Supervulkan

Dokumentation
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[Einleitung]
„Supervulkan“ – für die einen ein eher ordinärer Titel der abschreckt, für die anderen eine potentiell sehr unterhaltsame und vermeintlich interessante Dokumentation. Und für Leute die sich auskennen stellt dieser polyband-Titel eine weitere sinnvolle und wertvolle Ergänzung des bereits angesammelten Dokumentations-Repertoire dar. Denn „Supervulkan“ beschäftigt sich mit einer theoretisch möglichen Naturkatastrophe immensen Ausmaßes. Wir konnten uns von der Dokumentation im Spielfilm-Pelz und deren technischen Umsetzung auf DVD überzeugen und berichten über unsere Erkenntnisse mit „Supervulkan“ von polyband und BBC.

[Inhalt]
Die wahre Geschichte eines globalen Desasters. Es ist nur noch nicht passiert. Ein schweres Erdbeben erschüttert den Yellowstone Nationalpark. Die Lokalmedien befürchten, es könnte das untrügliche Vorzeichen einer Eruption der gewaltigen Magma-Kammer unter dem Park sein. Die zuständigen Wissenschaftler des Yellowstone Volcano Observatory um Rick Lieberman (Michael Riley) bestreiten das allerdings. Zu wenig wissen sie über die Vorgänge, die sich tief unter der Oberfläche abspielen. Als wenig später die Erde regelmäßig zittert, gibt es jedoch keinen Zweifel mehr. Ein Ausbruch des Vulkans steht kurz bevor. Ob es sich um eine Super-Eruption handeln wird, weiß jedoch niemand. Keiner will eine falsche Prognose stellen, der dadurch entstehende Schaden wäre unermesslich. Als es unter der Bevölkerung zu Unruhen kommt, wird Lieberman von der US-Regierung nach Washington beordert, um die Wogen zu glätten. Da bricht Yellowstone mit voller Wucht aus. Die erste Explosion eines Supervulkans seit 74.000 Jahren wird das Angesicht der Erde für lange Zeit verändern…
(Quelle: polyband)

[Kommentar]
„Supervulkan“ bietet den Stoff, aus dem gute Action-Filme aus Hollywood gemacht sind. Es geht um eine natürliche Bedrohung unnatürlichen Ausmaßes. Eine Gefahr, die all unsere Vorstellungskraft benötigt um letztlich – wenn überhaupt – begriffen zu werden. Denn wer kann sich schon etwas unter der Begrifflichkeit der „Super-Eruptionen“ vorstellen? Hört sich gewaltig, gar furchteinflößend an, genauer beziffern kann man eine solche Naturkatastrophe jedoch nicht. BBC und polyband sorgen jedoch für eine visuelle Verdeutlichung und eine ansprechende und spannungsgeladene Visualisierung dessen, was jederzeit passieren kann. Ohne auf die typischen Zutaten und Klischees eines Hollywood-Blockbusters zurückzugreifen beeindruckt „Supervulkan“ mit seiner ganz eigenen Art und Weise. Dazu gehören ein unheimlich dichter Stimmungsgrad, eine authentische Wirkung und gute Special-Effects wie auch überzeugende darstellerische Leistungen.

„Das aufwendige Doku-Drama basiert auf der akribischen Recherche des Teams um Ausnahme-Produzentin Ailsa Orr („Pompeii – Der letzte Tag“). Die BBC gab eigens für die Produktion eine Studie in Auftrag, die die globalen Folgen einer Eruption von Yellowstone erstmals in aller Deutlichkeit aufzeigt. Die Ergebnisse erwiesen sich als dermaßen relevant, dass sich auch die zuständige US-Behörde für Katastrophenschutz (FEMA) zum ersten Mal ernsthaft mit dem Thema beschäftigte.“ – das ist neben dem unheimlichen und gleichzeitig interessanten Inhalt schon etwas beunruhigend und faszinierend zugleich. Und fest steht, dass „Supervulkan“ unterhaltsam, spannend und wirkungsvoll daherkommt. Dies ist auf informative Dialoge, wissenswerte Hintergründe und eine technisch und filmerisch gute Umsetzung zurückzuführen.

[Technik]
Das Bild von „Supervulkan“ beläuft sich auf ein 16:9 Widescreen-Format mit den Ausmaßen eines 1.78:1-Verhältnisses. Der Transfer wurde anamorphe auf der DVD abgelegt und stellt auch anspruchsvolle Fans von Dokumentationen zufrieden. Wie schon bei „The Fog Of War“ von Sony Pictures erstrahlt auch „Supervulkan“ zeitgemäß und hochwertig auf der Mattscheibe. Davon ausgenommen sind natürlich Archiv-Aufnahmen, welche keiner besonderen Bearbeitung oder Restauration widerfahren sind. Insgesamt harmonisch und authentisch in der Wirkung hält sich das Bild in der Kontrastierung der Farben ein wenig zurück, der Sättigungsgrad geht somit in Ordnung. Die Kantenschärfe befindet sich hingegen auf einem guten TV-Produktionsniveau und der Schwarzlevel zeigt Schattierungen sehr kräftig. Seitens der Kantenschärfe gibt es wenig Klagen, nur selten befinden sich Rauschen oder aber andere Störungen im Geschehen.

Es gibt wahlweise eine englische oder deutsche Sprachfassung auf der DVD anzuhören. Abgemischt wurden beide Fassungen im mehrkanaligen Dolby Digital 5.1-Format. Der Sound entfesselt keine großen Applaus-Stürme oder Standing-Ovations, sondern erhält seine Güte durch eine konsequent eingesetzte Ruhe, die den Spannungsbogen stellenweise noch schürt. Wenn Not am Ton ist setzt selbiger auch kompetent ein und erfüllt die visuelle Darbietung mit akustischem Leben. Das Ergebnis kann sich hören lassen und zeigt sich in den Segmenten der Fehlerfreiheit und Ansteuerung von Höhen und Tiefen professionell. Räumliche Weite tritt nur gelegentlich auf. Untertitel gibt es hier nicht.

[Fazit]
Der Filminhalt ist Gegenstand aktuellster wissenschaftlicher Erkenntnisse, der Ablauf orientiert sich ebenfalls an diesen und zeigt uns den Ausbruch eines Supervulkans. Die in der Geschichte vorkommenden Figuren sind frei erfunden, sorgen jedoch auf die Laufzeit von rund 120 Minuten für gute Darstellungen und erwecken den Film mit der FSK ab 12 Jahren zum Leben. polyband und BBC spendierten der technisch gelungenen DVD (einseitig, zweischichtig; DVD Typ 9) neben einem ansehnlichen Menü folgendes Bonusmaterial:

* Bonusdokumentation „Anatomie eines Desasters“ (30 Min.)
* Bonusdokumentation „Anatomie einer Zeitbombe“ (30 Min.)

Die beiden zusätzlichen Doku’s wirken frisch und haben einen echten Mehrwert zur „Spielfilm-Dokumentation“ zu bieten, ergänzen also das Angebot dieser Erscheinung im schicken Pappschuber nur allzu sinnvoll und gut. Die zusätzlichen 60 Minuten erfreuen den Betrachter und runden das Angebot zu rund 20,- Euro positiv ab. Erscheinungstermin war der 29. April 2005. So und nicht anders muss gute Fernsehunterhaltung mit Substanz und Wissensvermittlung aussehen. Es lebe die Vulkanologie!

Andre Schnack, 19.05.2005

  Film/Inhalt
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  Bild
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  Ton
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  Extras/Ausstattung
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  Preis-Leistung
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