Blade Runner – The Final Cut

Action/Drama/Science-Fiction/Thriller
Action/Drama/Science-Fiction/Thriller

[Einleitung]
Vor über 25 Jahren erschien ein Film-Titel, der die Ansicht über Science-Fiction-Werke maßgeblich beeinflusste, wenn es darum ging, sie auf die große Leinwand zu zaubern. Dazumal schuf der Film nicht den gewünschten Erfolg und floppte an den Kinokassen, sehr zur Unzufriedenheit des Regisseurs Ridley Scott’s. Es handelt sich um „Blade Runner“ von 1982 nach Drehbuch von Hampton Fancher und David Webb Peoples. Die Vorlage findet sich im Roman von Philip K. Dick mit dem Titel „Do Androids Dream of Electric Sheep?“. Nun erscheint der Final Cut des Titels, eine erneut anders geschnittene Fassung des bisherigen Director’s Cut des Films. Warner Home Video bringt uns neben einer voll beladenen 5-DVD Collector’s Edition der neuen Fassung auch die hier getestete HD DVD, welche wir mit großer Freude in den Redaktions HD DVD-Player einlegten.

[Inhalt]
Los Angeles im Jahre 2019. Ex-Polizist Deckard (Harrison Ford) erhält den Auftrag, vier geflohene „Replikanten“ zu töten – künstliche Androiden, die von Menschen kaum zu unterscheiden sind. Eine atemberaubende Hetzjagd durch eine futuristische Welt beginnt!
(Quelle: Warner Home Video)

Ergänzend möchten wir an dieser Stelle ausführen, dass eine weitere Aufbereitung des Filminhalts unseres Erachtens nach nicht notwendig erscheint. Genau gesehen ist dies auf maßgeblich zwei Gründe zurück zu führen: a.) gibt es den Film seit 25 Jahren, heute sind mehrere DVD-Ausführungen erhältlich und der Titel erfreut sich heutzutage größter Beliebtheit und Akzeptanz. Und b.) sind ausreichend Quellen im Netz vorhanden, welche genaueren Aufschluss im Sinne einer Inhaltsangabe geben.

[Kommentar]
Wir möchten nicht genauer auf das eingehen, was „Blade Runner“ nun ‚ist‘ und was ihn zu einem der besten Science-Fiction-Filme macht. Auch gehen wir nicht auf die genauen Unterschiede der bisher erschienenen Fassungen und dem hier vorliegenden „Final Cut“ ein, sondern beäugen den Film aus einer objektiven Distanz als solches, was er heute ist: ein bereits seit 25 Jahren bestehendes Science-Fiction-Filmwerk, welches auch heute noch mächtig etwas zu sagen hat. Ein rassischer Film-noir der Superlative, aus heutiger Sicht. Ein stimmungsvolles Science-Fiction Endzeitdrama mit einem ungeheuerlichen Tiefgang. Aus damaliger Sicht handelte es sich um einen aufwändigen, wenngleich nicht monströsen Film, was den finanziellen und tricktechnischen Aufwand betraf. Aus heutiger Sicht kann der Film als weniger aufwändig bezeichnet werden.

Doch er ist ausgeklügelt, zumindest was die inhaltlichen Werte angeht. „Blade Runner“ im finalen Schnitt vermag die letzte inhaltlich angepasste Version zu sein, optisch ist sie nach wie vor ausgesprochen innovativ und einfallsreich, zudem komplett überarbeitet. Sie zeigt traurige und schummerig schöne Panoramen einer tristen und trostlosen Zukunft in einer urbanisierten Mega-City, in der es praktisch niemals Tag zu werden scheint; starrer Smog am oberen Ende der gigantischen Gebäudeteile inmitten großer, leerer Altbauten lässt die Stadt in einer melancholischen Atmosphäre erscheinen. Dazu gibt es Musik von Vangelis, irgendwo zwischen Blues und modernem Elektro-Music-Score anzusiedeln.

In all dem Müll dieses Zukunftsszenarios: ein tragischer Anti-Held auf der Suche nach etwas Menschlichkeit und einer Antwort auf die Frage, was es bedeutet zu leben. Es ist keine direkte Fragestellung, die es zu beantworten gilt, sondern eine komplexe Geschichte, die sich philosophierend mit dieser Thematiken auseinandersetzt. Und genau hierin liegen die Stärken von „Blade Runner“, dem man vielleicht einen sehr eigensinnigen Style vorwerfen kann, jedoch keinesfalls einen leichten Inhalt unterstellen darf. Es gibt eine ganze Vielzahl denkwürdiger Momente, ausreichend Spannung und einige sehr gut inszenierte Sets, Action-Momente und Dialoge im Programm. Die darstellerischen Leistungen, bisher unkommentiert von uns, befinden sich auf einem hohen Niveau.

[Technik]
Wirklich maßgeblich anders an dieser HD DVD ist natürlich, dass sie HD ist. Alle bisherigen „Blade Runner“-Fassungen befanden sich im – man mag es kaum schreiben – nunmehr fast schon betagten Standard Definition-Verfahren auf DVD. Nun aber kann sich der wahre Fan an knackigen Farben, unheimlich kontrastreichen Bildern und einem adäquaten Schärfegrad erfreuen. Dies ist nicht ganz das Vermächtnis davon, dass der Film nun auf einer HD DVD abgelegt wurde, sondern vielmehr der Nachbearbeitung, bzw. Restauration zu verdanken. Und so erhalten wir auf Basis von HD ein wirklich gutes Bild vor Augen. Hin und wieder können wir noch altersbedingte Artefakte ausmachen, auf der anderen Seite hingegen bedenke man das Film-Alter und die Tatsache, dass es sich um einen sehr düsteren, schattigen Titel handelt. Insgesamt loben wir die Leistungen des 1080p-Transfers in 2.40:1 sehr.

Ton gibt es auch „in gut“. Es befinden sich die Sprachfassungen Deutsch, Spanisch, Italienisch und Französisch in Dolby Digital Plus 5.1 und Englisch in Dolby TrueHD 5.1 auf der Film-HD DVD. Sie alle hören sich gut an und versprühen einen ausreichend und verhältnismäßig frischen Eindruck. Die Dynamik lässt sich hin und wieder etwas zu träge erscheinen, befindet sich allerdings noch auf einem passablen Niveau. Es entsteht ein ausreichend lebhafter Raumklang, hin und wieder mit gesunder Tiefenwirkung. Rauschen oder Knacken treten nicht auf den Plan und der Ton entfaltet sich mithin störungsfrei. Seitens der Verständlichkeit gibt es ebenfalls keine Probleme. Als Notanker kommen optionale Untertitel 11 Sprachen mit.

[Fazit]
Ich musste sie beide haben, die 5 DVDs umfassende Metall-Box mit den Standard Defition-Datenträgern und die HD DVD-Fassung von „Blade Runner“. So viel vorweg, vor dem positiven Abschluss unserer Meinung zum vorliegenden Set. Beide Fassungen haben durchaus nicht nur für Fans ihre Daseinsberechtigung, sondern für jedermann, denn sie sind guter Qualität und Ausstattung und zeigen den Film in einem leicht abgeänderten, jedoch sehr sinnvollen und rund 117minutenlagen Schnitt. Das hier getestete HD-Set besteht aus zwei Scheiben, einer HD DVD und einer weiteren Standard Definition DVD mit den zusätzlichen Materialien. Im Grunde genommen handelt es sich jedoch gar nicht um „Materialien“, sondern um eine Making Of-Dokumentation, welche über verpatzte und nicht verwendete Szenen, aktuellen Interviews und Aufnahmen von hinter den Kulissen verfügt.

Soweit zumindest der Inhalt der zusätzlichen SD DVD, die dem Set enthalten ist. Davon ab haben wir noch weitere Features auf der HD DVD vorzufinden, bei denen es sich um eine Einleitung vom Regisseur und um gleich drei Audiokommentare handelt, innerhalb derer Herr Scott auch ordentlich zu Wort kommt.

Dieser Zusammenschnitt ist sehr aufschlussreich und zusammen mit den technischen Eigenschaften dieser HD DVD können wir ohne Zweifel unsere Empfehlung aussprechen. Wem es nach noch mehr Bonusmaterialien lechzt, der muss auf die Standard Definition DVD Collector’s Edition (hier im Test) zurück greifen. „Blade Runner – The Final Cut“ erschien als HD DVD-Fassung am 7. Dezember zu einem Preis von rund 29,- Euro, was gerade noch so als fair erscheint, trotz das wir es mit einem Titel zu tun haben, den es schon einige Male auf DVD gibt. Die Altersfreigabe liegt bei ab 16 Jahren. Wer einen Sci-Fi-Klassiker in der bestmöglichen Wiedergabequalität erleben möchte, der muss hier zugreifen.

Andre Schnack, 16.01.2008

  Film/Inhalt
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  Bild
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  Ton
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  Extras/Ausstattung
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  Preis-Leistung
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