Holy Smoke

Drama/Comedy
Drama/Comedy

[Einleitung]
Unter dem Titel „Holy Smoke“ erschien 1999 eine US-amerikanische Filmproduktion in den Kinos. In den Hauptrollen lockte der Titel mit Namen wie Kate Winslet und Harvey Keitel. Die Regisseurin – Jane Campion – zeichnete sich bereits für Filme wie „Das Piano“ und „The Portrait Of A Lady“ verantwortlich. Sie und Anna Campion arbeiteten ebenfalls das Drehbuch zum vorliegenden Film aus. „Holy Smoke“ erscheint aus dem DVD-Angebot von universumfilm und wird im Julia fu den deutschen Markt losgelassen. Wir konnten uns ein Bild über die Qualitäten des Titels machen und berichten.

[Inhalt]
Die junge, bildschöne Australierin Ruth (Kate Winslet) gerät auf einer Indienreise in die Fänge eines Gurus, worauf ihre Freundin und Reisebegleiterin Prue (Samantha Murray) vor Schreck die Flucht ergreift und überstürzt nach Australien zurückkehrt. Daraufhin wird Ruth von ihrer Mutter unter der Vorspiegelung, der Vater sei sterbenskrank heimgeholt. Zu Hause wartet der teure Sektenspezialist PJ (Harvey Keitel) aus Amerika, den die besorgte Familie beauftragt hat, Ruth zu therapieren. Auf einer abgelegenen Ranch sind beide auf sich gestellt. Nach ersten Konfrontationen verführt die widerspenstige Ruth ihren vermeintlichen Heiler PJ. Der verliert Kopf, Contenance und Professionalität. Das Machtspiel läuft ihm sukzessive aus dem Ruder…
(Quelle: universumfilm)

[Kommentar]
In diesem Film spielen gleich drei Frauen die praktischen Hauptrollen, wenngleich Harvey Keitel ebenfalls mit einer wichtigen Figur bestückt eine gute Performance leistet. Als Erstes sei die Regisseurin und Oscarpreisträgerin Jane Campion (Das Piano) genannt, die Nummer Zwei stellt die Hauptfigur Ruth, gespielt von Kate – Titanic – Winslet, dar. Und zu guter letzt wäre da noch Ruth’s Mutter, welche durch Julie Hamilton zum Leben erweckt wird. Das Darsteller-Duo bestimmt die ersten 18 Minuten und leitet die Geschichte ein, kanalisiert sie bis zu dem Punkt, an dem sich Ruth und PJ Waters gegenüber stehen. Bis zu diesem Zeitpunkt sind dann rund 20 Minuten verstrichen und die Aufgabe des Sekten-Gedanken-Austreibers ist definiert. Einige witzige Situationen gab es bis dahin ebenfalls und ab und an hat der Betrachter schmunzeln müssen. Diese Comedy-Anflüge bleiben die Laufzeit über.

Fortan beginnt die Mission, an der die gesamte australische Familie von Ruth und der amerikanische Sekten-Experte hart arbeiten. „Holy Smoke“ kommt ein wenig schwer in Fahrt. Nimmt dann jedoch einen recht dynamischen Verlauf an und zeigt uns, was man aus einer Mixtur von Drama und Comedy so zaubern kann. Zaubern? Ja. Doch wie es beim Zaubern oft ist, kann der Film nur den Schein als das Sein erreichen und weist inhaltlich zu wenig Tiefe auf, um wirklich glaubhaft herüber zu kommen und seine Wirkung komplett entfalten zu können. Bestes Beispiel: nach der Verführung könnte PJ ebenfalls Ruth erlegen, doch warum tritt dies nicht ein? Das Konstrukt aus Bildern, Musik und Masken vermag zu gefallen, stellt jedoch wenig Eigenheiten dar und verfügt über nur begrenztes Innovationspotenzial. Mission not accomplished. Wie schade.

[Technik]
„Holy Smoke“ bietet anamorphes Breitbild im 16:9-Format 2.35:1 und scheint auf dem ersten Blick hin mit guten Werten bestückt. Nach den ersten Minuten Filmgenuss hingegen dreht sich diese Meinung ein wenig und es wird klar, dass es neben der Schokoladenseite auch noch die berühmte Kehrseite gibt. Diese tritt vor allem in Form eines wahrnehmbaren Rauschens auf den Plan und zieht sich die gesamte Laufzeit hindurch. Diese Unsauberkeit des Masters verhindert die klare und saubere Darstellung von Konturen und den Umrahmungen der flächigen Inhalte. Hin und wieder, vor allem aber in leuchtend hellen Aufnahmen, neigt der Kontrast zum Übersteuern und das Geschehen verschwimmt ein wenig. Auf der Habenseite hingegen verbucht der Transfer eine zumeist authentische Wirkung, passende Farben und einen frischen Flair. Kompressionsartefakte treten selten auf und stören nicht weiter.

„Holy Smoke“ bietet Dolby Digital 2.0-Ton in den Sprachen Deutsch und Englisch. Das ist nicht gerade zeitgemäß, auch nicht für einen Film von 1999. Untertitel sind auf der Disc für Hörgeschädigte in den beiden genannten Sprachen abgefasst. Qualitativ haben wir es mit sauberen Tonspuren zu tun, die ohne Knacken, Knistern und andere Artefakte auskommen. Durch den zweikanaligen Stereo-Ton bedingt entsteht praktisch kaum Raumklang oder Weite, auch die Dynamik präsentiert sich sehr zurückhaltend und nur selten bricht der Sound ein wenig aus seiner Zurückhaltung aus. Zumeist sind dies Szenen, welche von musikalischen Einflüssen geprägt werden.

[Fazit]
„Holy Smoke“ gefällt und kann für seine Laufzeit von rund 110 Minuten ausreichend Abwechslung im Inhalt bieten, wenngleich er seine angestrebte, innere Tiefe nicht zu erreichen vermag. Die Comedy-Züge der Geschichte, die teils witzigen Situationen und lustigen Dialoge versprühen Charme und sorgen für Akzeptanz im Publikum. Der echte inhaltliche Durchbruch hingegen bleibt aus. „Holy Smoke“ kommt mit einer Altersfreigabe ab 12 Jahren daher und findet Platz auf einer einseitigen Dual-Layer-Disc (DVD Typ 9). Das Bonusmaterial besteht aus einem Original-Trailer, einer Fotogalerie und ein paar Informationen auf Texttafeln – das ist sehr mager und füllt 3 Minuten zusätzliche Laufzeit. Die DVD „Holy Smoke“ erscheint am 10. Juli im Handel und wird einen Preis um die 15,- Euro aufweisen. Wer Fan der Darsteller ist, der sollte zugreifen.

Andre Schnack, 29.06.2006

  Film/Inhalt
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  Bild
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  Ton
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  Extras/Ausstattung
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  Preis-Leistung
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