Die ALDI-Brüder

Drama
Drama

[Einleitung]
Darsteller Arnd Klawitter, Christoph Bach, Peter Kurth, Ronald Kukulies standen mit weiteren vor der Kamera in einem Film, der nun unter dem Titel „Die ALDI-Brüder“ auf DVD erscheint, und zwar aus dem Angebot von universumfilm. Regisseur Raymond Ley führte nach einem Drehbuch von Mira Thiel durch das Leben der Brüder, die uns eine der erfolgreichsten Discounter-Ketten überhaupt bescherte: Aldi, die Mutter aller Discounter! Auch bekannt unter dem Namen „Aldi – Eine deutsche Geschichte“ bietet der Film somit einen interessanten Komplex über die Familie Aldi, welche es weitgehend geschafft im öffentlichen Leben keine Rolle zu spielen. Was taugt nun der Spielfilm über das Thema?

[Inhalt]
ALDI ist eine Weltmarke. Doch wer steckt dahinter? Nach dem Zweiten Weltkrieg übernehmen die Brüder Theo und Karl Albrecht das „Karl Albrecht-Lebensmittel-Geschäft“ ihrer Mutter und machen daraus einen Selbstbedienungsladen. Im Essener Nordosten, wo für wenig Geld hart gearbeitet werden muss, ein vielversprechendes Geschäftsprinzip. Als das Wirtschaftswunder Fahrt aufnimmt, bleiben die katholischen Albrecht-Brüder dennoch bescheiden und fleißig. Doch im Zuge der immensen Expansion kommen Spannungen auf.

Die Folge: Theo und Karl Albrecht teilen die Bundesrepublik in ALDI Nord und ALDI SÜD auf. Das Handelsimperium wächst weiter, ebenso wie ihr Reichtum. Die Brüder Albrecht leben zurückgezogen, die Öffentlichkeit erfährt nur wenig über sie. Das ändert sich, als im November 1971 der jüngere der Brüder, Theo Albrecht, 17 Tage lang entführt wird. Nach diesem Martyrium ist das Leben der Albrechts ein anderes. Der spannende TV-Film schildert zum ersten Mal das Leben der Familie, die hinter dem Unternehmen ALDI steht.
(Quelle: universumfilm)

[Kommentar]
Ich habe diesen Fehler schon einige Male gemacht und ging irgendwie auf Grund des Titels und Themas davon aus, dass es sich beim vorliegenden Medium um eine Dokumentation, also eine sachlich getriebene Veröffentlichung handelt. Falsch gedacht, denn hier geht es um einen – ich würde sagen – Spielfilm, produziert fürs Fernsehprogramm. Das muss auch überhaupt nichts bedeuten, doch tut es das hier schon ein wenig. Denn die Tiefe der Story, diese gespaltene Familie (so wird es zumindest dargestellt) und all das Authentische an den Hintergründen des Films, all das kommt nicht derart zur Geltung, wie ich es mir gewünscht hätte.

Handwerklich fehlt der letzte Schliff an den Sets. Kostüme, Masken und der Habitus der Menschen vor der Kamera sind allesamt in Ordnung und vermitteln einen gelungene Eindruck und ausreichend Stimmung. Die intensive Atmosphäre, die es bei einem ernstzunehmenden Kino-Titel geben sollte fehlt hier leider. Mag auch ein wenig an den Darstellern liegen. Sie sind in Ordnung, doch niemand sticht besonders hervor. Nun, das mag alles etwas nach einem gewissen Jammern auf hohem Niveau klingen, ist es wohl auch. Doch warum sollte „Die ALDI-Brüder“ diesen Vergleich auch scheuen, immerhin ist der Name von Welt.

[Technik]
Wir bekommen es mit recht gewöhnlich anmutenden Bildern zu tun. „Die ALDI-Brüder“ sind keinesfalls derart hochwertig gefilmt wie ein Kino-Titel, haben jedoch eine rundum solide und sehr ordentliche Wiedergabegüte aufzuweisen, die gesamte Laufzeit hinweg. So gibt es neben einem ordentlichen Kontrast mit natürlichen Farben auch eine ausreichend hohe Kantenschärfe. Die Ausleuchtung hätte hier und dort etwas besser ausfallen können. Rauschen oder Verunreinigungen gibt es aus meiner Warte nicht zu beklagen. Auch arbeitet die Kompression unauffällig und das Bild wirkt ausreichend ruhig.

Neben dem oben beschriebenen 1.78:1-Transfer mit anamorpher Abtastung gibt es im Bereich des Sounds Dolby Digital 2.0-Sound in ausschließlich deutscher Sprachausgabe, was weniger überraschend ist bei einer deutschsprachigen Produktion. „Die ALDI-Brüder“ bietet kein sonderlich weites Spektrum und auch einen nennenswert dynamischen Surround-Sound. Es herrscht eher die Einstellung, dass man sich mit allem auf das tonale Zentrum konzentriert. Am Ende mündet dies auch in einer hohen Verständlichkeit, da die Musik und Hintergrundgeräusche von der Sprache klar getrennt sind.

[Fazit]
Am Ende gewinnt der Titel mit Sicherheit durch den bekannten Namen an Aufmerksamkeit, ob er dann den Erwartungen gerecht werden kann, steht auf einem anderen Blatt. „Die ALDI-Brüder“ besitzt eine Laufzeit von rund 88 Minuten und eine Altersfreigabe von ab 12 Jahren. Die Disc weist keinerlei nennenswerte Extras auf, die Ausstattung beschränkt sich also auf den Hauptfilm. Veröffentlicht wurde der Titel auf DVD am 26. Oktober 2018 und er kostet rund 14,- Euro im Handel. Wer sich auch gewissermaßen ein Stückchen Deutsche Geschichte ansehen möchte, der liegt hier richtig.

Andre Schnack, 31.10.2018

Film/Inhalt:★★★☆☆☆ 
Bild:★★★★☆☆ 
Ton:★★★☆☆☆ 
Extras/Ausstattung:★★☆☆☆☆ 
Preis-Leistung★★★☆☆☆