Weisser Oleander

Drama
Drama

[Einführung]
universumfilm bringt uns den 2002 unter der Regie von Peter Kosminovsky abgedrehten Streifen „Weisser Oleander“ als deutschsprachige Code2-DVD in die Regale. Die US-Produktion wurde mit folgenden Darstellern in den wichtigsten Figuren besetzt: Alison Lohman, Michelle Pfeiffer, Renée Zellweger, Amy Aquino, Scott Allan Campbell, Billy Connolly, Marc Donato, Svetlana Efremova und Noah Wyle. Der Film entstand nach dem Roman von Janet Fitch. Die Drehbucharbeiten wurden von Mary Agnes Donoghue ausgeführt. Wir warfen einen prüfenden Blick auf die DVD.

[Inhalt]
Als die exzentrische Künstlerin Ingrid (Michelle Pfeiffer) erfährt, dass ihr Lebensgefährte Barry (Billy Connolly) sie verlassen will, dreht sie durch: Sie vergiftet den Geliebten mit einem tödlichen Oleander-Extrakt. Hauptleidtragende dieses Verbrechens aus Leidenschaft ist ihre Tochter Astrid (Alison Lohman), die nach der Inhaftierung der Mutter halt- und orientierungslos von einer Pflegefamilie zur nächsten weitergereicht wird und hier und dort schmerzliche Erfahrungen sammelt. Erst unter der liebevollen Obhut der unglücklich verheirateten Claire (Renée Zellweger) findet Astrid die Kraft und Reife, sich aus dem Schatten der übermächtigen Mutter zu befreien, die sogar vom Gefängnis aus mit Argusaugen über ihre Tochter wacht…

[Kommentar]
„Weisser Oleander“ – ich dachte nur, welch ein sonderbares Drama verbirgt sich wohl hinter diesem Titel? Mit den ersten Minuten waren dann auch die Zweifel verronnen und wie weggewischt. Denn nicht nur die sehenswerte Darbietung von Michelle Pfeiffer und der jungen Alison Lohmann zeichnen diesen Film aus, sondern vielmehr die wirklich fesselnde Geschichte voller Ereignisse, die sich kaum jemand in sein eigenes Leben wünscht. Es geht dabei nicht unbedingt um Schicksal, sondern vielmehr um die psychologische Steuerung und Manipulation eines Menschen. Die Inszenierung von Regisseur Kosminovsky gelang gut, was an Talent und Drehbuchvorlage, respektive der guten Geschichte der Autorin Janet Fitch, liegt. Ohne zu viel verraten zu wollen, fesselt die Beziehung zwischen Mutter und Tochter und die psychologischen Tricks und Ansichten des Pfeiffer-Charakters ungemein. Gute Kameraeinstellungen und ein stimmungsvoller Soundtrack tun ihr übriges dazu bei.

[Technik]
Technisch betrachtet eine DVD, die sich über dem Durchschnitt einfindet. Der 1.85:1 Transfer wurde auf der Disc anamorph codiert abgelegt. Er schwächelt bei der Kontrastabbildung und auch bei der Kantenschärfe des Geschehens sichtbar, auch treten leichte Nachzieheffekte (Ursache: Rauschfilter) auf. Die Farbwiedergabe geht in Ordnung, die Sättigung befindet sich im Mittelfeld. Artefakte, Drop-Outs oder sonstige Verunreinigungen sind nicht auszumachen. Tonal kann die DVD überzeugen, wenn sie sich aufgrund des Sujets jedoch nicht mit Actionfilmen oder Vorzeige-DVDs messen kann und vergleichen lässt. Es gibt Dolby Digital 5.1-Sound in den Sprachen Deutsch und Englisch. Optionale Untertitel gibt es ebenfalls in diesen zwei Sprachfassungen. Der seichte und temporär intensiv werdende Musik-Track begleitet das Geschehen kräftig und dicht. Durch ihn und sinnvoll platzierte Hintergrundgeräusche entsteht Räumlichkeit und hochwertige Klang-Atmosphäre. Die Sprachausgabe ist Kernstück des Tons und erklingt klar und deutlich aus dem Center-Speaker.

[Fazit]
„Weisser Oleander“ von universumfilm steht als Film und DVD Erscheinung in einem guten Licht. Der Film, 105minutenlang und in 22 Kapitel unterteilt, befindet sich auf einer einseitigen Dual-Layer-Disc (DVD Typ 9) und fühlt sich dort wohl. Ein ansprechend gestaltetes Menü – welches Animationen unterliegt – bietet Zugriff auf die Ton- und Untertitel-Einstellungen und folgendes Bonusmaterial: ein Audiokommentar, 9 Trailer in Form einer Trailershow, deutscher und englischer Kinotrailer, 2 TV-Spots, 5 Interview-Ausschnitte (je um die 3 bis 4 Min.), Bio- und Filmografien, rund 3minutenlange Hinter-den-Kulissen Aufnahmen, 6 geschnittene Szenen und eine Bildergalerie. Inhaltlich weniger spektakulär, dennoch einen Blick wert. Das Drama ist ab 12 Jahren freigegeben und erschien in dieser Form am 08. September zu einem üblichen Preis.

André Schnack, 26.09.2003

  Film/Inhalt
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  Bild
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  Ton
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  Extras/Ausstattung
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  Preis-Leistung
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