The Wolfpack

Dokumentation/Biography
Dokumentation/Biography

[Einleitung]
Crystal Moselle führte Regie bei einem Dokumentationsfilm, der sich mit einem ganz anderen Thema befasst, als wir es von vielen Sachsendungen kennen. „The Wolfpack“ behandelt etwas, dass wir selten erleben und doch nicht ausgeschlossen ist. Wir sehen hier folgende Menschen in den führenden Rollen: Bhagavan Angulo, Govinda Angulo, Jagadisa Angulo, Krsna Angulo, Mukunda Angulo und Narayana Angulo. Schauspieler sind sie nicht, jedoch gebührt ihnen hier die Führung in dieser Dokumentation aus dem Angebot von universumfilm. Ich konnte mir diese DVD im Standard Definition Format genauer anschauen und berichte aus erster Hand.

[Inhalt]
Aufgrund fragwürdiger Motive des Vaters bleibt es den sechs Angulo-Brüdern und ihrer Schwester mehr als 15 Jahre lang verwehrt, ihre New Yorker Wohnung zu verlassen. So bleibt den Geschwistern nur die Flucht in die fantastischen Welten von Filmen wie „Reservoir Dogs“, „Der Pate“ oder „Batman“, die sie auch mit selbstgemachten Requisiten und Kostümen nachspielen. Doch eines Tages beginnen die Brüder, sich gegen die Regeln des Vaters aufzulehnen. Nach und nach, jedoch immer zusammen im „Rudel“, lernen sie die Welt außerhalb ihrer Wohnung und der Illusion der Filme, in denen sie jahrelang lebten, kennen…
(Quelle: universumfilm)

[Kommentar]
Solche Geschichten kommen bestimmt nicht häufig vor. Jedoch ist es auch nicht ausgeschlossen, dass Menschen andere Menschen über Jahre gefangen halten oder missbrauchen auf verschiedenste Arten und Weisen. Zuweilen sogar inmitten großer Metropolen. „The Wolfpack“ erzählt genau von einer solchen Geschichte. Sie zeigt das Schicksal von mehreren Brüdern auf, die seit Jahren von ihrem eigenen Vater praktisch gefangen gehalten worden sind. Völlig isoliert und ohne nennenswerten Kontakt zur Außenwelt konzentrierten sie sich auf das, was ihnen zur Verfügung stand: Fernsehprogramm und Filme gehörten natürlich dazu.

Gut fotografiert, teils verstörend und bewegend in seiner Wirkung. Denn die Erzählung hat eine hohe Stufe an Authentizität und wirft neben grauenhaften Vorstellungen auch viele Fragen auf. Antworten hingegen sind nur bedingt mit von der Partie. Doch darum geht es den Filmemachern hinter dem Werk vielleicht auch gar nicht, sondern vielmehr darum, dass das Thema, das Schicksal dieser Menschen einer breiten Masse bewusst wird. Vielleicht dadurch bedingt auch wieder mehr Aufmerksamkeit der unmittelbaren Umgebung gegenüber aufgebracht wird.

[Technik]
Die Standard Definition-DVD bietet hier einen anamorphen Breitbild-Transfer im Format 1.78:1 zum besten. „The Wolfpack“ gehört zwar in die Dokumentations-Sektion, vermag jedoch auch als eine Art Sachsendung dienlich zu sein. Je nach Ursprung variiert ein wenig die Qualität der gezeigten Bilder. Kontrast und Farbgebung sind in Ordnung, hauen jedoch niemanden mehr vom Hocker. Wenngleich es sich um eine Dokumentarsendung handelt, so können die Werte alle im Mittelfeld mitspielen. Rauschen oder Verunreinigungen gibt es nur bedingt und ich bin grundsätzlich mit den soliden Leistungen zufrieden. Auch arbeitet die Kompression ordentlich.

Der Ton ist nebensächlich, könnte man meinen. Dennoch ist er – wie immer in Filmen – weitgehend als ein tragendes Element der Stimmung zu bezeichnen. Und hier erfolgt er in Form eines Dolby Digital 5.1-Formats, welches wahlweise in den Sprachen Deutsch und Englisch genossen werden kann. Genossen? Ja und nein. Fehlerfreiheit regiert hier weitgehend, richtiger Surround-Sound hingegen taucht nicht auf. Klar, handelt es sich auch um kein Action-Film, sondern vielmehr um eine Sachsendung. Und doch wählte man dieses Format, das hier nicht annähernd seine Potenziale auszuschöpfen vermag. „The Wolfpack“ arbeitet subtil und fein. Untertitel: Deutsch.

[Fazit]
„The Wolfpack – Mitten in Manhattan“ ist ein besonderer Film. Er begeistert nicht durch eine fiktive und doch spannende Story, sondern dadurch, dass wir es mit etwas zu tun bekommen, dass sich tatsächlich so oder sehr ähnlich zugetragen hat. Das ist besonders. Bedenke man dabei bitte auch, welche Hürden die Hauptfiguren hier zu nehmen hatten. Auf einer Laufzeit von rund 86 Minuten vermittelt der Titel einiges und kann sich auf der einseitigen und zweischichtigen Disc (DVD Typ 9) wohlfühlen. Technisch soweit in Ordnung, inhaltlich ab einer Altersstufe von 12 Jahren freigegeben. Am 12. Februar 2016 erschien die Disc zu einem Preis von rund 15,- Euro. Wer Filme mag, wird viele der hier verarbeiteten kennen. Filme leben!

Andre Schnack, 01.03.2016

Film/Inhalt:★★★★☆☆ 
Bild:★★★☆☆☆ 
Ton:★★★☆☆☆ 
Extras/Ausstattung:★★★☆☆☆ 
Preis-Leistung★★★☆☆☆