Vergiss Amerika

Drama
Drama

[Einleitung]
Kinowelt / Arthaus veröffentlicht „Vergiss Amerika“ von der 32jährigen, deutschen Regisseurin Vanessa Jopp nun als Code2-DVD Version für den deutschen Markt. Der Film wurde 2000 abgedreht und Ende des Jahres in die Kinos gebracht. Das Drama um eine große Liebe, eine dicke Freundschaft und dem Verlauf des Lebens wurde mit Marek Harloff, Roman Knizka und der ausgesprochen hübschen Franziska Petri besetzt. Wir schauten uns das gute Stück genauer an und berichten im Folgenden über die Neuerscheinung im Rental-Bereich.

[Inhalt]
Amerika ist ziemlich weit weg. Jedenfalls viel zu weit entfernt von dem kleinen ostdeutschen Kaff, in dem David (Marek Harloff) und Benno (Roman Knizka) große Zukunftspläne schmieden: Benno träumt vom Handel mit amerikanischen Straßenkreuzern, und David von einer Karriere als Starfotograf. Auch als die lebenslustige Anna (Franziska Petri) auftaucht und sich in den wilden Draufgänger Benno verliebt, bringt das die beiden Freunde nicht auseinander. Doch Anna geht nach Berlin, um Schauspielerin zu werden. Als die drei sich nach Monaten wiedersehen, sind alle Träume wie Seifenblasen zerplatzt. Als sich Anna auch noch in David verliebt, dreht Benno völlig durch…

[Kommentar]
Regisseurin und Drehbuchautorin Vanessa Jopp schuf einen schönen Film. Etwas schwermütig und melancholisch, jedoch nicht trauernd oder selbstbemitleidend – die Geschichte von „Vergiss Amerika“ ist eine gute Geschichte, und sie macht durch ihre Vielfältigkeit Spaß. Im Kern geht es um die Freundschaft zwischen David und Benno und ihrer Liebe zu Anna. Es geht auch um das Auseinanderleben der Zwei, und um den unterschiedlichen Pfad des Lebens, den sie einschlagen. Aber stets halten alte Bande aus Freundschaft die kleine Gemeinschaft zusammen, wenn auch durch Anna spürbare Spannungen auftreten. Den Machern gelang es durch ein hervorragendes Cast und eine sehr nah am Leben erzählte, authentisch wirkende Geschichte eine dichte Stimmung aufzubauen. Motto: aufstehen und weitermachen – denn es muss weitergehen. Und letztlich ist es diese Atmosphäre, die gute Filmmusik und die Klasse Geschichte, die „Vergiss Amerika“ zu einem sehr gelungenen Film aus Deutschen Landen auszeichnen.

[Technik]
Technisch muss die DVD leider ein paar Rügen mitnehmen. Das Geschehen spielt hier im 1.85:1-Breitbildformat. Der Transfer wurde anamorph erweitert auf dem Silberling abgelegt und überzeugt durch gesättigte Farben, einen harmonischen Kontrast und den Farbumfang. Minuspunkte gibt es aber reichlich in den Kategorien lästiges Bildrauschen, ausreichende Schärfe und hoher Detailgrad. Die beiden letzteren resultieren aus dem nicht ganz zu erklärenden Bildrauschen, welches des öfteren einsetzt. Hingegen sehr sauber gibt sich die Kompression.

Der Film kommt im deutschen Originalton im Format Dolby Surround (Dolby Digital 2.0), weitere Tonspuren wurde nicht auf der Disc abgelegt, deutsche, optionale Untertitel für Gehörlose hingegen sind vorhanden. „Vergiss Amerika“ ist stark dialogorientiert und lebt auch von der Musik – und in diesen beiden Kategorien gefällt die Leistung der Dolby Surround-Tonspur auch gut. Leider ist sie im Raumklang nicht sonderlich stark, mehr als einige Hintergrundgeräusche und die voluminöse Musik gibt es da nicht zu vernehmen. Das Gebotene wurde rauschfrei und frei von anderen Störungen abgemischt.

[Fazit]
„Vergiss Amerika“ macht Spaß, wirkt und regt sogar zum Nachdenken an. Ein schöner Film, erzählt von einer talentierten Regisseurin, die über die Fähigkeit verfügt, eine Geschichte glaubhaft und realitätsnah zu erzählen. Das rund 87minutenlange Movie befindet sich auf einer einseitigen Dual-Layer-Disc (DVD Typ 9) und wurde mit ein paar Extras ausgestattet, die da wären: ein sehr informatives Interview mit der Regisseurin, Starinfos in Form von Texttafeln, ein Videoclip, der Trailer zum Hauptfilm und weitere 6 anderer Kinowelt / Arthaus-Erscheinungen. Zu erreichen sind sämtliche Features über ein passend designtes und mit Musik unterlegtes Menü. Freigegeben ab 12 Jahren: eine intensive, direkte Erzählung und gleichzeitig auch der ersten Spielfilm einer talentierten Filmemacherin. Die Rental-Fassung (hier getestet) erschien am 17. Juli, am 4. September folgt dann die Verkaufsversion zu einem empfohlenen VK von 49,95 DM. Ein schöner Film auf einer durchaus akzeptablen DVD.

Andre Schnack, 27.07.2001

  Film/Inhalt
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  Bild
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  Ton
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  Extras/Ausstattung
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  Preis-Leistung
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