The Art Of War

Action/Thriller
Action/Thriller

[Einleitung]
Mit einem Verleihfenster ausgestattet bringt uns die deutsche Vertretung von Fox Home Video nun Christian Duguays (Screamers) „The Art Of War“ von 2000 in die Regale der Videotheken. In den Hauptrollen des actionbeladenen Spionage-Thrillers sehen wir Wesley Snipes (Blade), Marie Matiko (Mystery Man) und Michael Biehn (Sex oder Stirb). Auch bei den Nebenrollen fallen mit Anne Archer (Rules Of Engagement), Donald Sutherland (Lock Up) und Cary-Hiroyuki Tagawa (Pearl Harbor) bekannte Namen. Wir nahmen uns der Rental-Disc einmal genauer an…

[Inhalt]
Für die Friedensverhandlungen zwischen der UN und der Macht China steht es nicht gerade gut. Einige störende Zwischenfälle, wie z.B. das Auftreten eines Frachtcontainers mit toten, chinesischen Flüchtlingen oder aber das erfolgreiche Attentat auf den chinesischen Botschafter, schüren nicht gerade die gute Stimmung. UN Sekretär Douglas Thomas (Donald Sutherland) setzt sich für eine friedliche Lösung ein und möchte unbedingt, dass ein Handelsabkommen zustande kommt. Doch unbekannte Hintermänner im Schatten operieren gegen seine Pläne. Und da sich nicht alles friedlich lösen lässt, muss jemand her, der mit solchen Situationen vertraut ist: UN Agent Neil Shaw (Wesley Snipes). Er und sein Team bringen geschickt mit Erpressung und anderen Tricks große Dinge ins Rollen, von außen sieht alles ganz normal aus. Doch Shaw gelang durch ominöse Umstände zwischen die Fronten und hat plötzlich nur noch gewaltigen, internationalen Ärger an den Hacken…

[Kommentar]
„The Art Of War“ ist ein Spionagethriller mit einigen guten Elementen, der insgesamt aber wenig ausgereift wirkt und an verschiedensten Stellen arg schwächelt. Die Story geht gerade so durch, enttäuscht allerdings gen Ende des Films auf ganzer Linie durch Klischees und genau das, was man sich eigentlich nicht wünscht: Vorhersehbarkeit und Schwächen im Zusammenhang. Der Stil des Films hätte wirklich etwas werden können, wäre da nicht die hoffnungslose Überladenheit an technischem Spielkram, der das Ganze unrealistisch wirken lässt. Unrealistisch? Klar, dass ist ein James Bond auch, doch nimmt sich letzterer weitaus nicht so ernst. Zwar mag der Film als spannend zu bezeichnen sein, so unterhält er aber bestenfalls durch einige – mehr oder weniger – choreografisch gelungene Kampfeinlagen und fesselt nicht durch die Story von Wayne Beach, dem Autor. Die Schauspieler sehen allesamt gut aus auf der Mattscheibe, überzeugen allerdings nur bedingt durch ihre Leistungen. Letztlich bleibt ein durchschnittlicher Eindruck nach dem Ansehen von „The Art Of War“ – nicht mehr und nicht weniger.

[Technik]
Das Wesley Snipes-Action-Vehikel wurde technisch ansprechend umgesetzt. Das Bild erscheint im Breitbildformat 2.35:1 und wurde anamorph auf dem Datenträger abgelegt. Vom Kontrast bis zur Farbgebung überzeugt der Transfer, die Bildschärfe und damit verbundene Wiedergabe von klaren Konturen und vielen Bilddetails macht ebenfalls etwas her. Lediglich ein leichter Nachzieheffekt und die Tatsache, dass die Sets nicht so gut ausgeleuchtet wirken, stören ein wenig. Artefaktbildung oder ähnliche Störungen können nicht beobachtet werden.

Ton gibt es wahlweise auf englisch oder deutsch im Dolby Digital 5.1-Mehrkanaltonformat, Untertitel sind ebenfalls in diesen zwei Sprachen vorhanden und können optional eingeblendet werden. Insgesamt wird ein reger und dynamischer Sound geboten, viele Direktional- und Stereoeffekte versüßen den weiten Klang, der nur durch einen etwas energischeren Bass hätte einen Hauch besser ausfallen können. Sprache und Effekte wurden sauber getrennt, die Dialoge bleiben stets verständlich und klar. Rauschen ist nicht zu vernehmen.

[Fazit]
„The Art Of War“ ist nicht gerade Kinokunst, eher weit davon entfernt. Da gibt es wirklich bessere Filme mit Wesley Snipes, der hier lediglich seine Actionseite heraushängen lassen kann, obwohl er bekanntlich zu mehr fähig ist, und es gibt auch bessere Spionage-Thriller, die mit weitaus mehr Tiefe und Biss in der Story aufwarten können. Dennoch unterhält der 110minutenlange Film mit einigen gelungenen Actioneinlagen und netten Special-Effects auf kurzweilige und stellenweise spannende Art und Weise, wenn auch der Film ziemlich brutal in der Darstellung von körperlicher Gewalt ist. Die technische Seite wurde von Fox gelungen abgedeckt, die der Ausstattung allerdings nicht. Die Rental-DVD kommt ohne irgendwelche Extras, nicht einmal mit einem Trailer, daher. Also: wo nichts ist, kann auch nichts zu geschrieben werden. Ein Kauf der kommenden Handel-DVD ist bestenfalls für Fans von Snipes angesagt, alle anderen sollten sich es überlegen und vorher diese Fassung aus der Videothek zur Probe ansehen.

Andre Schnack, 11.06.2001

  Film/Inhalt
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  Bild
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  Ton
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  Extras/Ausstattung
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  Preis-Leistung
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