Discovery Channel: Internationale Raumstation – Leben im All

Dokumentation
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[Einleitung]
Aus dem Programm der Discovery Channel-Dokumentationen erscheint der DVD-Titel „Internationale Raumstation – Leben im All“. Diese Sendung auf DVD weist ein gutes Timing auf, denn gerade gestern am 4. Juli startete die Raumfähre „Discovery“ ins All, um Personal, Verpflegung und Forschungs-Equipment an die ISS zu liefern. Wir konnten uns die Dokumentation aus dem Vertrieb der polyband genauer anschauen und berichten über die inhaltlichen Aspekte und die technische Realisierung auf DVD. Wer sich offen zeigt für das faszinierende Thema Raumfahrt und teilhaben möchte an einem der größten Menschheitsträume, der sollte unbedingt weiter lesen und eintauchen in eine Welt außerhalb unserer Welt…

[Inhalt]
400 Kilometer über der Erde entsteht etwas Einzigartiges… Seit den Apolloflügen zum Mond ist die ISS das ehrgeizigste und größte Projekt der bemannten Raumfahrt, an dem insgesamt 16 Länder beteiligt sind. Seit 1998 in Bau, wird sie nach dem derzeitigen NASA Planungsstand frühestens im Jahr 2010 fertig gestellt sein. Dann soll dort eine siebenköpfige Besatzung ständig leben und arbeiten. Aber die ISS wird weit mehr als nur ein leistungsfähiges Forschungslabor sein. Wenn sich die Erwartungen ihrer Erbauer erfüllen, werden wir eines Tages von ihr aus zu neuen Welten aufbrechen. Ein Schritt, der unser Leben nachhaltig verändern wird. Diese Discovery Channel-Dokumentation blickt hinter die Kulissen des größten zivilen internationalen Projekts der Menschheitsgeschichte und der höchsten Baustelle der Welt!
(Quelle: polyband)

[Kommentar]
Eines der größten Abenteuer der Menschheitsgeschichte war und bleibt die Mondlandung. Ein unvergleichbares Wettrennen der damaligen zwei Supermächte, den USA und der Sowjetunion, endete damit, dass der erste Mensch – der Amerikaner Neil Armstrong – die Oberfläche des Erdtrabanten betrat. Er führte diesen Schritt nicht für eine Nation aus, sondern stellvertretend für die gesamte Menschheit. Danach war sie vorbei, die Ära der Apollo-Missionen, das Raumfahrtprogramm schrumpfte etwas. Fortan wurden weiterhin Entwicklungen betrieben, wobei auch eine wieder verwertbare Raumfähre entstand: der Space Shuttle. Der Shuttle hob 1981 zum ersten Mal ab, und nun – nach diversen Zwischenfällen – bebt der Boden erneut unter der immensen Kraft der Trägerrakete des Shuttles „Discovery“ am 04. Juli 2006. An Bord ist auch der deutsche Astronaut Thomas Reiter, der erste Europäer, der rund 6 Monate auf der ISS forschen und leben wird.

Diese Discovery Channel-Sendung bietet einen guten, verständlichen Einblick in das größte Vorhaben der Menschheit außerhalb der Erd-Atmosphäre: die Internationale Raumstation, kurz ISS. Es wird klar, welche Vision hinter dem wohlmöglichen „Raumhafen ISS“ steckt, welche Potenziale die Forscher fokussiert haben und mit welchen Fragestellungen außerhalb der technischen Herausforderungen sich Forscher und Entwickler in jahrelanger Arbeit bei der NASA und komplett über den Globus beschäftigen müssen, um Eventualitäten zu erkennen und Risiken zu bannen. Ebenfalls erhält der Betrachter einen zarten Umriss davon, was diese unheimlich kostenintensiven Projekte an Mehrwert für Wissenschaft und Wirtschaft bedeuten, denn viele Errungenschaften sind den Ergebnissen von Forschungen im Weltall zu verdanken. Dabei bleibt der Eindruck einer oberflächigen Roadmap hängen.

„Internationale Raumstation – Leben im All“ kratzt bei vielen Themenaspekten nur an der Oberfläche, gibt jedoch einen guten Abriss und bereitet Spaß. Die wenigen genannten technischen finden mit Sicherheit Respekt und Anerkennung auf Seiten der Zuschauer. Ohne großartig auf die Experimente und Versuche auf der ISS einzugehen oder die technischen Zwischenfälle und Shuttle-Unglücke zu thematisieren geben zahlreiche Animationen und Grafiken, Archivaufnahmen und Bilder Einblick in diese von Science-Fiction anmutende Welt. (Es sei dabei erwähnt, dass die Dokumentation an sich schon ein paar Jahre alt ist.) Eine passende Kameraführung, einige Interview-Ausschnitte und eine angenehme musikalische Untermalung sorgen für Stimmung. Die Sprachausgabe der Betroffenen findet im englischen Original statt. Die Deutschfassung wurde technisch als Overlay realisiert.

[Technik]
Technisch betrachtet kommt die DVD „Internationale Raumstation – Leben im All“ in einem weniger modernen Bild daher. Es handelt sich um ein 4:3-Vollbild-Transfer (1.33:1), welcher sich auf dem Wiedergabemedium ausbreitet. Ab und an weist er auch das Seitenverhältnis 1.78:1 auf, jedoch dann nicht anamorph. Das Format an sich stört nicht, auch die technischen Darbietungen gefallen gut und sorgen für eine insgesamt als gut bis sehr gut zu bezeichnende TV-Qualität. Kontrast, Farbgebung und Schärfe- und Detailgrad gleichen untereinander und wirken harmonisch, trotz das es unterschiedliche Quellen sind, die hier zusammengefügt worden sind. Immer wieder gibt es einen zarten Ansatz von Rauschen im Bilduntergrund auszumachen, dies stört jedoch praktisch gar nicht. Bilddetails gehen kaum verloren, auch die Animationen aus dem Computer, welche stets einen satten Schwarz-Ton aufweisen, bieten ausreichend Substanz um gelobt zu werden. Kompressionsartefakte oder Fehler und Drop-Outs treten nicht auf.

Neben einer passenden Musik, ein wenig Patriotismus kann man ihr einfach nicht absprechen, und dem weltmännischen Monologen von Zukunft der Menschheit, der Besiedlung weit entfernter Planeten und dem Stolz, mit dem das Raumfahrtprogramm beäugt wird, gibt es natürlich noch Sprachausgabe und hin und wieder einiges an Effekten. Letztere treten vor allem bei Archiv-Materialien auf, bei denen Raketenstarts und „Trocken-Übungen“ der Astronauten in Wasserbecken und einigen Gerätschaften zu sehen und hören sind. Die Sprachausgabe, egal ob das englische Original oder aber die deutsche Synchronfassung, bleiben durchweg verständlich und leisten ihren Beitrag zur Wissensvermittlung, wenngleich es sich immer nur um kleine „Happen“ handelt. Beim Format handelt es sich um Dolby Digital 2.0-Stereo. Untertitel bietet die DVD leider nicht.

[Fazit]
„Internationale Raumstation – Leben im All“ erscheint auf einer einseitigen Single-Layer-Disc (DVD Typ 5) und findet Platz in einem schwarzen Amaray-Case. Das Cover bietet einen bereits ansprechenden Blickfang, die ISS in ihrer vollen Ausbaustufe, und macht Lust auf mehr. Mehr besteht hier vor allem aus der Dokumentations-Sendung, die mit knappen 50 Minuten sehr gering bemessen ist. In Anbetracht der Tatsache, dass es sich beim Kauf der Disc um eine Investition von rund 18,- Euro handelt, wirkt die fehlende Beigabe von Extras oder Bonusmaterialien nicht gerade charmant und frohlockend. Sehr schade, hier wäre doch bestimmt etwas mehr Material aufzutreiben gewesen als lediglich eine Foto-Galerie, ein Zeitstrahl der verschiedenen Entwicklungsstadien der ISS und eine Mini-Featurette mit Blickfängen. Nichtsdestotrotz gefällt die Sendung. Sie erschien am 30. Juni und widerfuhr eine Einstufung als Info-Programm ohne FSK.

Andre Schnack, 17.07.2007

  Film/Inhalt
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  Bild
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  Ton
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  Extras/Ausstattung
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  Preis-Leistung
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