Blinkende Lichter

Action/Comedy/Crime
Action/Comedy/Crime

[Einleitung]
Jüngst sah ich die skandinavische Filmproduktion „Einer nach dem anderen“ mit Stellan Skarsgård – und ich war begeistert. Nun sah ich mir die nächste Filmproduktion aus dem hohen Norden an: „Blinkende Lichter“ (Originaltitel: Flickering Lights) mit Sofie Grabol, Ulrich Thomsen, Thomas Bo Larsen, Iben Hjejle, Soren Pilmark sowie Mads Mikkelsen in den führenden Rollen. Die Regiearbeit entstand unter Führung durch Regisseur Anders Thomas Jensen nach einem Drehbuch, dass er ebenfalls verfasste. Ich konnte mir die Produktion von 2000 aus Schweden und Dänemark genauer anschauen und berichte über die Blu-ray Disc des Titels aus dem Vertrieb von universumfilm.

Inhalt
Der 40-jährige Kleinkriminelle Torkild (Søren Pilmark) hat die Schnauze voll: Schluss mit dem Gaunerleben! Statt den Koffer mit dem gestohlenen Geld bei seinem Auftraggeber abzuliefern, flüchtet er kurzerhand und klammheimlich mit der fetten Beute und seinen skurrilen Komplizen im Gepäck Richtung Barcelona. Mit ihrer klapprigen Schrottkarre kommen sie jedoch nur knapp bis zur dänischen Grenze und müssen frühzeitig eine Zwangspause einlegen. Dummerweise sind ihnen da schon der übel gelaunte Auftraggeber, die Polizei und eine ganze Horde Ex-Freundinnen auf der Spur…
(Quelle: universumfilm)

[Kommentar]
„Blinkende Lichter“ ist ein sonderbarer Titel, unter dem man sich im ersten Moment nicht allzu viel vorstellen kann. Zumindest ging es mir dabei so. Positiv geprägt auf Filme aus dem hohen durch die Vergangenheit mit „Pusher“ oder aber „Einer nach dem anderen“ war ich mir jedoch sicher, dass dies eine schwarze Komödie sei, die mir gefallen könnte. Und so war es dann auch. Was habe ich mich über „Adams Äpfel“ gefreut, ähnlich – nicht ganz so lustig – empfand ich das Erlebnis „Blinkende Lichter“ anzuschauen.

Die brutal ausgesteuerte Melange aus Ganster- und Comedy-Sujet hinterlässt einen eigensinnigen Charme und weist einen ebenfalls so eigensinnigen Stil auf. Doch das ist keinesfalls etwas schlechtes, vielmehr etwas positives, wenn man denn offen für Filme ist, die sich nicht unbedingt dem Mainstream unterordnen. Sicher in der Ausführung, mit rabenschwarzen Situationen und doch recht brutalen Momenten gespickt, sprechen die „Blinkende(n) Lichter“ definitiv jene an, die sich auch an „Pulp Fiction“ oder aber ähnlicher Kost aus dem skandinavischen Kreativ-Raum ergötzen können.

Die Erzählung an und für sich ist eine einfache Geschichte. Keine großartigen Wendungen, Twists and Turns erwarten uns hier, dennoch ist der Verlauf ausreichend interessant gestaltet, sehr kurzweilig und auch vom Aufbau her spannend genug. Alle Dialoge und Figuren sind skurril und irgendwie witzig gestaltet, die Situationen und Handlungsorte ebenfalls. „Blinkende Lichter“ ist für mich vor dem Hintergrund, dass ich aus dem hohen Norden Deutschlands komme, sogar noch eine kleine Spur interessanter, denn die Grenze Dänemarks ist hier praktisch „nebenan“.

You’re calling my sauce a fetus? – Arne

[Technik]
„Blinkende Lichter“ erscheint hier in Form eines High Definition-Transfers, der sich auf der Blu-ray Disc auch wohl zu fühlen scheint. Das kann man den knackigen Farben, dem gelungenen Kontrast und der Fähigkeit rasante Kamerabewegungen und Schnitte abzubilden, ansehen. Davon ab weist das Bild eine ausreichende Ruhe und Sauberkeit auf, die Ausleuchtung gibt wenig Anlass zur Kritik und holistisch betrachtet macht das Geschehen, dass hier im Format 2.35:1 präsentiert wird (1080p), einen soliden, rundum gelungenen Eindruck. Nennenswerte Mankos konnte ich nicht ausmachen und die Kompression arbeitet ebenfalls sauber und unauffällig.

Die Sprache erleben wir wahlweise in den Landesfassungen Dänisch oder aber Deutsch, abgemischt im DTS-HD Master Audio Format mit 5.1-Kanälen. „Flickering Lights“ (unter dem Titel findet aktuell der Vertrieb statt) bekleckert sich hier nicht mit allzu viel Ruhm, wenn man etwas aus der Ecke der Super-Blockbuster kommt und Mega-Effekte-Feuerwerke gewohnt ist. Doch beiseite damit, denn es trifft hier nicht zu. Die blinkenden Lichter klingen gut. Sie sind fein auf die Wiedergabe von Sprache und der musikalischen Begleitung abgestimmt und die Hintergrundgeräusche sind auch in Ordnung. Fehlverhalten gibt es nicht auszumachen.

[Fazit]
Wir haben es hier mit europäischer Filmkunst zu tun, das ist etwas, dass vielen nicht so gut gefällt wie die sehr westlich orientierten Hollywood-Titeln. Dabei gibt es hier eine ganz großartige Verbindung zwischen fiesen Halunken, alltäglichen, gar besonderen Szenen, in denen diese sich befinden – und eben einem fantastischen Humor. „Flickering Lights“ ist auf einer Laufzeit von rund 112 Minuten hochunterhaltsam für mich gewesen. Danach geht der Spaß allerdings leider nicht weiter, zumindest nicht auf dieser High Definition Blu-ray Disc, denn Extras sind nicht enthalten. Davon ab ist dieses feine Filmstück dennoch eine Empfehlung wert. Freigegeben ab 16 Jahren.

Andre Schnack, 20.05.2019

Film/Inhalt:★★★★☆☆ 
Bild:★★★★☆☆ 
Ton:★★★☆☆☆ 
Extras/Ausstattung:★☆☆☆☆☆ 
Preis-Leistung★★★☆☆☆