Goldman Sachs – Eine Bank lenkt die Welt

Dokumentation
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[Einleitung]
„Goldman Sachs – Eine Bank lenkt die Welt“ ist der Titel einer französisch produzierten Dokumentation über die gleichnamige US-amerikanische Bank. Das Geldhaus, das man in keiner Werbung sieht, dessen Namen jedoch schon mal fiel. „Goldman Sachs – La banque qui dirige le monde“ lautet der Originaltitel der von Jérôme Fritel und Marc Roche in den Funktionen Regisseur sowie Drehbuchautor 2012 abgedreht wurde. Ich habe mir den Titel jüngst im AppleTV-Store für 7,99 Euro gekauft, irgendwie interessierte mich das Thema aktuell sehr. Und ich hörte schon des Öfteren darüber, wie verflochten doch die Aktivitäten dieses Geldhauses mit geopolitischen Einflüssen zu sein scheinen.

Inhalt
Goldman Sachs ist mehr als eine Bank. Sie ist ein unsichtbares Imperium, dessen Vermögen mit 700 Milliarden Euro das Budget des französischen Staates um das Zweifache übersteigt. Sie ist ein Finanzimperium auf der Sonnenseite, das die Welt mit seinen wilden Spekulationen und seiner Profitgier in ein riesiges Kasino verwandelt hat.

Die amerikanische Investmentbank ist in den letzten Jahren zum Symbol für Maßlosigkeit und ausufernde Spekulationen im Finanzbereich geworden. Ihre Geschäfte mit der Zahlungsunfähigkeit amerikanischer Privathaushalte haben sie zwar an den Rand des Bankrotts gebracht, aber letztlich wurde sie dank ihrer politischen Verbindungen vor dem Aus bewahrt.

Der wie ein Thriller aufgebaute Dokumentarfilm erzählt chronologisch, wie Goldman Sachs am Ende stets als Gewinner dastand, vom US-Immobilienskandal des Jahres 2007 bis zur Eurokrise und der Staatsverschuldung im Euroraum seit 2010. Aufgrund der finanziellen Bedeutung und vor allem des Einflusses der „Firma“, wie die Bank an der Wall Street genannt wird, konnte sich Goldman Sachs mühelos über ethische Grundsätze hinwegsetzten, immer knapp am Rande der Legalität.
(Quelle: AppleTV Store)

[Kommentar]
Was für perfide Modelle, die ausschließlich geschaffen wurden, um sich durch sie an anderen zu bereichern – furchtbar. Wert schaffen? Fehlanzeige. Fairness und partnerschaftliches Handeln? Absolut nicht. Die Werte, welche hier angelegt scheinen, wirken wie aus dem Mittelalter, schlimmer noch. Doch sie sind es, was das Bild des Hyper-Kapitalismus eben prägen: Profitgier ohne Rücksicht auf andere, auf die Umwelt, auf nichts. Wer das nun als zu übertrieben empfindet, der sollte nur einmal darüber nachdenken, warum diese Bank zu den einflussreichsten Häusern zählt, jedoch praktisch für die normalen Menschen unsichtbar ist. Macht wird hier hinter dem Vorhang verwaltet und genutzt.

Ein weiterer, daran anschließender Gedanke sollte jener sein, der realisiert, was das Internet mit der gefühlten Anonymität in unserer Gesellschaft zu tun hat. Und so ist es auch hier, denn die Bank hat eben keine Skrupel, die Bank ist nur die Bank, die Firma. Doch am Ende sind das eine ganze Menge ziemlich skrupellos handelnder Anzugträger, die sich um nicht außer Geld scheren. Am beeindruckendsten finde ich hingegen den Fakt, dass es allerhand Wissen über dubiose Machenschaften zu geben scheint, nur ist mir eben kaum von irgendwelchen Konsequenzen bekannt… Eine gut gemachte Sendung, die zeigt, was nicht möglich sein sollte, wie ich denke.

[Technik]
Auch bei der technischen Abbildung dieses Produkts wird schon klar, dass es eben kein Hollywood-Big Budget Film, sondern eher eine zurückgehalten produzierte und auf Sachlichkeit angelegte Dokumentation ist. Hier ist es nicht die Technik, der Inhalt ist vielmehr die Sprengkraft, oder als explosiv zu betrachten. „Goldman Sachs – Eine Bank lenkt die Welt“ hat maßgeblich aus zwei Quellen zu schöpfen. Da wären die zahllosen Archivmaterialien, welche den Inhalt zusätzlich tragen und dafür Sorge leisten, dass wir als Zuschauer mehr Bezug haben, was die Glaubwürdigkeit erhöht. Das zweite Element sind die überwiegend viel jüngeren und eben professioneller angefertigten Interviewausschnitte. Beim Bild handelt es sich überwiegend um 1.78:1-Zuschnitte unter anamorpher Codierung abgespielt.

Tontechnisch erwartet uns kein furioses Feuerwerk. Es ist ein Film über eine Bank. Und wenngleich mit ‚Die Firma‘ doch zumindest direkter Bezug zu einem Hollywood-Klassiker besteht, so gibt es in dieser Sendung nur wenig bis gar kein Potenzial auf Effekthascherei oder einen bidirektional verlaufenden Surround-Sound. Wir attestieren einen klaren Stereo-Ton, die Sprache (Deutsch/Französisch) in den unterschiedlichen Ebenen und Quellen, ist stets verständlich und es gibt kaum Anlass zur Kritik. Der oftmals etwas bös’ und düster wirkende, brummende Grundton, der das Übel der Bank zu unterstreichen versucht, haucht der Doku etwas Thriller-Flair ein.

[Fazit]
Mit „Goldman Sachs – Eine Bank lenkt die Welt“ kommt eine Sachsendung ins Regal, die sich der mittlerweile mannigfaltig vorhandenen Kritik an unseren kapitalistischen Systemen anschließt. Sie fokussiert jedoch auf eines der Elemente, welche systemrelevant sein könnten und mit einem immensen Einfluss ausgestattet erscheinen. Warum, wie es dazu kam und welche Gefahren von dieser ungebremsten und ethisch zu verurteilenden Doppelmoral und Gier ausgehen. „Goldman Sachs“ zeigt uns auch, wie der Mensch nun einmal ist, ein egoistischer Idiot – meistens zumindest. Die Laufzeit liegt bei rund 71 Minuten und ist damit verhältnismäßig kurz. Eine Altersfreigabe gibt es nicht, bzw. sie liegt bei 0 Jahren. Wer sich für die globalen Finanzströme interessiert, zugreifen.

Andre Schnack, 02.03.2020

Film/Inhalt:★★★★☆☆ 
Bild:★★★☆☆☆ 
Ton:★★★☆☆☆ 
Extras/Ausstattung:★☆☆☆☆☆ 
Preis-Leistung★★★★☆☆ 

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