Hai-Alarm auf Mallorca

Thriller
Thriller

[Einleitung]
RTL filmte auf Mallorca den Titel „Hai-Alarm auf Mallorca“, bis die Behörden dem Team die Filmerlaubnis entzogen, als sie das Thema des Films herausbekamen. Der Streifen entstand 2004 unter der Regie von Jorgo Papavassiliou als Produktion für das TV-Format. In den Hauptrollen sind Ralf Möller, Julia Stinshoff, Gregor Bloéb, Katy Karenbauer, Oona Devi Liebich, Simone Hanselmann, Carsten Spengemann und Jeanette Biedermann zu sehen. In einer kleinen Nebenrolle gibt sich Ottfried Fischer ein Stelldichein. universumfilm bringt uns diesen Film nun in Form einer DVD Version auf den Markt. Uns ging die deutsche Antwort auf „Deep Blue Sea“ in den Kescher und wir unterzogen dem Fisch eine genaue Untersuchung.

[Inhalt]
Mallorca im Hochsommer. Volle Strände, blaues Meer soweit das Auge reicht. Doch mit der friedlichen Urlaubsidylle soll es bald vorbei sein, denn aus den Weiten des Meeres naht ein Monster, wie es die Welt seit Tausenden von Jahren nicht mehr gesehen hat: Der Megalodon. Ein 20 Meter langer Urzeithai. Als vor der Küste der Baleareninsel immer öfter Wassersportler verschwinden, ahnt zunächst niemand, dass sie Opfer der gefräßigsten Killermaschine aller Zeiten geworden sind. Nur ein Mann schöpft bald einen schrecklichen Verdacht: Sven Hansen. Der ehemalige Kampfschwimmer will nach dem Tod seiner Frau vor einem Jahr, die bei einem Tauchgang von einem Hai getötet wurde, von Mallorca zurück nach Deutschland. Dann macht Sven eine schreckliche Entdeckung. Er findet heraus, dass der Riesenhai dasselbe Tier ist, das damals seine Frau getötet hat. Von da an kennt Sven Hansen nur noch ein Ziel: den Mörder seiner Frau finden und vernichten. Zusammen mit der attraktiven Meeresbiologin Julia Bennett und seinem besten Freund, dem Polizeichef Carlos, begibt sich Sven auf Suche nach dem Mörder.
(Quelle: universumfilm)

[Kommentar]
„Hai-Alarm auf Mallorca“ hört sich nach einer günstigen B-Movie Produktion an, alleine schon der Titel lässt auf keinen tiefsinnigen und hintergründigen Inhalt schließen. Doch manchmal täuscht man sich ja auch. Hier leider nicht sonderlich. Der Film ähnelt tatsächlich dem amerikanischen US-Vorbild „Deep Blue Sea“ und die Filmemacher sorgten für einige Analogien im Inhalt. Im äußeren Erscheinungsbild der Geschichte tun sich ebenfalls Gleichnisse auf, denn die Haie wurden mit dem Computer animiert – und einen besonders großen Hai gibt es hier ebenfalls. Doch nahm man sich ein Herz und erschuf eine ganz besondere Bestie, nämlich einen bereits längst schon ausgestorbenen Urzeit-Hai wieder zum Leben, damit die Spannung auch wirklich sitzt.

Und von der Atmosphäre und aufkeimenden Spannung her kann das Film-Stück gelobt werden. Die Aufnahmen der Insel Mallorca stimmen auf Urlaub ein, die Hai-Szenen und Einstellungen im Labor gefallen ebenfalls und überzeugen mit hoher Produktions-Qualität. Der Film legt von Beginn an ein hohes Tempo an den Tag, was letztlich über die Laufzeit von rund 109 Minuten seinen Preis kostet. Denn Realitätsnähe und Glaubhaftigkeit schwinden spätestens nach der Mitte der Geschichte, danach platzt auch die Spannung weg und es wird nur noch arg durchschnittliche Unterhaltung geboten. Zu überladen an Genre-Einflüssen, zu einfach wird sämtliches gegen Ende aufgelöst und zu kitschig wirkt die Verknüpfung zu einem alt-spanischen Märchen.

Die Geschichte über die Haie und die Suche nach einem Anti-Krebs-Mittel wurde mit Schauspielern besetzt, die durchschnittliche Figuren abgeben, jedoch ihre Rollen kräftig ausfüllen. Die technischen Aspekte des Stücks gelangen ganz angenehm, die musikalische Untermalung gefällt.

[Technik]
Das visuelle Geschehen findet im Breitbild-Format 16:9 (1.77:1) statt, anamorph. Knackige Farben gibt es hier genau so wie gut gesättigte Flächen, welche in einem harmonischen Zusammenspiel ihre Stärken ausspielen. Plastizität ist eine der positiven Folgen dieser Symbiose. Die Ausleuchtung gelang ebenfalls sehr angenehm, denn Aufnahmen im Dunkeln oder aber der schattigen Nacht sind nicht mit von der Partie. Stets erstrahlt das Geschehen unter gesunden Lichtverhältnissen. Mängel gibt es jedoch auch vorzufinden. Negativ anzukreiden sind dem Transfer die schwache Kantenschärfe und der darunter leidende Detailreichtum. Kompressionsartefakte treten hier und dort auf und Rauschen wurde mit Filtern bekämpft, was der Qualität an Substanz raubt.

Die einzige Tonspur auf der DVD ist ein deutscher Dolby Digital 2.0-Sound. Er weist ein sehr zufrieden stellendes Klangergebnis auf, kann allerdings nicht mit aktuellen Produktionen mithalten. Und das, obwohl der Film gerade erst dieses Jahr gefertigt wurde. Doch auf einem zweikanaligen Stereo-Ton kann kein großer Raumklang wachsen und so kommt es, wie es kommen muss: es werden keinerlei großartige Effekte vernommen, da sich die Stereo-Lautsprecher Front zwar sehr dynamisch, jedoch nicht sonderlich räumlich verhält. Untertitel gibt es optional ebenfalls in deutschen Lettern.

[Fazit]
Der Titel „Hai-Alarm auf Mallorca“ besitzt eine Laufzeit von rund 109 Minuten und wurde auf einer einseitigen Dual-Layer-Disc (DVD Typ 9) abgelegt. Der Film geht als angenehme TV-Kost mit gehobenem Spannungs- und Actiongrad durch, aber nicht als mehr. Es kann mit Schnelligkeit und Tempo im Schnitt, zackigen Special-Effects und einem spannenden Soundtrack nicht annähernd die Atmosphäre erreicht werden, die mit diffizilen Zutaten ein Regie-Meister Spielberg mit „Der weiße Hai“ zauberte. Da hilft als Rettungsboje auch keine seichte Liebesgeschichte. Als Bonusmaterial weisen Pressehinweise einen Audiokommentar mit dem Regisseur, Interview mit den beteiligten Darstellern und einen kurzen Einblick in die Entwicklung der visuellen Special-Effects aus. Wir konnten nur letztgenanntes Feature und 5 Trailer vorfinden. Die Altersfreigabe wurde mit größer als 12 Jahren festgelegt. Erscheinungstermin war der 18. Oktober, der Preis liegt bei rund 15,- Euro.

Andre Schnack, 02.11.2004

  Film/Inhalt
:
  Bild
:
  Ton
:
  Extras/Ausstattung
:
  Preis-Leistung
: