Bulb Fiction – Die Lüge von der Energiesparlampe

Dokumentation
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[Einleitung]
Im Rahmen des Dokumentations-Angebots von Netflix finden wir auch den Titel „Bulb Fiction – Die Lüge von der Energiesparlampe“. Kurzerhand angeschaut möchte ich im folgenden über meine Erfahrungen mit dem Streaming-Titel sprechen. Regisseur Christoph Mayr arbeitete hinter der Kamera nach seinem eigenen Drehbuch. Es ist sozusagen sein Film. Die Hauptrolle bleibt zweifelsfrei der Glühbirne selbst vorbehalten, und eben ihrer Geschichte, die in der jüngsten Moderne einen Lauf nahm, der bei genauerer Betrachtung vielleicht andere Motivationen erkennen lässt, als anfänglich augenscheinlich anzunehmen ist? Diese Standard Definition Streaming Version von Netflix war mein Opfer für knapp über eine Stunde. Ich berichte im folgenden.

[Inhalt]
Wir schreiben das Jahr 2012. Immer mehr Menschen gehen auf die Straße, um ihrem Unmut Ausdruck zu verleihen. „Wutbürger“ ist zu einem Synonym geworden für Menschen, die wieder mitreden wollen, die sich nicht länger von der Politik und der Wirtschaft, von Interessenverbände und Lobbyisten an der Nase herumführen lassen wollen. Sie demonstrieren gegen Atomkraft, gegen Stuttgart 21, gegen Fluglinien über Wohn- und Naturschutzgebiete, gegen den eigenen Bürgermeister, gegen vermeintliches Bio-Benzin. Und sie protestieren vor allem für ihr gutes Recht in Entscheidungsprozesse wieder einbezogen zu werden.

Bei dem Verbot der Glühbirne kamen sie zu spät. Alle Glühlampen mit mehr als 60 Watt sind bereits ausgestorben. Alle anderen werden folgen. Der einzige Grund: Ein EU-Beschluss, angeblich der Umwelt zu liebe. Dass sich hinter der Entscheidung für die umstrittenen und quecksilberhaltigen Energiesparlampen nicht der Umweltschutz, sondern wieder einmal nur wirtschaftliche und politische Interessen verbergen, das deckt der Dokumentarfilm „Bulb Fiction“ auf. Die Industrie braucht Umsätze, NGOs müssen ihren Spendern beweisen, dass sie ihre Anliegen durchsetzen können und Politiker schauen meistens nur, woher die nächsten Wählerstimmen kommen.
(Quelle: Lighthouse Home Entertainment)

[Kommentar]
Offen gestanden war ich anfänglich etwas skeptisch, doch versuchte ich entsprechend unvoreingenommen an das Werk heran zu treten. Mit „Die 4. Revolution“ gibt es ein Stück, dass sich mit der unterschiedlichen politischen Ausrichtung der Stromgewinnung auseinandersetzt. Hier hingegen geht es um einen Beschluss, ein Gesetz und seine weitreichenden Folgen. „Bulb Fiction“ hat eine eindeutige Ausrichtung darauf, zu hinterfragen, wer welche Interessen bei der Entscheidungsfindung vertrat und wer wirklich dahinter steht und einen wahren Nutzen hegt. Und dabei kam ein interessant erzählter Dokumentarfilm heraus.

Ein bisher wenig gestresstes Thema, dass hier aufbereitet und abgespielt wird. Sehr interessant, da wir alle praktisch Berührungspunkte mit dem Gesetz hatten oder haben. Denn Leuchtmittel sind ein sehr gebräuchliches Gut, welches häufig verbraucht wird (durch Verschleiss/Verbrauch). Ganz wichtige, relevante wirtschaftliche Zusammenhänge sind ebenfalls dabei zu bedenken. „Bulb Fiction“ widmet sich einer Thematik und zeigt mögliche Interpretationen auf, mit denen nicht jeder einverstanden sein wird. Die Macher rücken sich damit natürlich nicht in das rühmliche Rampenlicht aus jedermanns Sicht.

[Technik]
Technisch kann man der Sendung keine negative Kritik gegenüber aussprechen. Denn die Anforderungen seitens des inhaltlichen Materials halten sich auch entsprechend in Grenzen. Der 16:9-Transfer weist die typischen Eigenschaften eines Films auf, der zeitweise eben mit Amateur-Equipment aufgenommen worden ist. Da ist die prima Ausleuchtung keinesfalls der Standard und hier und dort rauscht es auch gehörig. „Bulb Fiction“ kann sich jedoch über seine recht kurz bemessene Laufzeit retten und hinterlässt einen ordentlichen Eindruck, der in Ordnung ist. All das variiert eben je nach Alter, Qualität und materialbedingter Einschränkungen. Kompressionsartefakte treten nicht im nennenswerten Umfang auf.

Tontechnisch sieht es nicht unbedingt viel besser aus. Denn „Bulb Fiction“ setzt vor allem auf ein Tonelement: die Sprachausgabe. Alles bleibt verständlich, unabhängig der qualitativen und altersbedingten Einflüsse auf die Stereo-Darbietung, mit deutschen Untertiteln. Informationen können auf diesem Wege wunderbar vermittelt und transportiert werden, Freunde von technisch hochwertiger Präsentation der Akustik hingegen schauen in die Röhre. „Bulb Fiction“ besinnt sich eben auf das wesentliche und vergisst dabei leider ein wenig, was noch so möglich ist. Auch in Anbetracht der inhaltlichen Ausprägung.

[Fazit]
„Bulb Fiction“ besitzt eine kurzweilige Laufzeit von rund 75 Minuten und entführt uns in ein Thema, dass mir seitens der zeitgemäßen Presse etwas anders in Erinnerung blieb. Doch genau darum geht es eben hier auch inhaltlich. Die Standard Definition Darbietung ist in Ordnung, der Umfang hingegen lässt – wie immer bei Video-On-Demand Angeboten – stark zu wünschen übrig. „Bulb Fiction“ befindet sich seit Herbst 2012 im Handel. Diese Netflix Präsentation ist ebenfalls bereits erhältlich. Die Altersfreigabe liegt bei ab 6 Jahren, wobei der Inhalt klar auf ein reiferes Publikum ausgerichtet ist und auch nur dort funktionieren kann. Interessant, ansehen.

Andre Schnack, 21.05.2015

Film/Inhalt:★★★★☆☆ 
Bild:★★★☆☆☆ 
Ton:★★★☆☆☆ 
Extras/Ausstattung:★☆☆☆☆☆ 
Preis-Leistung★★★☆☆☆