Weiblich, ledig, jung sucht… 2 – Der Psychopath

Thriller
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[Einleitung]
Immer wieder frage ich mich angesichts der anhaltenden Innovationsflaute in Hollywood, wann kommt der nächste „so und so“-Film, an denen man sich allzu gerne erinnert? Oftmals fühlt man sich emotional an Werke wie „Krieg der Sterne“ oder aber „Der Herr der Ringe“ erinnert, meint aber auch allzu gern übersehene Produktionen, die nicht ganz so viel Aufsehen erregt haben. 1992 sorgte „Weiblich, ledig, jung sucht…“ von Barbet Schroeder für eine spannende und gute Unterhaltung. „Weiblich, ledig, jung sucht… 2 – Der Psychopath“ (Originaltitel: Single White Female 2 – The Psycho) erschien 2005 als Video-Produktion von Regisseur Keith Samles. In den Hauptrollen: Kristen Miller, Allison Lange, Todd Babcock, Francois Giroday und Rif Hutton. Wir schauten uns die DVD von Sony Pictures Home Entertainment genauer an und berichten.

[Inhalt]
Als Holly Parker (Kristen Miller) in ihr neues Apartment einzieht, glaubt sie, die perfekte Mitbewohnerin gefunden zu haben: Tess Kositch (Allison Lange), eine nette, schüchterne junge Frau, die sich liebend gerne mit ihr anfreunden will. Doch hinter Tess‘ schüchterner Fassade verbirgt sich eine Killerin, eine Frau, die glaubt, dass es im Leben nichts Schöneres gibt, als eine Freundin unter Schmerzen zu töten. Und Schmerzen hat Holly in letzter Zeit reichlich erlitten, nachdem ihr Freund sie betrogen hat und ein Kollege ihre Beförderungschancen sabotiert hat. Dabei braucht Holly sich gar keine Sorgen zu machen. Tess wird sich um sie kümmern. Denn Holly ist ihre Freundin. Und für eine Mörderin wie Tess gibt es keine schönere Belohnung, als Freundinnen von ihren Schmerzen zu erlösen.
(Quelle: Sony Pictures Home Entertainment)

[Kommentar]
Was ist „Weiblich, ledig, jung sucht… 2 – Der Psychopath“ für ein Film? Ein einfach nur aufgepeppter Dreiecksbeziehungs-Thriller? Dieser Annahme könnte man nach Ablauf der ersten 10 Minuten bereits unterliegen. Allerdings wäre dieses Urteil zu voreilig. „Single White Female 2: The Psycho“ will inhaltlich an den 1992 abgedrehten Vorgänger anknüpfen, schafft dies jedoch aufgrund zahlreicher inhaltlicher Mankos nicht ganz. Zu günstig wirkt die Video-Titel Produktion in einigen Momenten, wogegen sie auch durchaus ihre spannenden und unterhaltsamen Momente hat. Dazu gehören für Männer wahrscheinlich auch die sehr leicht verdaulichen und weniger dialoggetriebene Sequenzen unter Einblendung der leicht bekleideten Damen. Doch wenn ein Film dies bereits als Instrument einsetzt und nicht als Eye-Catcher mit Unterstreichungs-Charakter, so kann nicht gerade von inhaltlicher Güte gesprochen werden.

Wenn man sich auf ein qualitativ nicht ganz so hochwertiges Filmvergnügen einlässt, dann erhält man hier einen ganz unterhaltsamen und teils sogar sehr spannenden Thriller geboten. Den Fans des ersten Films werden die zu nahen Analogien und Strukturähnlichkeiten wahrscheinlich ein wenig enttäuschen. Denn zu ähnlich sind sie, um als unabhängig zu gelten. Der Spannungsbogen wurde gut gestaltet und es baut sich eine ausreichend dichte Stimmung auf, die den Betrachter mit in ihren Bann zieht. Die vermeintlich beste Freundin entpuppt sich nach und nach immer mehr zu einem absolut getriebenen Monster und einer brutalen und skrupellos besessen Irren. Dieser Aspekt am Film gefällt, fasziniert und beängstigt zugleich. Darstellerisch besetzte man relevante Rollen passend und mit ausreichend guten Darstellern.

[Technik]
In der Regel unterscheidet sich eine Video-Produktion nicht nur inhaltlich von einer fürs Kino produzierten, sondern auch qualitativ. Was sich indirekt zumeist auf die DVD-Veröffentlichung des Titels auswirken kann, aber nicht muss. „Weiblich, ledig, jung sucht… 2 – Der Psychopath“ erstrahlt mittels eines 16:9-Widescreen-Transfers im Ratio 1.85:1 und macht sich anamorph auf der Mattscheibe breit. Es gestaltet sich ein annehmbarer Anblick, denn großartige Mängel können binnen der ersten Minuten nicht festgestellt werden. Natürlich können Kantenschärfe und Detailreichtum nicht mit einer aktuellen Blockbuster-Auskopplung mithalten, befinden sich jedoch auf einem angenehmen Niveau und geben keinen Grund zur Besorgnis. Immer wieder überzeugt der Kontrast, wenngleich die teils spärliche Ausleuchtung eine adäquate Darstellung erschwert.

„Weiblich, ledig, jung sucht… 2 – Der Psychopath“ bietet Dolby Digital 5.1 Ton in den Sprachen Deutsch und Englisch. Optional gibt es Untertitel in den Sprachen Deutsch, Englisch und Türkisch. Tontechnisch befindet sich der Film auf dem Niveau einer guten TV-Produktion, was die Ansteuerung des angeschlossenen Lautsprecher-Sets betrifft. Höhen und Tiefen befinden sich in der Norm, der Bass wirkt sauber und weder besonders zurückhaltend, noch aufdringlich. Sprachausgabe und Musik erklingen vorrangig aus der Boxen-Front, in den spannungsgeladenen Momenten nimmt auf die spürbare Weite der Akustik zu, was ein leichtes Räumlichkeitsgefühl vermittelt. Nennenswerte Surround-Effekte gibt es nicht.

[Fazit]
Auf einer Laufzeit von rund 88 Minuten wird ein solider Video-Thriller geboten, der inhaltlich seinem Vorgänger zu sehr ähnelt und von daher autonom betrachtet werden sollte. „Weiblich, ledig, jung sucht… 2 – Der Psychopath“ erscheint am heutigen Tage, dem 10. Januar 2006 zu einem Preis um die 20,- Euro. Das ist nicht wenig Geld und wer hadert sollte sich – wenn nicht bereits geschehen – die Anschaffung vom ersten Film „Weiblich, ledig, jung sucht…“ für rund die Hälfte des Kaufpreises überlegen. Das Menü der einseitigen Dual-Layer-Disc (DVD Typ 9) bietet wenig fürs Auge und noch weniger an Bonusmaterial. Bis auf eine Handvoll Trailer können der Disc keinerlei Extras entlockt werden. Freigegeben ab 16 Jahren und nur echten Fans des ersten Films zu empfehlen, die auch bereits sind ihre Erwartungen ein klein wenig zurückzuschrauben.

Andre Schnack, 16.01.2006

  Film/Inhalt
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  Bild
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  Ton
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  Extras/Ausstattung
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  Preis-Leistung
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