Wie ein einziger Tag

Drama/Romance
Drama/Romance

[Einleitung]
Liebesfilme gibt es viele. Doch nur wenige haben das Zeug zum echt guten Liebesfilm, der auch noch gewissermaßen nachwirkt. Wenn es richtig gut kommt, dann hat er auch noch ein paar gute Einzeiler zu bieten. Also (be)merkenswerte Sätze, was für eine Romanze Gefahren dahingehend birgt, als dass stets der Klischee-Vorwurf hinter jeder saftig inszenierten Situation versteckt liegt… Wie dem auch sei, zurück zu Regisseur Nick Cassavetes’ Stück von 2004 nach einem Drehbuch von Jeremy Leven und Jan Sardi nach dem gleichnamigen Roman von Nicholas Sparks. In den führenden Rollen sehen wir Rachel McAdams, Ryan Gosling, James Marsden, James Garner und Gena Rowlands. Ich sah mir die High Definition Blu-ray Disc des Titels „Wie ein einziger Tag“ an.

[Inhalt]
In den 1940er-Jahren reist eine junge Frau in die Küstenstadt Seabrook/North Carolina, um den Sommer mit ihrer Familie zu verbringen. Die noch nicht 20-jährige Allie Hamilton (Rachel McAdams) lernt dort auf einem Jahrmarkt den jungen Noah Calhoun (Ryan Gosling) kennen. Noah spürt sofort, dass er und Allie füreinander bestimmt sind. Zwar ist sie eine wohlhabende Debütantin, und er arbeitet in der Mühle – aber im Laufe eines sorglos-leidenschaftlichen Sommers verlieben sich die beiden unsterblich.

Der Zweite Weltkrieg trennt Allie und Noah, ohne dass sie je vergessen, was sie einander bedeuten. Als Noah Jahre später aus dem Krieg heimkehrt, ist Allie zwar unwiederbringlich aus seinem Leben verschwunden – doch in seinem Herzen behält sie ihren Platz. Noah weiß es zwar noch nicht, aber auch Allie ist inzwischen nach Seabrook zurückgekehrt. Sie ist allerdings verlobt mit dem reichen Soldaten Lon (James Marsden), den sie als freiwillige Helferin in einem GI-Lazarett kennen gelernt hat.

Jahrzehnte später: Ein Mann (James Garner) liest einer Frau (Gena Rowlands), die er regelmäßig im Pflegeheim besucht, aus einem verblichenen Notizbuch vor. Ihre Erinnerung ist zwar verblasst, aber sie lässt sich von der ungestümen Liebesgeschichte zwischen Allie und Noah mitreißen – und für kurze Zeit durchlebt sie noch einmal die Leidenschaft jener stürmischen Tage, als die beiden sich schworen, niemals auseinander zu gehen…
(Quelle: Warner Home Video)

[Kommentar]
Ein Film über Träume, große Träume und die große Liebe. Aber auch über das Bewusstsein, dass eine gute und noch so wunderschöne Zeit begrenzt, ja endlich sein kann und vermutlich sogar ist. Und eine Geschichte über Verletzlichkeit und den impulsiven Umgang mit intensiven Gefühlen, die uns zu dem machen, was wir sind, Mensch. All das findet hier im Setting einer Zeit statt, die nicht grad für emotionale Offenheit und liberalen Umgang mit Themen der Beziehung bekannt ist. Macht auch nichts. Es herrscht eine klassische Ausgangssituation und ein ebenfalls verständliches Wertesystem vor. Klassenunterschiede? Unerwünscht! Und so kommt es, dass wir es mit einigen gesellschaftlichen Herausforderungen zu tun bekommen, ganz toll inszeniert und filmerisch umgesetzt vor dem Hintergrund einer spürbaren und romantischen Liebesgeschichte, die drei maßgeblich verfilmte Phasen durchschreitet und dabei stets alles auf die verpflichteten Darsteller setzt – und damit gut fährt.

Wünsche und gegenseitige Anforderungen und Bedingungen, die sich aus der Situation und der Historie der einzelnen Figuren ergeben, stehen dabei im Vordergrund. Immerhin geht es um die liebe Liebe. Nicht immer treibt sie die beteiligten in Situationen, auf die man vorbereitet gewartet hat. Wie facettenreich und schön sie sein kann zeigt sie in Momenten, mit denen vielleicht gar nicht zu rechnen war. Aber auch die Seiten unerfüllter oder unerwiderter Liebe, die eine Seele zerfressen und zerstören können, kommen hier eben vor. Für mich ein wunderbarer Film mit schönen Versprechen und romantischen und fein gewobenen Momenten voll Liebe zweier Menschen. Filmisch ist das gesamte Werk einfach hinreissend gelungen und weist zwei funktionierende Säulen im Aufbau auf: Ryan Gosling und Rachel McAdams in den beiden führenden Rollen. Ausgesprochen hilfreich, wenn dann auch noch die Chemie zwischen den beiden Darstellern stimmt. Ist hier so. Auch bei Garner und Rowlands.

Handwerklich bindet der Titel die Aufmerksamkeit des Zuschauers durch gut fotografierte Aufnahmen und eine gelungene und schöne Kombination mit einer passenden, stimmungsvollen Filmmusik. Dabei stimmt dann alles von den Sets bis hin zu den Kostümen und Masken. Die zeitlichen Blenden und Darstellerungsarten sowie der Verlauf gefallen wirklich ganz gut und bieten ein buntes Spektrum an überraschend vielfältigen Situationen. Die musikalischen Darbietungen sind dabei ebenfalls zeitgenössisch und zudem unterhaltsam sowie hochwertig dargestellt. Die Melange aus Bild und Ton geht auf, Heureka! In der Folge dieser Arbeit entsteht eine dichte und gute Stimmung. Ein schöner Liebesfilm.

[Technik]
Diese Blu-ray Disc hat ein ordentliches Bild aufzuweisen. Es gefällt von Beginn an gut und versteht auch die überwiegend natürlichen und von Natur geprägten Blickfänge adäquat darzustellen. „Wie ein einziger Tag“ braucht keinesfalls mehr, als hier auch geboten wird. Schöne Farben, schöne Kontraste und eine ausreichende Kantenschärfe erfüllen die Anforderungen weitgehend und hieven das dargebotene Programm auf ein Niveau im oberen Mittelfeld. Da gibt es größer und weniger groß angelegte Produktionen mit zum Teil noch besserer Technik. „Wie ein einziger Tag“ verzeiht jedoch auch gegebenenfalls auftauchende Fehler im Ablauf und bricht sich dabei keinen Zacken aus der Krone. Rauschen, Verunreinigungen oder gar Kompressionsartefakte treten nicht auf den Plan.

Tontechnisch gibt es von keinen großen Arien zu berichten. Jedoch eines ist klar, hier wird versucht mit den Emotionen der Zuschauer zu jonglieren. Und das auch erfolgreich. Denn der überwiegend ausreichend räumliche Surround Sound im Format Dolby Digital 5.1 in den Sprachen Deutsch, Englisch sowie Russisch bietet einiges an Anlass. Eine englischsprachige Dolby TrueHD 5.1-Spur rundet das Angebot ab. „Wie ein einziger Tag“ kombiniert einen Dialog, der nicht sonderlich wort- jedoch sehr inhaltsreich ist. Die Schwere der gesprochenen Dinge ist kaum erträglich und wirkt sich unmittelbar auf den Gemütszustand aus. Viele Emotionen kommen hier zur Geltung. Tolle Sache!

[Fazit]
Ein ganz wunderbarer Film, der über Dekaden und mehrere Erzählebenen eine ganz wunderbare, herzerwärmende, hoffnungsverheissende und romantische Liebesgeschichte spinnt. Ein Film über Liebe. Über Momente des Schicksals, die jedwede Planung über den Haufen werfen und vielleicht auch ein wenig das ausmachen, was Leben und Liebe bedeuten. Auf einer Laufzeit von rund 124 Minuten gibt es schöne Momente, die sich wohl vorrangig an ein weibliches Publikum richten. Mir gefiel der Film, denn handelt es sich doch einfach um einen sehr atmosphärischen und schönen Liebesfilm. Punkt. Abgelegt auf einer BD50 fühlt sich der Film mit einer FSK von ab 6 Jahren wohl. Erschienen am 30. März 2009, kostet heute noch rund 8,- Euro. Wer ihn nicht kennt, kaufen und anschauen.

Andre Schnack, 02.06.2014

Film/Inhalt:★★★★☆☆ 
Bild:★★★★☆☆ 
Ton:★★★☆☆☆ 
Extras/Ausstattung:★☆☆☆☆☆ 
Preis-Leistung★★★★☆☆