Cocktail für eine Leiche

Thriller/Crime
Thriller/Crime

[Einleitung]
„Cocktail für eine Leiche“ heißt eigentlich „Rope“, was auch dem Inhalt etwas näher kommt. Es handelt sich um einen Alfred Hitchcock Film von 1948, und zwar um den ersten Farbfilm des Altmeisters aus Großbritannien. In den Hauptrollen sind neben James Stewart auch John Dall und Farley Granger in den Hauptrollen zu sehen. Das Drehbuch entstand nach einem Bühnenstück von Patrick Hamilton und wurde von Hume Cronyn und Arthur Laurents adaptiert. Wir konnten uns die DVD-Version des Titels aus dem Hause Universal Home Videos genauer ansehen.

[Inhalt]
Um endlich zu beweisen, dass es den perfekten Mord gibt, beschließen Brandon (John Dall) und Philip (Farley Granger) ihren Studienfreund David in seiner Wohnung zu erdrosseln. Die Leiche verstauen sie in einer Büchertruhe und empfangen eine halbe Stunde später seelenruhig Gäste, die der Ermordete Tage zuvor eingeladen hat. Unter ihnen ist auch Professor Cadell (James Steward), dem im Verlauf der Unterhaltung merkwürdige Dinge auffallen. Zuerst ist es nur ein vager Verdacht ohne Zusammenhänge, aber dann mehren sich für die Professor die Indizien, dass hier etwas nicht mit rechten Dingen zugeht.
(Quelle: Universal)

[Kommentar]
Dieser Film ist einfach wunderbar. Wie so viele Werke von Alfred Hitchcock. Hier finden wir das Vorbild, sozusagen das Original, zu Filmen wie z.B. „Mord nach Plan“ mit Sandra Bullock von 2002. doch schaut man sich heute „Cocktail für eine Leiche“ an, so kann man bestenfalls durch Kostüme, Sets und die Kameratechnik das Alter schätzen, denn das inhaltliche Thema ist zeitlos. Es geht um einen Mord, dessen Abschluss in der Eröffnungsszene noch kurz präsentiert wird. Das Motiv ist der Mord selbst. Nicht mehr oder weniger. Es geht ums „damit durchkommen“, und eine ideologische Ansicht, die dem des Dritten Reichs etwas ähnelt. Die mutmaßlichen Täter bleiben dem Betrachter nicht unbekannt. Dem Betrachter wird die gleiche Frage gestellt, die sich auf die Täter stellen: werden sie damit durchkommen?

Die Konstruktion des Films ähnelt der eines Theaterstücks. Die gesamte Handlung findet in einer Wohnung statt und es spielen lediglich 9 Charaktere mit. Von diesen geraten zwei mehr und mehr unter Verdacht des hellen Kopfes Rupert Cadells. Und das nicht auf blauen Dunst, sondern weil sie sich Stück für Stück verraten und unnatürlich verhalten. James Stewart spielt dabei seine Rolle ganz fabelhaft, irgendwo zwischen arrogant und intelligent gewitzt. Auch die weiteren Beteiligten stehen gut da und verkörpern glaubhaft und plastisch ihre Figuren.

Hitchcock arbeitete mit langen Aufnahmen ohne viele Schnitte. Jede 10 Minuten ungefähr wird ein Cut vollzogen. Diese fallen nur ins Auge, wenn man darauf achtet, dass die Kamera in den Rücken einer bestimmten Person ein- und anschließend wieder auszoomt. Der Film erzählt die Geschichte linear – ohne Rückblenden oder anderen Schnickschnack. Einige typische Kamerafahrten gibt es natürlich auch wieder, was nicht nur den Fan erfreut. Musikalische Untermalung gibt es im Film durch den Einsatz eines Klavierspiels, welches von einer einzigen Person ausgeht und in für die Story sogar noch eine relevante Rolle spielt. Überlagerten Musikeinsatz finden wir nicht vor.

[Technik]
Mittlerweile hat das Werk mehr als 55 Jahre auf dem Buckel. Diese Lenzen machen sich natürlich auch bemerkbar, wenngleich das Ergebnis von Universal hier als gut bezeichnet werden kann. Erwartungsgemäß kommt das Geschehen auf dem Wiedergabegerät mittels 4:3-Vollbildtransfers zutage. Restauriert und aufpoliert kann dieses Bild den Betrachter überzeugen. Wir kommen in den Genuss von typischer Farbgebung fürs Alter und einem angenehmen, wirkungsvollen Kontrast. Selbst die Kantenschärfe gibt nur selten begründeten Anlass zur Kritik und es kann ein wohliges, harmonisches Gesamtkonzept attestiert werden, welches seine Wirkung gut entfaltet. Die Kompression der DVD gelang gut und zeigt, wie alte Filme aussehen können.

Tontechnisch gibt es für die DVD einen leichten Dämpfer in der Bewertung. Englischen oder wahlweise deutschen Ton erhalten wir im monauralen Format an die Lauscher getragen. Verständlich ist dieser, jedoch auch in der Wiedergabe der Dialoge nicht sonderlich differenziert, so dass mitunter einige Wortfetzen untergehen. Im groben jedoch kann man von einer ausreichend klaren und wirkungsvollen Dialogwiedergabe und Musik sprechen. In insgesamt 7 Sprachen können optional Untertitel zum Ton zugeschaltet werden.

[Fazit]
Als Bestandteil der Alfred Hitchcock-Collection gibt es „Cocktail für eine Leiche“ ebenso wie auch als einzeln erhältliche DVD. Es handelt sich bei dem Datenträger um eine einseitige Dual-Layer-Disc (DVD Typ 9). Die Laufzeit des ab 16 Jahren freigegebenen Thrillers bemisst sich auf rasche 77 Minuten. Das der Film auf einem wahren Mordfall beruht, bzw. diesen als Vorlage nahm, ist vielen unbekannt und wird hier durch das schöne Making Of angesprochen. Auf rund 33 Minuten werden Hintergründe, Produktionseinblicke und Interview-Ausschnitte geboten. Ferner gibt es noch eine Fotogalerie mit PR-Material und Fotos vom Set, eine Trailerkompilation und den Trailer zum Hauptfilm. Der Verpackung liegt noch ein Booklet bei, welches ebenfalls mit Infos bestückt wurde. Wer Hitchcock mag und etwas auf gute Filme gibt, der muss hier zugreifen.

Andre Schnack, 19.05.2004

  Film/Inhalt
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  Bild
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  Ton
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  Extras/Ausstattung
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  Preis-Leistung
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