Zulu

Crime/Drama/Thriller
Crime/Drama/Thriller

[Einleitung]
Ich mag es Herrn Whitaker vor der Kamera zu sehen. Viele große Filme tragen seine schauspielerische Handschrift, einige Figuren funktionieren nur durch sein Talent. In „Zulu“ spielt er an der Seite von Orlando Bloom und ermittelt in einem bestialischen Mordfall in einer angespannten Zeit und Situation in Südafrika. Die Regie vollführte Jérôme Salle nach einem Drehbuch, welches er gemeinsam mit Julien Rappeneau ausarbeitete. Dies geschah nach einer Romanvorlage von Caryl Ferey. Uns liegt eine Standard Definition DVD vor, ich konnte mir ein genaueres Bild vom Inhalt, Technik und Ausstattung machen und berichte.

[Inhalt]
In Kapstadt wird die blutüberströmte Leiche einer 20jährigen Frau gefunden. Alles deutet zunächst auf einen Mord im Drogenmilieu hin. Doch Mordkommissionschef Ali Sokhela (Forest Whitaker) merkt schnell, dass der Fall bis in die Zeit der Apartheid zurückreicht. Gemeinsam mit Kollege Brian Epkeen (Orlando Bloom) stellt er fest, dass neben den Dealern der Townships auch Schlüsselfiguren des alten Regimes in die Sache verwickelt sind. Je weiter die Polizisten in Ihren Ermittlungen fortschreiten, desto gefährlicher werden die Folgen für sie selbst, ihre Kollegen und Angehörigen. Auch die eigenen inneren Dämonen kommen immer mehr zum Vorschein.
(Quelle: Studio Hamburg enterprises)

[Kommentar]
Oha, dachte ich. Vielleicht wieder so ein Film, der großteils versucht auf die Namen der großen Schauspieler zu setzen. Doch damit kommt kein Erfolg zustande. Mit dem recht simplen Titel „Zulu“ begibt sich Regisseur Jérôme Salle nach Südafrika. Politisch betrachtet kein einfaches Land. Hier finden wir ein ausreichend interessantes Setting wieder. Glaubhaft, eben inmitten eines korrumpierten Systems angesiedelt, mit viel organisiertem Verbrechertum und Gewalt. Nach gutem strebende, vergebende Menschen sind da wohl eher die Seltenheit.

Forest Whitaker ist groß. Seine Leistung hier zeigt einmal wieder, dass ein ganzer Film durch ihn aufgewertet werden kann. Seine feinfühlige Zeichnung des traumatisierten Und desillusionierten farbigen Polizisten ist wahrlich fabelhaft. Und das richtet sich in keinem Moment gegen Orlando Bloom, der hier meines Erachtens ebenfalls sehr gut spielt und die Figur des Brian absolut glaubwürdig und doch mit ausreichender Lässigkeit mimt.

Spannend, düster und brutal erzählt. Auch die Darstellung, bzw. die Erzählung als Film lässt diesbezüglich nicht zu wünschen übrig. Denn die Anwendung körperlicher Gewalt tritt hier zuhauf zutage, und wenn, dann ordentlich hart, vielleicht sogar realistisch, ich weiß es nicht. Dabei wird der rote Faden der Story stets beibehalten und erkennbar verfolgt. Darstellerisch gelingt der Besetzung eine gute Gesamtnote. Auch erzählerisch kann dem Regisseur beigepflichtet und ein Lob für das Drehbuch ausgesprochen werden.

[Technik]
„Zulu“ kann aber leider nicht nur positiv von sich reden machen. Mithin kommen wir zu den technischen Aspekten, zum 16:9-Transfer im Format 2.35:1. Nicht die gesamte Zeit hinweg kann man mit dem Ergebnis zufrieden sein. Denn hier und dort hinterlässt das Geschehen einfach einen nicht mit den Anforderungen übereinstimmenden Eindruck. Der Kontrast ist durchweg leicht überzeichnet. Auch kann die Detailgenauigkeit und die Kantenschärfe als nicht gut bezeichnet werden. Ein wenig zu unscharf und matschig wirken hin und wieder die Aufnahmen insgesamt. Rasche Bewegungen und Schnitte tun dem Transfer keinen sichtlichen Gefallen. Kompression, gut.

Tonal kommt hier einiges auf das Parkett. Wir haben ruhigere und stille Momente auf der einen Hand, auf der anderen Hand hingegen lautstarke Auseinandersetzungen, Schüsse und zackige, dynamisch verlaufende Handlungssequenzen. All das befindet sich in einem gut abgefassten akustischen Kostüm wieder. Formatiert im Mehrkanaltonformat Dolby Digital 5.1 gelingt eine ordentliche und rundum solide Abbildung. Wahlweise stehen dabei die Sprachfassungen Deutsch sowie Englisch an. Untertitel konnte ich dem Datenträger nicht entlocken. Abschließend bleibt ein rundum solides Ergebnis festzuhalten.

[Fazit]
Mir hat der Film gut, in Teilen sogar sehr gut gefallen. Am Ende ist die Verteilung der unterschiedlichen Themen innerhalb der Story nicht immer glücklich gewichtet, jedoch kommen wir mit dem Aufbau und Ablauf der spannenden Geschichte gut klar. Die Laufzeit von rund 110 Minuten fühlt sich auf der einseitigen und zweischichtigen DVD (des Typus 9) recht wohl, zur Technik sei oben bereits alles an notwendigen Worten verloren. Kommen wir zu den Extras, sie sind marginal vorhanden: Interviews und Kleinigkeiten, die keiner gesonderten Erwähnung wert sind. Davon ab gibt es noch den Erscheinungstermin, fixiert mit dem 31. Oktober, zu erwähnen. Ebenfalls nennenswert die Altersfreigabe von ab 18 Jahren und ein Preis von rund 14,- Euro.

Andre Schnack, 23.10.2014

Film/Inhalt:★★★★☆☆ 
Bild:★★★☆☆☆ 
Ton:★★★☆☆☆ 
Extras/Ausstattung:★★☆☆☆☆ 
Preis-Leistung★★★☆☆☆