Grateful Dawg

Dokumentation
Dokumentation

[Einleitung]
Columbia TriStar – dieses Studio wirft die Scheibe „Grateful Dawg“ auf den deutschen DVD-Markt. Wer sich unter dem Titel der Disc noch nichts vorstellen kann: es handelt sich um eine Dokumentation über zwei der talentiertesten und beliebtesten Musiker der Vereinigten Staaten, die sich eine gigantischer Fangemeinde erfreuten und noch immer erfreuen. Die Rede ist von Jerry Garcia und David Grisman. Wir konnten uns die DVD-Fassung dieser wunderbaren Dokumentation genauer ansehen und berichten.

[Inhalt]
Erstmals im Film zu sehen: Jerry Garcia, Oberhaupt der legendären Kultband Grateful Dead, und Mandolinen-Zauberer David Grisman, Begründer der Bluegrass-Variation „Dawg“-Musik, präsentieren und zelebrieren ihre in drei Jahrzehnten gereifte und perfektionierte Version originär amerikanischer Folk Music. In nie zuvor veröffentlichten Studioaufnahmen, Konzertclips, Home Videos, Backstage-Momenten und Jam Sessions entfaltet sich ein komplexes, musikalisches Universum ebenso wie ein Stück moderner Kulturgeschichte, das von frühen Hippie-Sessions in den 60ern über die „Old &In the Way“-Reunion in den 70ern bis zu den erfolgreichen Garcia/Grisman-Alben in den späten Tagen des Grateful Dead-Masterminds reicht.

[Kommentar]
Diese Dokumentation ist ein gefundenes Fressen für alle, die etwas auf ihren Musikgeschmack geben und Freund der musikalischen Höchstleistungen von der Kultband „The Grateful Dead“ sind. Endlich bekommt man die musikalischen Genies, die lange Zeit ein Team bildeten, auch einmal vor die Augen. Und das in Form einer umfassenden Dokumentation. Auf verschiedene Pfeiler verteilt werden inhaltlich eine Menge Informationen über das künstlerische Schaffen der beiden Musikliebenden, ihre Freundschaft, die Band und dem gesamten Lebensstil während ihrer Musikerzeit geboten. Mit vielen Dokumentationsaufnahmen und Interviews überzeugt „Grateful Dawg“ auf ganzer Linie. Die fantastischen Songs des Duos und der Band „The Grateful Dead“ einmal mit Bildern – faszinierend und unterhaltsam zugleich.

[Technik]
Technisch kann nicht unbedingt lobend von der visuellen Leistung geschrieben werden. Sind die Erwartungen meist eh schon etwas reduziert, da es sich um eine Dokumentation handelt, so wird hier leider das erwartete bestätigt. Im Vollbildformat 4:3 (1.66:1) erstrahlt ein Transfer, dem man sein altes Ausgangsmaterial und teilweise auch das schlechte Equipment beim Dreh ansieht. Zu unscharf, unsauber in der Kompression und teilweise auch leicht verunreinigt kommt das Geschehen daher. Die Kantenschärfe reicht in einigen Szenen nicht auf – je nach Aufnahme – und es werden nur selten ausreichende Fülle an Bilddetails offenbart.

Akustisch wurde sich bei der DVD auf die Beilage einer einzigen Sound-Spur beschränkt. Und diese wurde im Format Dolby Digital 5.1 abgemischt und in englischer Sprache abgefasst. Dafür gibt es hingegen 13 optionale Untertitelspuren. Der Sound – und auf den kommt es in einer solchen DVD natürlich primär an – überzeugt durch seine Wiedergabequalität. Er besitzt Niveau und eignet sich für eine Dokumentation – in der fortlaufend Musik im Hintergrund läuft – gut und beweist Stärken, wenn auch die Räumlichkeit und das Volumen nicht mit z.B. Actionfilmen zu vergleichen ist.

[Fazit]
Mit folgendem Bonusmaterial wurde die preisgekrönte Musikdokumentation ergänzt: Interviews und Anekdoten, Konzertausschnitte vom berühmten Reunion Concert im Sweetwater in Mill Valley, ein unveröffentlichtes Video zu „The Thrill Is Gone“ sowie nie veröffentlichten Song-Versionen, Discografien und ein DVD-ROM Part. „Grateful Dawg“ besitzt eine Laufzeit von rund 78 Minuten und wurde auf einer einseitigen Single-Layer-Disc (DVD Typ 5) abgelegt. Grismans Tochter und Dokumfilmdebütantin Gillian Grisman zeigt mit „Grateful Dawg“ eine schöne Dokumentation, die ohne Altersbeschränkung daherkommt und seit dem 11. Februar zu erwerben, der Preis liegt bei rund 25,- bis 30,- Euro. Jeder Fan der Musiker oder der Band „Grateful Dead“ sollte sich diese Scheibe nicht entgehen lassen.

Andre Schnack, 05.03.2003

  Film/Inhalt
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  Bild
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  Ton
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  Extras/Ausstattung
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  Preis-Leistung
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