Chroniken der Unterwelt – City of Bones

Action/Adventure/Drama
Action/Adventure/Drama

[Einleitung]
Mit einem weniger von der Zunge rollenden Originaltitel „The Mortal Instruments: City of Bones“ lief der US-Film nicht weniger erfolgreich als hier unter dem Namen „Chroniken der Unterwelt – City of Bones“. Egal wie die Verfilmung von Regisseur Harald Zwart auch heißt, die Romanvorlage ist das, was den Titel zur großen Bekanntheit bringt. Autorin Cassandra Clare schuf die Romane, hier adaptierte Jessica Postigo den Stoff für die große Leinwand. In den führenden Rollen sehen wir allen voran Menschen, die aktuell hoch im Kurs sind, vor allem aber beim jungen Publikum der Teenies: Lily Collins, Jamie Campbell Bower und Robert Sheehan, um nur wenige zu nennen. Ich erhielt die Standard Definition DVD zur Ansicht und berichte über die Stärken und Schwächen. Die Disc erscheint aus dem Angebot von Constantin Film.

[Inhalt]
„Chroniken der Unterwelt – City of Bones“ erzählt die Geschichte von Clary (Lily Collins), die entdeckt, dass sie einer viele Generationen alten Gruppe von Schattenjägern angehört, einem Geheimbund von Halbengel-Kriegern, die dafür kämpfen, unsere Welt vor Dämonen zu bewahren. Nach dem rätselhaften Verschwinden ihrer Mutter schließt sich das Mädchen einer Gruppe von Schattenjägern an, die ihr das New York einer Parallelwelt zeigen – voll mit Dämonen, Zauberern, Werwölfen, Vampiren und anderen tödlichen Kreaturen.

Gemeinsam mit den Schattenjägern Jace (Jamie Campbell Bower), Alec (Kevin Zegers) und Isabelle (Jemima West) macht sich Clary auf die Suche nach ihrer Mutter. Außerdem müssen die vier verhindern, dass der finstere Valentine Morgenstern (Jonathan Rhys Meyers) in den Besitz des mächtigen Kelchs der Engel gelangt…
(Quelle: Constantin Film)

[Kommentar]
Mir schwante böses. Nein, vielmehr war es eine Vorahnung, die inhaltlich genau so gut zu den Themen der Filme passt, wie auch das Instrument Vorahnung an und für sich. Klar, wenn es Fantasy-Elemente hagelt und von mythischen Gruppierungen und sonderbaren Wesen berichtet wird, dann bleibt die eigene Fantasie nicht ungeweckt. Sofort schossen mir Titel wie „Twilight“ oder „Seelen“ sowie „Rubinrot“ und „Odd Thomas“ in den Kopf. Ja, auf diesen Pfaden wird vielleicht auch „Chroniken der Unterwelt“ schreiten, ich war gespannt. Gute Bücher sind ja erst einmal eine gute Basis, auf der ein Film aufsetzen kann. Und im Fall der Verfilmung auch muss.

Wie ist das hier gelungen? Ist das überhaupt die richtige Frage und warum zum Geier habe ich das Buch nicht vorher gelesen. Nicht deswegen, da der Titel dieser Seite auf Videos abzielt, sondern vielmehr rührt das daher, das ich kaum Romane lese. Macht auch nichts, schließlich wird sich auf den Film konzentriert und die ohnehin meist intensiveren Vorstellungen, die beim Lesen eines Romans aufkommen, stören zumindest nicht und lenken somit auch nicht vom Film ab. Und so erlebte ich einen technisch gut gemachten und fantasievoll erzählten Teenie-Fantasy-Titel, von dem nach der Ansicht nicht sonderlich viel hängen bleibt.

Zu einfallsreich sind viele Details, die sich dann nicht mehr als Beiwerk verhalten, sondern Aufmerksamkeit aus dem Publikum ziehen, die eigentlich für die Geschichte und das Zusammenspiel der beteiligten Mimen gedacht war. Handwerklich ist hier alles fein, echte Kritik kann ich weder an der Machart, noch an den eingesetzten Mitteln ansetzen. Die Erzählung der an sich ausreichend frisch wirkenden Story gefällt im Hinblick auf die darstellerischen Leistungen und die Auswahl der Darsteller und ihren Rollen. Kein großes Kino, insgesamt jedoch gut anzuschauen.

[Technik]
„Chroniken der Unterwelt – City of Bones“ hat ein interessantes Sujet zu bieten und entführt den Zuschauer in ein fantastisches Reich, fern ab unserer Augen und dessen, was sie sonst in der Normalität zu sehen bekommen. Klar, nach wie vor handelt es sich um einen Realfilm, der ordentlich aufgepeppt worden ist und sich an den technischen Raffinessen erfreuen kann, die heute mit dem Computer eben möglich sind. Gut dabei, die integrierten visuellen Effekte fallen keinesfalls negativ ins Auge und schmücken den anamorphen 16:9-Transfer in seinem 2.40:1-Gewand angenehm. Zu Störungen im Bild oder der Kompression kommt es nicht.

Deutsch oder Englisch erklingt es aus den angeschlossenen Lautsprechern. Die Wahl der Macher fiel dabei auf den Einsatz eines Dolby Digital 5.1-Formats. Da das Thema einiges an Potenzial bietet und durch einem lebhaften Klang in der Gunst des Publikums wachsen würde, erfreute ich mich daran, dass die graue Theorie auch in eine dynamische Praxis umgesetzt werden konnte. „Chroniken der Unterwelt“ hat einiges auf dem Kasten und frohlockt mit einigen tollen Effekten und tonalen Kapriolen, die einer lobenden Erwähnung bedürfen. Schön, dass das alles rausch- und fehlerfrei präsentiert wird.

[Fazit]
Wer voreingenommen an den Film herantritt, der wird auch Makel finden und seine negativen Punkte setzen können. Wer dem Titel jedoch eine Chance gibt, dem fällt rasch auf, dass es ein weiteres gelungenes und junges Stück Film hier gibt, welches vor allem das etwas jüngere Publikum gut zu unterhalten versteht. Auf einer Laufzeit von rund 125 Minuten und mit einer Altersfreigabe von ab 12 Jahren fährt der Film wenig überraschend auf dem Gleis, auf dem auch die bereits vorgenannten Konsorten unterwegs waren. Eigentlich eine Strecke zum Erfolg…

Neben dem Hauptfilm hat diese Standard Definition DVD noch Extras zu bieten. Mit von der Partie sind ein rund 10minutenlanges Making Of, ein Feature mit dem Titel „Zugang zu allen Bereichen mit Cassandra Clare“ zu 12 Minuten sowie Trailer. Erhältlich ist die Disc seit dem 23. Januar zu einem Preis von rund 13,– Euro. Wer die Bücher mag oder das Thema an sich gut findet, der wird auch seine Freude an dieser DVD erleben. Technisch gut gelungen, in Sachen Ausstattung hingegen keine Empfehlung wert.

Andre Schnack, 30.01.2014

Film/Inhalt:★★★★☆☆ 
Bild:★★★★★☆ 
Ton:★★★★★☆ 
Extras/Ausstattung:★★★☆☆☆ 
Preis-Leistung★★★☆☆☆