Jesus Rolls

Comedy/Crime/Drama
Comedy/Crime/Drama

[Einleitung]
„Jesus Rolls“ ist tatsächlich das, was man als inoffizielle und inhaltliche Nachfolge oder Fortsetzung von „The Big Lebowski“ (1998) sein kann. Im Original ist die US-amerikanische Filmproduktion bekannt unter „The Jesus Rolls“ und der Name ist Programm, schließlich geht es um Jesus Quintana, dem egozentrischen Bowling-Spieler im Lila-Sportanzug, der gern mal vorm Wurf an seiner Kugel leckt. Soll Glück bringen. Neben damals wie heute John Turturro sehen wir Bobby Cannavale, Audrey Tautou, Susan Sarandon, Pete Davidson, Jon Hamm sowie Christopher Walken vor den Augen. Diese Standard Definition DVD-Version des Titels erscheint aus dem Angebot von EuroVideo Medien.

Inhalt
Dios mio, Mann … kaum aus dem Knast raus, schon hat der gottbegnadete Bowler Jesus Quintana (John Turturro), der einst den Dude höchstpersönlich herausforderte, wieder Ärger an der Backe. Gemeinsam mit seinem Kumpel Petey (Bobby Cannavale) klaut er dem Haarstylisten Paul Dominique (Jon Hamm) zuerst dessen V8 Plymouth Klassiker, dann seine Geliebte Marie (Audrey Tautou) und schließlich rauben sie auch noch seine Kasse leer.

Da vergeht sogar dem coolsten Friseurmeister das Lachen. Als die beiden vor ihm fliehen, schießt er Petey in den Allerwertesten. Bevor sie sich noch tiefer in die Welt des Schmerzes begeben, legen sie mit Marie einen legendären Roadtrip voller Bowling, Strikes und Gipsy King Songs hin.
(Quelle: EuroVideo Medien)

[Kommentar]
„Ein düster-komischer und grenzüberschreitender Roadtrip durch die ländlichen Gegenden New Yorks“ – so steht es ebenfalls in den Informationen geschrieben. Und tatsächlich ist „Jesus Rolls“ mehr Roadmovie als „The Big Lebowski“, doch geht es darum eigentlich? „Jesus Rolls“ ist ein gewagter Schritt, schließlich sind auch schon rund 23 Jahre vergangen, als der Dude sein großes Abenteuer beschritt. Von einer Fortsetzung zu sprechen oder aber den Titel als „The Big Lebowski 2“ zu bezeichnen, damit tue ich mich schwer.

Mir gefiel der Film, um die Katze aus dem Sack zu lassen. Allerdings kann ich auch genau so gut davon ausgehen, dass es eine hohe Anzahl an Menschen gibt, die den Film nicht so gut finden werden. Auch denke ich, dass der Bezug zum Original, also zum „The Big Lebowski“ nicht nur von Nutzen, sondern gar notwendig ist, damit dieser Film (Jesus Rolls) überhaupt ordentlich funktioniert. Denn viele Anspielungen, rezitierende Dialoge und Situationen werfen einen Bezug in die Vergangenheit von 1997, als der Dude im Kino startete.

Ebenfalls ist es gut, dass dieser Film hier von und mit John Turturro ist, schließlich nahm er eine zwar eher kleinere Nebenrolle im Dude-Titel ein, füllte diese jedoch mit eine Intensität und Plastizität aus, die weit über seine Bildschirmzeit im Film hinaus strahlte. Neben Turturro geben sich Emmy-Gewinner Bobby Cannavale (The Irishman), Audrey Tautou, Oscar-Gewinnerin Susan Sarandon sowie Oscar-Gewinner Christopher Walken schauspielerisch die Ehre. Besonders positiv erwähnenswert: der Music-Score und Soundtrack – klasse.

Niemand verarscht Jesus! – Jesus Quintana

[Technik]
Der Jesus ist nicht sonderlich ein sympathischer Typ, keine Frage. Wenngleich er in „The Big Lebowski“ noch unfreundlich, teilweise gar feindselig wirkte, so ist er hier wesentlich publikumsnäher, massen-kompatibler und doch irgendwie oftmals ‚daneben‘. Das visuelle Standard Definition-DVD Geschehen hingegen hinterlässt eine adäquate Leistung und erbringt die notwendigen Güte, die man gewohnt ist und sein möchte. „Jesus Rolls“ strahlt in anamorphen Bildern im Format 1.85:1 daher und kann mit der gebotenen Farbgebung und dem Kontrast überzeugen. Ausreichend sauber geht es hier auch zu und die Kompression ist in Ordnung.

„Jesus Rolls“ ist ein Film, der sich durch die Musik beinahe gleichermaßen zum Ausdruck bringen will, wie er dies mit dem Bild macht. Dabei verlässt sich die technische Ausspielung auf den Dolby Digital 5.1-Ton, den es zweimal gibt, einmal in Deutsch und nochmal in Englisch. Untertitel sind ausschließlich in Deutsch vorhanden. Dialoge, etwas Umgebungsgeräusche und vor allem die gelungene musikalische Begleitung sprechend eine solide Sprache und sie sprechen für sich. Aus dem Durchschnitt bricht der Ton nur wenig aus, achtet jedoch darauf, worauf es ankommt.

[Fazit]
Irgendwie ein verrückter Film. An und für sich und vor allem als alleinstehendes Produkt betrachtet macht „Jesus Rolls“ hier auch keine schlechte Figur, es ist eben nur kein Strike geworden, was viele nach Verschiebungen und den (zu) groß gesteckten Erwartungen vielleicht dennoch enttäuscht. Kann man das Thema etwas abgrenzen und sieht es als Spin-Off eines großartigen Kultfilms (The Big Lebowski), dann können wir sogar darüber hinwegsehen, dass dem Datenträger hier leider keinerlei Bonusmaterialien vergönnt sind. Etwas schade. Jesus rollt ab dem 8. April ins Heimkino, vorausgesetzt einer Altersstufe von 16 Jahren. … und jetzt noch einmal den Klassiker einlegen.

Andre Schnack, 05.04.2021

Film/Inhalt:★★★☆☆☆ 
Bild:★★★★☆☆ 
Ton:★★★★☆☆ 
Extras/Ausstattung:★☆☆☆☆☆ 
Preis-Leistung★★★☆☆☆ 

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