Jagd auf den BTK Killer

Biography/Crime/Drama
Biography/Crime/Drama

[Einleitung]
Aus dem Angebot von Sony Pictures Home Entertainment erscheint „Jagd auf den BTK Killer“ von Regisseur Stephen T. Kay aus 2005. Die US-amerikanische Produktion wurde speziell fürs TV-Programm erstellt und richtet sich an die gesamte Bevölkerung der Vereinigten Staaten von Amerika, in dem sie den Aufklärungsprozess einer grausigen Reihe an Serienmorden aufgeklärt. Es handelt sich dabei um den „Bind Torture Kill“-Mörder, kurz BTK, welcher für über 30 Jahre ungefasst blieb. In den Hauptrollen des Thrillers sind hochkarätige Mimen wie Robert Forster und Gregg Henry zu sehen. Wir konnten die Film-DVD nach dem Drehbuch von Tom Towler und Donald Martin genauer ansehen.

[Inhalt]
„Jagd auf den BTK Killer“ erzählt die wahre Geschichte eines der erschreckendsten Fälle in der Verbrechensgeschichte Amerikas. 1974 begann ein Serienkiller in Kansas seine blutige, 17 Jahre währende Mordserie. Der scheinbar unmöglich zu fassende Sexmörder nannte sich selbst BTK (Bind-Torture-Kill) und verspottete die Behörden mit Hinweisen und Briefen. Als jedoch die grausamen Morde plötzlich aufhören, werden die Nachforschungen auf Eis gelegt, obwohl sich der wahnsinnige Verbrecher immer noch auf freiem Fuß befindet. Bis im Jahr 2004 ein Brief mit einer entsetzlichen Nachricht bei einer Lokalzeitung eingeht: BTK ist zurück! Nun muss ein Police Detective den kaltblütigen Serienkiller, der seit Jahren unauffällig als liebevoller Ehemann, Vater und aktives Mitglied seiner Kirchengemeinde gelebt hat, aus der Reserve locken…
(Quelle: Sony Pictures Home Entertainment)

[Kommentar]
Wahrscheinlich dient der Film auch einem anderen Zweck als nur der reinen Unterhaltung als Fernsehfilm. Immerhin gehörte der über 30 Jahre lang ungeklärte Fall zu den spektakulärsten und Aufsehen erregendsten schlechthin. Mithin kann man „Jagd auf den BTK Killer“ als Teil des Verarbeitungsprozesses der Gemeinschaft und Öffentlichkeit bezeichnen. Gewidmet wurde das Werk den Beamten von Wichita, welche fast 30 Jahre am Fall arbeiteten. Im Fokus sei hier der Detective Jason Magida genannt, der durch Robert Forster brillant gespielt wird. Mit nur noch wenigen Haaren auf dem Kopf macht er eine super Figur als Kleinstadtpolizist, der einem enormen Druck seitens der Medien und Bevölkerung ausgesetzt ist.

Das Portrait eines Serienkillers, der ebenfalls auch Familienvater, Ehemann und Nachbar derjenigen war, denen er über Jahrzehnte etwas vorspielte und eine falsche Persönlichkeit vorgaukelte. Gregg Henry spielt den Serienkiller bravourös. Keine Ahnung wie ein Serienkiller aussieht und wie man ihn als Schauspieler am besten spielt. Jedoch Gregg Henry spielt so, dass man beim Anblick in sein Gesicht denkt, ja, er kann der Mörder sein. Und doch sieht er normal aus, wie unser Nachbar. Er sieht aus wie der Ordnungsamt-Beamte, der er auch ist. Er spioniert durch seinen Beruf bedingt unbemerkt und arbeitet an „seinen Projekten“ gänzlich im Stillen. Er nutzt seine Chancen und ist jemand, der stets unentdeckt bleiben möchte.

Es wird zeitlich in mehrfachen Ebenen versetzt erzählt. Zum einen geht es um die Geschehnisse von vor 30 Jahren, dann jedoch parallel dazu auch um Situationen vor ein paar Jahren und der Aktualität, in der sich der Mörder vor Gericht verantworten muss und seine schmutzigen Details über die Vorbereitungen und die Morde an sich preisgibt. Im Wesentlichen beschreibt der Film den Prozess, der nach dem Brief 2004 beginnt. Es geht um die letzte Jagd nach dem Mörder. Mit stimmungsvollen Bildern, guten Requisiten und Kostümen werden die Zeitreisen in die verschiedenen Dekaden des Falls vorgenommen. Dabei spielt die spannungsgeladene Musik eine große Rolle. Ein trauriger Film von großem Format für eine TV-Produktion.

[Technik]
Diese Sony Pictures Home Entertainment DVD weist leider kein allzu gutes Bild auf. Das fällt schon nach den ersten Minuten des Zuschauens auf. Dem anamorphen 16:9-Breitbild-Transfer im Format 1.78:1 fehlt es vor allem an Kantenschärfe und Sauberkeit. Dies macht sich durch eine erkennbare Körnigkeit des Geschehens und seiner stetigen Unruhe deutlich. Der Anteil und die Qualität der gezeigten Bilddetails leiden darunter sichtlich. Auch der Kontrast kann nicht die Anforderungen erfüllen, die man an einen Kinofilm stellen würde. Genau so ergeht es der nur durchschnittlichen Sättigung der Farbigkeit. Im Ergebnis weniger farbenfroh und bunt, dafür eher naturalistisch und realitätsnah. Angesichts des finanziellen Herstellungshintergrund und der Ausrichtung als „direct to TV“-Produktion sind wir dennoch mit den Leistungen zufrieden.

„Jagd auf den BTK Killer“ ist kein besonders akustischer Film. Und obwohl es sich um eine TV-Produktion handelt bekommen wir Mehrkanalton im Dolby Digital 5.1-Format geboten, und zwar in den Sprachen Deutsch, Englisch, Französisch und Spanisch. Optional können Untertitel in insgesamt gleich 22 Sprachen hinzugeschaltet werden. Trotz des sehr dialogorientierten Titels weist der Film einige Schmankerl auf. Da sei zum einen die oftmals überraschend dominante Musik und zum anderen der tiefe Bass, welcher in den spannungsgeladenen Momenten für den notwendigen „Gruselfaktor“ sorgt. Insgesamt eine solide Darbietung ohne nennenswerte Höhen und Tiefen.

[Fazit]
Der Film basiert auf dem Buch über die Mordreihe mit dem Titel „Nightmare in Wichita: The Hunt for the BTK Killer“. Er gehört nicht zu den Filmen, die man sich unbedingt sofort ansehen möchte. Es ist genau dieser Beigeschmack der wahren Begebenheit, auf welcher die Geschichte beruht, die für leichte Verstörung im Unterbewusstsein sorgt. Auf der anderen Seite ist es dann doch „nur“ ein Thriller in guter „Sieben“-Manier. Tatsächlich kann sich das rund 84minutenlange Werk über den Serienkiller Dennis Rader sehen lassen, obwohl es sich um kein großartig angelegtes Hollywood-Werk handelt.

Hier stimmt eben ganz einfach viel. Die Erzählweise, die Optik und vor allem die darstellerischen Leistungen heben den Titel auf den oberen Durchschnitt. Technisch hingegen kann die Disc nicht gut gefallen, zu viele Mängel leistet sich die visuelle Umsetzung und zu normal gibt sich die akustische Seite des Titels. Bonusmaterial? Leider kaum. Mehr als 5 Trailer sind nicht enthalten, wie schade. „Jagd nach dem BTK Killer“ erscheint am 20. Februar im Handel, der Preis orientiert sich an den üblichen rund 20,- Euro. Freigegeben ist der Film ab einer Altersstufe von 16 Jahren.

Andre Schnack, 25.01.2007

  Film/Inhalt
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  Bild
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  Ton
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  Extras/Ausstattung
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  Preis-Leistung
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