Aftershock – Die Hölle nach dem Beben

Horror/Thriller
Horror/Thriller

[Einleitung]
Die guten alten Katastrophenfilme gibt es heute so nicht mehr. Überzogen gesprochen reichte es früher aus, wenn aus mehr oder spektakuläre Art und Weise ein Wolkenkratze in Flammen aufging, so lang dies heute bei weitem nicht mehr aus. Vielmehr muss heute praktisch die gesamte Stadt explodieren, bis ausreichend Aufmerksamkeit des Publikums gezogen ist. „Aftershock“ lässt von der ersten Wirkung gleich einen direkten Bezug zum Thema Erdbeben zu. Sein Untertitel „Die Hölle nach dem Beben“ unterstreicht dies… Ich schaute mir den Film von Regisseur Nicolás López, der auch zusammen mit Guillermo Amoedo das Drehbuch schrieb, genauer an.

[Inhalt]
In Chile findet man wirklich alles: atemberaubende Landschaften, heiße Ladies, coole Typen und die wildesten Partys, die man sich vorstellen kann. Für einen amerikanischen Touristen (Eli Roth), von seinen chilenischen Kumpeln Ariel (Ariel Levy) und Pollo (Nicolás Martinez) nur „Gringo“ genannt, ist der Trip der Himmel auf Erden – nur mit den Mädels will es bis jetzt noch nicht so recht klappen…

Gringos Glück scheint sich zum Besseren zu wenden, als die Jungs ein echt heißes Trio kennen lernen: das russische Model Irina (Natasha Yarovenko), das scharfe Nonstop-Partygirl Kylie (Lorenza Izzo) und ihre nachdenklich-ernsthafte Schwester Monica (Andrea Osvárt). Doch eine Nacht im angesagtesten Club von Santiago wird zu einem Albtraum aus Terror und Panik, als ein verheerendes Erdbeben das Urlaubsparadies heimsucht und dem Erdboden gleich macht. Jetzt muss die Gruppe um ihr Leben laufen und auch kämpfen – verfolgt von Plünderern, entflohenen Häftlingen und den unausweichlichen Nachbeben…
(Quelle: universumfilm)

[Kommentar]
„Aftershock“, welch’ ein Titel. Und dann soll der Titel bitte schön aber auch Programm sein. Was hier nicht der Fall ist. So etwas ist dann doof. Denn zu günstig, so denke ich, ist dann die finanzielle Decke am Ende doch gewesen. Ordentliche visuelle Effekte kann der Film bieten, hier und dort geht ihm allerdings die Puste auf halber Strecke aus und es braucht alles viel zu lange, bis es zum Erdbeben kommt. Die Figuren? Leider etwas zweidimensional und simpel, hier verpasste man eine gute – und sichere – Chance, dem gesamten Komplexität und Leben, somit auch Nähe zum Zuschauer, zu verleihen. Schade und irgendwie auch ärgerlich. Zu grob gestaltete man den Aufbau und den Ablauf, wenngleich einige gelungene und gruselige Szenen dabei sind.

[Technik]
Rundum ordentliche, überwiegend warme Farben schmücken ein 1.85:1-Geschehen, dass keinesfalls günstig produziert wirkt. Dies ist als Lob zu verstehen, allerdings kommt auch rasch der Schatten zum Vorschein. Meistens sind die Aufnahmen von ziemlich nah dran. Kurzum, der Aufwand hielt sich in Grenzen. Szenen, wie in der 22 Minute die Fahrt in der Seilbahngondel, sind eher die Seltenheit. Die Nahaufnahmen bieten jedoch ausreichend gute technische Darbietungsgüte. So sind die Farben ausreichend kräftig und entsprechend etwas plastisch. Rauschen oder Verunreinigungen bleiben aus und die Kompression des 1080p Geschehens lässt sich sehen.

Mehrkanalton ist ebenfalls in High Definition vorhanden. Und zwar in Form zweier Soundtracks im Format DTS-HD 5.1 Master Audio, eben einmal in deutscher und ein weiteres Mal in englischer Sprache. Optional sind lediglich Untertitel für Hörgeschädigte dem Ton hinzu zu schalten. „Aftershock“ will dick auftragen, was nur bedingt gelingt. Zu sehr spielt sich das Wirkungszentrum auf der Front ab. Dann immer wieder etwas aggressive Tonsetzungen, die jedoch eher verhallen, als zu klugen Akzenten mutieren. Surroundseitig soweit ansonsten in Ordnung. Rauschen, nein.

[Fazit]
Am Ende ein simpler Horror Film auf dem Trend zum versuchten Schocker. Immer wieder durch heftige Momente den Gruselfaktor etwas nach oben hieven. Diese Konzept bereitet Freude und mündet tatsächlich in einer gewissen Spannung und Wirkung. Einige Situationen sind gekonnt inszeniert, so dass man irgendwie das Übel praktisch kommen sieht, und es dann doch ausreichend überraschend einsetzt. Laufzeit: 89 Minuten. Bonusmaterial ist ebenfalls mit von der Partie. Es setzt sich zusammen auf den folgenden Features:

– Audiokommentar Nicolás Lopez und Eli Roth
– Making of
– Ein bewegendes Casting
– Interview mit Nicolás Lopez
– Trailer & TV-Spots

Dabei stelle ich die den Audiokommentar als ergiebigste Informations-Quelle fest. „Aftershock“ erscheint hier in dieser High Definition Version auf Blu-ray Disc in einer ausgesprochen angenehmen Darbietungsgüte. Die Extras füllen rund 27 Minuten weitere Laufzeit. Die Verpackung ist Standard, das Cover entspricht Genre und Ausrichtung. Erscheinungstermin war der 10. Januar 2014. Für rund 18,- Euro wechselt die Blu-ray ihren Besitzer, vorausgesetzt man ist, erneut kommt die Zahl 18 ins Spiel – bereits 18 Jahre alt.

Andre Schnack, 25.02.2014

Film/Inhalt:★★★★☆☆ 
Bild:★★★★☆☆ 
Ton:★★★★☆☆ 
Extras/Ausstattung:★★★★☆☆ 
Preis-Leistung★★★★☆☆