Alien – Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt

Horror/Science-Fiction
Horror/Science-Fiction

[Einleitung]
Eine halbe Million Menschen haben entschieden, dass „Alien“ zum Kulturgut gehört, zumindest im Bereich der Unterhaltung. Dies kann in der Internet Movie Database beobachtet werden. Mit einer durchschnittlichen Bewertung von 8,5 von 10 möglichen Sternen liegt der Titel von Regisseur Ridley Scott ganz weit vorne. Selbst der sonderbar lange deutsche Untertitel bereitet dem Erfolg keinen Abbruch. Das Drehbuch entstammt der Feder von Dan O’Bannon. Es handelt sich um eine US-amerikanische und britische Ko-Produktion. In den führenden Rollen des Sci-Fi Klassikers sehen wir Sigourney Weaver, Tom Skerritt, Veronica Cartwright, Yaphet Kotto sowie Harry Dean Stanton. Ich konnte mir die High Definition Blu-ray von Twentieth Century Fox Home Entertainment genauer anschauen und berichte.

[Inhalt]
Die Besatzung des Raumschiffs „Nostromo“ ist nach einem Erkundungsflug auf dem Rückflug zur Erde. Aufgrund eines Computer-Notsignals landet die Crew auf einem unbekannten Planeten. In einem Raumschiff-Wrack entdeckt die Mannschaft ein fremdartiges Wesen, das trotz aller Vorsicht an Bord gelangt. Diese zunächst scheinbar harmlose Wesensform entwickelt sich zu einer tödlichen Gefahr: Auf grauenvolle Weise tötet es ein Besatzungsmitglied nach dem anderen…
(Quelle: Twentieth Century Fox Home Entertainment)

[Kommentar]
Was für ein beeindruckender Film. Ende der 70er Jahre schuf Ridley Scott mit „Alien“ einen fantastischen und unheimlich erfolgreichen Science-Fiction Titel, der auf zwei Arten durch seine Spannung und Gefahr begeisterte und faszinierte. Da ist zum einen das todbringende Monster aus dem Weltall, welches nach und nach die Mannschaft des Raumschiffs dezimiert. Es scheint kein Kraut gegen das Vieh gewachsen. Der Mensch erscheint als Opfer, so auch gegenüber seiner Lebenskapsel, dem Raumschiff. Dem zweiten Faktor der Begeisterung für „Alien“. Denn dieses Raumschiff ist toll gestaltet und fasziniert, wirkt jedoch unheimlich künstlich und irgendwie ist es derart fotografiert, als das es nicht lebensfreundlich wirkt. Hier kämpfen die Menschen um ihr Leben. Das sei auch im übertragenen Sinne verstanden.

Am 28. Oktober 2001 schrieb ich folgendes und teile dies auch heute noch:

– „Alien“ ist Horror, Science-Fiction und Thriller – prima gemischt. Selten erlebte ich einen solch’ spannenden Film. Dabei kommt er ohne viel Ekel und überflüssige Gewalt aus, daß Alien selbst ist dafür das personifizierte Böse! Gekonnt setzte Regisseur Ridley Scott Licht und Schatten ein, er hüllte das fiese Ungetüm immer in unbehaglichen Schatten, die Auftritte des Biests sind einfach perfekt. Der Film beginnt noch sehr ruhig, spitzt sich dann aber zu, Langeweile kommt nie auf und die 116 Minuten des Films vergehen wie im Flug, da bleibt kaum Zeit zum Luft holen.

Das Alien hat einfach Klasse, zwar hat es sehr humanoide Züge, hat einen Kopf, Torso, Beine und Arme, unterscheidet sich dennoch sehr von unserer Art. Es ist absolut tödlich, wie ein Raubtier sucht und jagt es seine Opfer, trotzdem ist es überaus intelligent. Aber es ist doch nicht nur das Alien, welches vom Künstler H. R. Giger entwickelt wurde, sondern auch die Aufenthaltsorte der armen Teufel die dem Alien ausgeliefert sind. Der Schwenk durch das „tote“ Raumschiff am Anfang des Film, als sich noch alle im Schlaf befinden, präsentiert uns schon die Technik der Zukunft auf eine skeptische Weise, daß Raumschiff wirkt menschenleer, kühl und sehr unbehaglich.

Als die Mannschaft ihren Spaziergang durch das fremde Schiff beginnt, macht sich die feindselige Atmosphäre erst richtig breit, unterstützt durch die Planetenoberfläche, Schnee, Wind und felsiges, steiniges Gelände so weit das Auge reicht. Im weiteren Verlauf des Films wird dann auch noch das, zwar ungemütliche, aber sonst sichere Raumschiff alles andere als sicher. Die Sets gefallen sehr gut, Elemente wie eine gesunde Dunkelheit und Regen setz Regisseur Scott ’82 auch in „Blade Runner“ ein. Zwar ist die Technik nicht die beste und man merkt dem Film seine 20 Jahre an, dennoch eine brilliante Leistung. „Alien“ schockt, fesselt und beißt, läßt nicht los – bis zum bitteren Ende.“ –

[Technik]
Visuell fängt man das „Alien“ in einem sehr gesunden Rahmen ein. Der breitwandige 2.35:1-Transfer erfreut sich voller 1080p-Abtastung und hinterlässt von Beginn an einen guten Eindruck. Die Aufnahmen sind ausreichend sauber und frei von Fehlerbildungen und Verunreinigungen. Der Kontrast ist ausreichend steil, lässt hin und wieder jedoch Details des Geschehens in den schattenverhangenen Bereichen verschwinden. Und hier ist schon viel Schatten dabei, handelt es sich doch um ausschließlich künstlich beleuchtete Situationen. Alle eingesetzten Farben passen zu ihrem Einsatzort, qualitativ gibt es da nichts dran auszusetzen. Kompression? Sauber.

Tontechnisch ist „Alien“ eher ein Titel, der durch nervenzerreissende Stille zu begeistern versteht. Und durch diese gekonnt platzierten Momente, die einen den Puls und das Adrenalin nach oben schnellen lassen. Geräusche, Sprache und Musik konnten mich für sich gewinnen und leisten technisch gute Arbeit. Die musikalische Begleitung konzentriert sich dabei auf die Spannungs-Extreme. „Alien“ begeistert durch einen feinen Surround-Sound, der wahlweise in den folgenden Sprachen und Formaten erlebt wird: 5.1 DTS HD Master Audio, 4.1 u. 2.0 Dolby Surround auf Englisch; Portugiesisch u. Spanisch 5.1 Dolby Digital; Französisch u. Deutsch 5.1 DTS.

[Fazit]
Mit „Alien“ brachte Ridley Scott einen düsteren, sehr intensiven und unheimlichen, visuellen Horror-Film ins Kino, der sich im Science-Fiction Milieu durchsetzen konnte und bis heute einen Großteil seiner Faszination beibehalten konnte. Die einseitige und zweischichtige Blu-ray Disc (BD 50) beinhaltet neben der Kinofassung zu 117 Minuten auch den Director’s Cut mit 116 Minuten Spieldauer. Technisch braucht sich der Film nicht zu verstecken, auch ob seines Alters nicht. Neben den beiden Filmfassungen gibt es noch folgendes Bonusmaterial:

– Audiokommentar von Ridley Scott
– Audiokommentar mit Ridley Scott, den Schauspielern und dem Filmteam (aus dem Jahr 2003)
– Isolierte Filmmusik
– 7 entfallene Szenen

Die damals (2001) getestete DVD Code1-Variante bot mehr Extras, nur eben nicht den 2003 produzierten Audiokommentar. Eine Handvoll entfallene Szenen waren dazumal ebenfalls mehr mit an Bord. Ich kann dies in Anbetracht der guten Technik und ansonsten überzeugenden Aspekten dieser Blu-ray Disc gut verschmerzen und bin mit dem gebotenen Extras zufrieden. Die Altersfreigabe des Produkts (gesamthaft betrachtet) liegt bei ab 16 Jahren. Erscheinungstermin war Ende 2012 und liegt nunmehr auch schon etwas her…

Andre Schnack, 04.01.2016

Film/Inhalt:★★★★★☆ 
Bild:★★★★☆☆ 
Ton:★★★★☆☆ 
Extras/Ausstattung:★★★★☆☆ 
Preis-Leistung★★★★☆☆