Verrückte Weihnachten

Comedy/Family
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[Einleitung]
Mit „Verrückte Weihnachten“ kann Sony Pictures Home Entertainment eventuell bereits jetzt die Weihnachtsstimmung einläuten und vermag an Pfeffer-Gebäck, Tannenbäume und Schneelandschaften zu erinnern. Der Film mit dem Originaltitel „Christmas With The Kranks“ erscheint in den Hauptrollen mit Tim Allen, Jamie Lee Curtis, Dan Aykroyd, Cheech Marin und M. Emmet Walsh und wurde 2004 als US-amerikanische Produktion abgedreht. Das Drehbuch schrieben John Grisham und Chris Columbus. Wer hat schon Lust auf weihnachtliche Stimmung und eine Comedy von Regisseur Joe Roth mit Tim Allen? Also, auf das Rentier und los geht’s, zum Test von „Verrückte Weihnachten“ von Sony Pictures Home Entertainment.

[Inhalt]
Geschenke, Lichter, Christbaum und der Weihnachtsmann – ihr ganzes Leben lang haben die Kranks gerne Weihnachten gefeiert. In diesem Jahr soll alles anders sein. Blair (Julie Gonzalo), die Tochter von Luther (Tim Allen) und Nora Krank (Jamie Lee Curtis) verbringt die Feiertage in Peru, und das sonnige Poster der Karibik im Fenster eines Reisebüros bringt Luther auf eine Idee: Wenn die Kranks die Feiertage eh‘ ohne ihren Nachwuchs verbringen müssen, könnten sie doch eigentlich in die Sonne fahren. Doch die Nachbarn sind schockiert: Weihnachten ohne die Kranks? Undenkbar! Kurz vor der Abreise aber bekommen die Kranks einen Anruf von Blair: Sie hat sich entschieden, die Feiertage nun doch zuhause zu verbringen. Jetzt haben Luther und Nora weniger als 24 Stunden Zeit, sich selbst und ihre Nachbarn wieder in die richtige Weihnachtsstimmung zu versetzen…
(Quelle: Sony Pictures Home Entertainment)

[Kommentar]
Schauspieler Tim Allen assoziiere ich immer mit der Sitcom „Hör‘ mal wer da hämmert“, auch bekannt unter „Tool Time“. Doch mit Komödien-Titeln wie „Galaxy Quest“ oder „Joe Jedermann“ bewies Mr. Allen auch sein Potenzial zu größer angelegten Comedy’s fürs Kino. Für „Verrückte Weihnachten“ trommelte man nun gute Darsteller zusammen, um ein Weihnachtsfiasko ohne gleichen zu designen, welches in bester Chevy Chase-Manier am Stuhl von „Hilfe, es weihnachtet sehr“ bzw. „Schöne Bescherung“ sägen soll. Doch gelang dieses Vorhaben und werden die Lachmuskeln und das Zwerchfell auch einem gesunden Dauerstress ausgesetzt? Wir konnten uns davon ein Bild machen und wissen, dass diese Aussage nur bedingt zutreffend ist. Wie schade, denn ab und an hat mich „Verrückte Weihnachten“ echt zum Lachen gebracht.

Die Grundideen der Geschichte sind denkbar einfach und gleichermaßen zeitlos. Der Aufbau und die Konstruktion des Ablaufs fordern nach anfänglicher Trägheit zunehmendes Tempo, und dieses wird auch geboten. Die Katastrophe – das anstehende Weihnachtsfest – nimmt ihren Lauf und es bäumt sich ab und an der Gedanke „nein, nicht auch das noch“ beim Betrachter auf. Das künstlerische Niveau eines Chevy Chase-Films wird dabei nicht annähernd erreicht und es gibt leider auch weniger zu lachen dabei. Wer jedoch etwas Geblödel mag und wen es nicht stört, dass die Chemie zwischen den Beteiligten verbesserungswürdig ist, der kann hier durchaus Spaß haben, der einen zudem auf Weihnachten einstimmt und mit einer gelungenen Atmosphäre aufwartet.

[Technik]
Mit dieser DVD gewinnt der Hersteller Sony Pictures keine Referenz-Preise, sondern geht einen routiniert soliden Weg. Der 16:9-Transfer in 2.40:1 zeigt sich dabei von einer flexiblen und vielseitigen Seite und stellt die sehr unterschiedlich ausgeleuchteten Sets und Umgebungen sehr angenehm dar. Der Kontrast der winterlichen Umgebung gefällt und wir haben es mit feinen Abstufungen im Weiß des Schnees genau so zu tun wie mit knackigen, poppigen Lichterketten und anderen Schmuck-Utensilien. Die Abgrenzung durch filigrane Konturen ist gegeben und der Detailgrad überraschend hoch und überzeugend. Ein Lob geht auch an der Plastizität des Geschehens und der Harmonie zu. All das aufgezählte an wichtigen Bild-Zutaten gebührt Zuspruch, denn das Sehvergnügen wird den Ansprüchen gerecht und stellt somit zufrieden. Störungen oder Artefaktbildung bleiben aus.

„Verrückte Weihnachten“ gehört zur Sparte der Comedys. Dies soll keinesfalls bedeuten, dass lediglich den Actionfilmen räumlich-lebhafte Surround-Kulissen vorbehalten sind, es gibt jedoch schon ein wenig die Richtung des zu erwartenden Tons an. Dieser wurde abgemischt im Dolby Digital 5.1-Format auf der DVD abgelegt. Und zwar in den Sprachfassungen Deutsch, Englisch und Französisch. Optionale Untertitel können in insgesamt 5 Sprachen hinzugeschaltet werden. „Verrückte Weihnachten“ besticht durch eine besinnliche Akustik, die nur selten die Contenance verliert. Stellenweise gewinnt die räumliche Weite durch den Einsatz auf den hinteren Lautsprechern gelungen dazu. Im Allgemeinen halten hingegen die Sprachausgabe und die musikalische Begleitung das Zepter in der Hand. Die eingeschränkte Weite stört nicht, denn die Qualität stimmt.

[Fazit]
Sony Pictures Home Entertainment veröffentlicht „Verrückte Weihnachten“ am 08. November zum nahezu üblichen Preis von knapp 20,- Euro. Die rund 95minutenlange Komödie befindet sich auf einer einseitigen Dual-Layer-Disc (DVD Typ 9) und fühlt sich technisch darauf sehr wohl. Der Titel ist völlig ungefährlich und kommt somit ohne Altersbeschränkung daher. Das kann bedenkenlos verschmerzt, gar gefeiert werden, der Verlust an Bonusmaterialien hingegen ist bedauerlich und bereitet Abzug in der B-Note. Da würde selbst ein besonders guter Film drüber hinweg helfen, denn lediglich 4 Trailer und ein 15minutenlanges Feature über die Beleuchtung der Straße des Haus der Kranks, ziehen hier den Karren nicht mehr aus dem Dreck. Wer also über Defizite in der Ausstattung hinwegsieht, der erhält einen unterhaltsamen und recht lustigen Film geboten.

Andre Schnack, 09.11.2005

  Film/Inhalt
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  Bild
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  Ton
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  Extras/Ausstattung
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  Preis-Leistung
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