jahrtausendwende wurde es leiste um Mr. Cage. Hier vor der Kamera mit Don – Miami Vice – Johnson, Deborah Kara Unger sowie Anna Hutchison. Hinter der Kamera stand Regisseur Johnny Martin, der sich nach dem Drehbuch von Joyce Carol Oates richtete. Diese High Definition Blu-ray Disc hingegen kommt von Concorde Home Entertainment und ich konnte mir ein genaueres Bild über die Qualitäten und Vorzüge der Disc machen.

[Inhalt]
Nach einer Feier zum Amerikanischen Nationalfeiertag wird die alleinerziehende Mutter Teena vor den Augen ihrer Tochter von einer Gang brutal angegriffen und vergewaltigt. Obwohl die Täter schnell überführt sind, gelingt es deren windigem Anwalt dennoch, einen Freispruch zu erwirken. Schockiert über das unverständliche Urteil, entscheidet der ermittelnde Detective John Dromoor, selbst für Gerechtigkeit zu sorgen und begibt sich auf einen blutigen Rachefeldzug gegen die Gangmitglieder.
(Quelle: Concorde Home Entertainment)

[Kommentar]
Immer wenn ich an Nicolas Cage denke, dann kommen mir maßgeblich zwei Titel in den Kopf, schlagartig sozusagen. Einmal ist das „The Rock“ von 1996 von Regisseur Michael Bay mit Sean Connery an der Seite von N. Cage. Und dann – ein Jahr später – natürlich der fabelhafte John Woo Film „Face/Off“ (hierzulande: Im Körper des Feindes). Ja, das waren, vergleichbar zu „Con Air“ noch die großen Momente des Nicolas Cage. Heute sieht die Welt anders aus. Ich war gespannt auf seine Rolle in dem frischen US-amerikanischen Titel, der sich handwerklich nach der Ansicht eher wie ein mit beschränkten Mitteln produzierter TV-Film anfühlt, als eine Big Budget-Hollywood Produktion. Doch vielleicht ist das eine Stärke?

Denn wenn hier etwas gut gelingt, dass ist es die Beziehung zwischen der gut erzählten, unterhaltsamen und wenngleich wenig farbintensiven und poppigen Geschichte und der Figur, die hier brillant von Nicolas Cage dargestellt wird. Diese beiden Faktoren retten hier so manches und machen aus dem gesamten Konstrukt eine Sache, die gut funktioniert. Ähnlich wie in „The Equalizer“ und nicht ganz so brachial und perfekt wie in „John Wick“ geht es auch hier in „Vengeance“ her. Der Name ist Programm. Mir schien es hier und dort absolut nachvollziehbar, wie die Hauptfigur handelt, wohl Wissend, dass es vor dem Recht nicht richtig und legal, also erlaubt war…

Es kommt aktuell wieder etwas in Mode. Die Welt in der bisherigen Ordnung wandelt sich, um es mal diplomatisch auszudrücken. Alles verändert sich, was nichts schlimmes ist, so lange noch irgendwo Menschen mit Verstand, Werten und Gehirn an den Strippen ziehen. Hoffentlich. Auf jeden Fall kommt grad der Titel „Death Wish“ mit Alt-Meister und Action-Ikone Bruce Willis in die Kinos und gibt damit ein Remake auf den Klassiker „Ein Mann sieht rot“ mit Charles Bronson. Ob das alles so sein soll? Nein, aber trotzdem hat „Vengeance – Pfad der Vergeltung“ nicht nur einen wummigen, ernsten Titel, sondern handelt auch so und ist damit ein Lichtblick in der Karriere des Nicolas Cage.

[Technik]
Das Amerika der neuesten Zeitrechnung hat wenig wahrlich schöne Bilder in den Nachrichten zu bieten. Überwiegend geht es dort recht brachial zu, so wie wir uns das eben im Wilden Westen so vorstellen. Schnelle Schnitte, schnittige Kameraeinstellungen, denkwürdige Momente, all das passt gut zu der gebotenen Technik und umgekehrt. Das Ableben des Partners, all diese miesen Momente wirken inhaltlich sowie visuell trist und trostlos. Gut gemacht, von einer handwerklich-, technischen Perspektive bewertet. Rauschen oder Störungen gibt es nicht, auch arbeitet die Kompression weitgehend sehr sauber. Ich hätte mir etwas mehr Bildschärfe und Detailtiefe gewünscht, da wir es ja hier schlussendlich mit High Definition Technik zu tun bekommt.

Neben dem oben umschriebenen Bildformat im 16:9-Format 1.85:1 gibt es auch High Definition Ton. Einem 1080p Geschehen wurde ein DTS-HD Master Audio 5.1-Sound in wahlweise deutscher Sprache oder dem englischen Original gegönnt. Ebenfalls gibt es noch einen deutschsprachigen Dolby Digital 2.0-Ton und Untertitel für Hörgeschädigte auf dem Silberling vorzufinden. Das ist nun nicht sonderlich üppig von der Ausstattung und der angebotenen Palette, wenn man es so nennen mag. Doch technisch alles prima gelungen, die Blauen Bohnen sausen um die Ohren, oftmals rückt der inhaltliche Hintergrund in den akustischen Vordergrund und reisst die Dominanz an sich. Gut gemacht, nur selten ist die Sprache dann zu leise und droh etwas unterzugehen.

[Fazit]
Ich hatte schon bessere Rache-Filme vor den Augen, ja, ich gestehe. Doch ich hatte sehr lange keinen besseren Nicolas Cage-Film vor den Augen, in dem Nicolas Cage eine wirklich überzeugende Leistung abliefert und so einen actiongeladenen, kurzweiligen und unterhaltsamen Zeitvertreib darstellt. Das ist alles höchst positiv gemeint. Klar, der Film hat objektiviert einige und zuweilen auch intensive Schwächen. Trotzdem gefiel er mir auf der Laufzeit von rund 99 Minuten auf dieser einseitigen und zweischichtigen Blu-ray Disc (BD 50). Die FSK liegt bei weniger überraschenden ab 16 Jahren und Erscheinungstermin war der 7. Juni 2018, Preis rund 13,- Euro. Extras? Eine kurze Featurette und Trailer.

Andre Schnack, 20.06.2018

Film/Inhalt:★★★☆☆☆ 
Bild:★★★★☆☆ 
Ton:★★★★★☆ 
Extras/Ausstattung:★★☆☆☆☆ 
Preis-Leistung★★★☆☆☆