The Interview

Action/Comedy
Action/Comedy

[Einleitung]
Seth Rogen und James Franco spielen in „The Interview“ von 2014 die führenden Rollen. Der Film entstand nach einem Drehbuch von Dan Sterling, Regie führten Evan Goldberg und Seth Rogen. „The Interview“ erscheint mir auf dem ersten Blick wie eine Satire, mindestens aber eine Comedy mit ganz offensichtlichen Anspielungen auf politisches Weltgeschehen. Ist dies so? Steckt etwas unterhaltsames in dieser Comedy oder ist es eher eine seelenlose Blödelei auf Kosten anderer? Diese Standard Definition DVD erscheint aus dem Angebot von Sony Pictures Home Entertainment und ich bot mich allzu gern für eine Ansicht an.

[Inhalt]
Dave Skylark (James Franco) und sein Produzent Aaron Rapaport (Seth Rogen) leiten die beliebte Promi-Fernsehsendung „Skylark Tonight“. Als sie erfahren, dass der nordkoreanische Staatschef Kim Jong-un Fan ihrer Show ist, ergattern sie ein Interview mit ihm. Bei den Vorbereitungen ihrer Reise nach Pjöngjang kommt jedoch alles anders, als die CIA Dave und Aaron engagiert, um den Diktator zu „beseitigen“.
(Quelle: Sony Pictures Home Entertainment)

[Kommentar]
Auf dem ersten Blick handelt es sich um eine recht einfach gehaltene Comedy. Doch dann wird klar, dass hier und dort mehr zu sein scheint, als der pure Witz, der an der Oberfläche zur Wirkung kommt, sich jedoch über weitere Kreise bis ins letzte Winkelchen der für Humor zuständigen Hirnwindungen entfacht und begeistert. Doch davon ist nicht so viel da. Denn teilweise empfand ich die Einlagen als überzogen und schon nicht mehr so witzig. Dabei leisten die Darsteller auf ganzer Linie eine gute Arbeit. Überzeichnete Figuren gehören natürlich dazu. Alles ist eben auf einem etwas anderen Level.

Technisch und inhaltlich ist „The Interview“ bestimmt Geschmackssache. Jawohl, ich kann mir nicht vorstellen, dass jeder einzelne im Publikum „The Interview“ uneingeschränkt gut findet. Wirklich nicht. Dazu fehlt es an Massentauglichkeit, das Stück ist zu speziell, vor allem in seinem Humor. Mit den ersten 6 Minuten ist schon vieles gesagt. Ein kleines Mädchen in Nordkorea singt ein sehr krasses Volkslied gegen Amerika und Eminem bekundet seine Homosexualität im TV-Interview. Masken, Sets und die visuellen Effekte sind allesamt ganz gut gelungen. Handwerklich kann man mit dem Ergebnis sehr zufrieden sein, erzählerisch leider nicht so.

[Technik]
Die Farbgebung des Films mit vielen künstlichen Lichtquellen ist erstaunlich gut. Sehr intensiv, wirkungsvoll und prall. Das ist der Eindruck vieler Situationen, die der Standard Definition Transfer hinterlässt. Doch hier und dort gibt es auch Makel, unsaubere Bereiche und Übergänge zu visuellen Effekten, die nicht sein müssten. Der 2.40:1-Transfer erweist sich als würdiger Träger der 16:9-Kinoformate. Er bietet ausreichend Kantenschärfe, bietet einen gelungenen Wiedergabegrad an Bilddetails und erschafft einen ebenfalls gelungenen plastischen Eindruck. Rauschen oder Kompressionsartefakte gehören nicht zum Programm.

Surround-Sound gibt es in dieser Action-Comedy im Format Dolby Digital 5.1 geboten. Dabei sind die Sprachfassungen Deutsch, Englisch sowie Französisch mit von der Partie. Untertitel gibt es in den vorgenannten Landesfassungen, sowie zusätzlich in Türkisch, Arabisch und Holländisch. Weitgehend haben wir es mit Innenaufnahmen zu tun, die einen entsprechenden Surround-Sound aufweisen, der sich in einem gelungenen Mittelfeld-Niveau befindet. Hin und wieder verlässt die Handlung den Innenraum und verlagert den tonalen Akt ebenfalls nach draussen. Dort gibt es mehr Weite, die Action-Sequenzen erfreuen sich an Räumlichkeit.

[Fazit]
Mit „The Interview“ gelang Seth Rogen ein interessanter Film, der hin und wieder etwas über das Ziel hinaus schießt, oder aber eben überraschend in den korrekten Momenten das falsche tut und somit dort enttäuscht, wo wir uns in Sicherheit wogen. Auf rund 108 Minuten unterhält der Titel auf eben seine eigene Art und Weise. Die kann gefallen, muss sie aber eben nicht. Die Bonusmaterialien setzen sich zusammen aus „Die Regisseure des Films“, „Nackt und ängstlich“ sowie der Featurette „Sehen Sie die Stars aus The Interview in der Wildnis“. Das ist nett und schön, haut allerdings auch nicht vom Hocker. Eine rundum ordentliche Disc. Erschien am 5. Juni, kostet rund 13,- Euro. Die FSK liegt bei ab 12 Jahren.

Andre Schnack, 30.06.2015

Film/Inhalt:★★★☆☆☆ 
Bild:★★★★☆☆ 
Ton:★★★★☆☆ 
Extras/Ausstattung:★★★☆☆☆ 
Preis-Leistung★★★☆☆☆