Waking Life

Animation/Drama/Fantasy/Mystery
Animation/Drama/Fantasy/Mystery

[Einleitung]
Richard Linklater führte bei „Waking Life“ Regie und drehte den Titel 2001 als US-amerikanische Filmproduktion ab. Regisseur Linklater begeisterte das Publikum weltweit mit „A Scanner Darkly – Der dunkle Schirm“ 2006, doch eben zuvor 2001 kam ebenfalls mit „Waking Life“ ein visuell sehr ansprechender Film. Diese US-amerikanische Zeichentrick-Kreation soll künstlerische Züge haben, eben über die eines normalen Spielfilms hinaus. Wir waren gespannt. Maßgeblich standen die Darsteller Ethan Hawke, Trevor Jack Brooks und Lorelei Linklater vor der Kamera, so dass die animierten Mimen auch möglichst menschlich wirken. „Waking Life“ erscheint von capelight pictures und wir sahen uns diese Blu-ray Disc mit High Definition Inhalten genauer an.

[Inhalt]
„Waking Life“ erzählt die Geschichte eines jungen Mannes und seiner Reise durch die Welt der Träume: eine Welt der Weisheiten des 20. Jahrhunderts, in die Sphäre von Sein und Geist. In seinen surrealen Traum- und Wachsequenzen begegnet er Freunden, Fremden und berühmten Persönlichkeiten wie Julie Delpy, Ethan Hawke, Regisseur Steven Soderbergh und Richard Linklater höchst selbst. Sie philosophieren über den Sinn des Lebens, über menschliche Existenz, Reinkarnation, Wahrnehmung, über Realität. Geplagt wird unser Protagonist dabei von der wachsenden Erkenntnis, dass er in seinen Träumen gefangen ist – und es aus unerfindlichen Gründen nicht schafft, aufzuwachen…
(Quelle: capelight)

[Kommentar]
Künstlerisch angehauchte Filme können gut wie auch weniger gut sein, wie jeder andere Film auch. Wenn jedoch der Film an sich, genau so wie es hier der Fall ist, zum Kunstwerk selbst wird, dann kann es kritisch werden. Doch um diese Gefahrenzone schifft „Waking Life“ gekonnt. Und zwar bedient sich der Film dazu einer Story, die ungewöhnlich unstrukturiert und doch strukturiert wirkt. Das liegt an der gekonnten Verkettung der verschiedenen und tatsächlich oftmals sehr variierenden Themenschwerpunkte, die die verschiedenen Figuren mehr oder weniger erfahren oder von ihnen berichten. Dazu gesellt sich dieser ungemein wirkungsvolle und doch erst befremdliche Stil.

Denn eine Frage der Optik ist auch immer eine Frage der Wertung, zumindest zu einem bestimmten Teil. „Waking Life“ gehört zu den wenigen Stücken, die es über die Grenzen der Visualisierung hinaus schaffen, über andere Elemente die Schattenseiten der Stilumsetzung zu kompensieren. So auch hier. Es sind die Story-Komponenten, die Charaktere, die Sets, bzw. gezeichneten und animierten Umgebungen und eben das gesamte Zusammenspiel. Dabei fällt auch die musikalische Seite mehr ins Gewicht, als ich vorerst annahm.

Der Vertrieb schreibt über den eigenen Film „Ein impressionistisches Gemälde auf Leinwand und eine faszinierende Mischung aus Eye-Candy und philosophischem Tiefgang.“ – und ja, das kann ich unterstreichen und empfinde die Beschreibung tatsächlich als vortrefflich und absolut zutreffend.

[Technik]
Diese Stilrichtung ist keinesfalls ein Gut, welches es dem Transfer besonders einfach macht. Eher das Gegenteil liegt vor. Denn die oftmals etwas zitterig dargestellten Farben haben Pastelltöne oder aber sehr dichte, plakative Farbtöne im Programm des 1080p Transfers im Format 1.85:1. Dann wackeln einige Bildelemente rigoros, um Bewegung und Dynamik zu verdeutlichen. Technisch kann man das alles hier nicht besser oder viel sinnvoller abbilden. Da bin ich sicher. Allerdings müssen wir auch festhalten, dass Details, wenn denn vorhanden, stets ordentlich und sehr sorgfältig abgebildet worden sind. Auch finden wir kein Rauschen oder andere Verunreinigungen vor. Kompressionsartefakte sind ebenfalls nicht mit von der Partie.

Tontechnisch gibt es den Film in einem Modus zu Gesicht und Gehör, der keine Superlativen darstellt. Es gibt DTS-HD Master Audio 5.1 in deutscher und wahlweise auch englischer Sprachausgabe. Ebenfalls sind optional einzuschaltende Untertitel in den beiden vorgenannten Landesfassungen mit auf dem Datenträger abgefasst. Qualitativ haben wir mit allen Aufgeboten des akustischen Segments kein Thema. Doch bei der Bewertung der räumlichen Wirkung schaut es schon ein wenig anders aus. Hier gewinnt vor allem die Sound-Front an Aufmerksamkeit des Betrachters, wie schade. Hintenrum passiert nur selten etwas, und wenn, dann nicht sehr laut.

[Fazit]
Ich konnte mich nach nur kurzer Eingewöhnungszeit schnell mit den starken Auswirkungen des Stilmittel-Einsatzes anfreunden. Bedeutet jedoch auch, es gibt definitiv eine Eingewöhnungszeit. Macht aber nichts, wenn man denn einem inhaltlich ebenfalls eher experimentell ausgerichteten Film eine Chance geben möchte. Auf der Laufzeit von ca. 101 Minuten bietet der ab 12 Jahren freigegebene Titel nicht nur einen Hauptfilm, sondern auch noch weitere Minuten, verursacht durch die folgenden Bonusmaterialien:

– Audiokommentar mit Regisseuren, Darstellern sowie Produzenten
– deutschsprachiger Trivia-Track über dem gesamten Film
– Live Action „Greatest Hits“ (ca. 12 Min.)
– Animationssoftware Tutorial (ca. 20 Min.)
– Featurette (ca. 4 Min.)
– 19 entfallene, alternative und Test-Szenen
– Kinotrailer

Diese Extras sind inhaltlicher Natur ganz gelungen, vom Umfang her rechtfertigen sie keine besondere Nennung im Titel à la Special Edition o.ä.. Doch das gibt es bei diesem capelight pictures High Definition Titel auch nicht, denn er erscheint recht unspektakulär ausgestaltet im normalen Blu-ray Case. Die Menü-Navigation geht gut von der Hand, ansonsten gibt es nur noch das Wende-Cover zu nennen und das Angebot ist in seiner Gänze vorgestellt. Erscheinungstermin ist der 13. April, der Preis liegt bei rund 15,- Euro.

Andre Schnack, 11.04.2012

  Film/Inhalt
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  Bild
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  Ton
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  Extras/Ausstattung
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  Preis-Leistung
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