Surrogates – Mein zweites Ich

Action/Science-Fiction/Thriller
Action/Science-Fiction/Thriller

[Einleitung]
Science-Fiction Filme gehören zu den beliebtesten Genres des männlichen Publikums. Ich bin da keine Ausnahme, konsumiere allerdings nicht alle Titel dieses Themenbereichs vorrangig. Wenig Aufsehen machte das Werk „Surrogates – Mein zweites Ich“ auf mich, zumindest hielten sich allem Anschein nach die Marketing-Aktionen zum Titel sehr zurück. Dabei sehen wir immerhin Bruce – ich sterbe langsam – Willis in der führenden Doppelrolle. Weitere Figuren sind mit Radha Mitchell, Rosamund Pike, Boris Kodjoe, James Cromwell und Vingh Rhames besetzt. Diese DVD des 2009 gefertigten Streifens erscheint im Vertrieb von Walt Disney Studios Home Entertainment. Das Copyright liegt bei Buena Vista Home Entertainment, Inc., Regie führte Jonathan Mostow.

[Inhalt]
2054: Die Menschen kommunizieren nur noch über ihre „Surrogates“ – ferngesteuerte Roboterklone – miteinander, vollkommen isoliert und verlassen von der Außenwelt. Ein scheinbar perfekter Zustand, wäre da nicht eine mysteriöse Mordserie, die diese makellose Welt ins Wanken bringt. Dem Mörder auf der Spur, setzt FBI-Agent Tom Greer (Bruce Willis) in der wirklichen Welt sein Leben aufs Spiel, um das Rätsel zu lösen und die Morde zu stoppen. Dabei muss er auch gegen eine immer größer werdende Widerstandsbewegung ankämpfen. Wem kann er im Kampf Mensch gegen Technologie noch trauen?
(Quelle: Walt Disney Studios Home Entertainment)

[Kommentar]
Nach der Ansicht empfand ich verschiedene Gedanken und Gefühle zum Film. Ähnlich wie in „Dark City“ und Konsorten sollte es auch in „Surrogates“ zugehen, das war ein Gedanke. Es gibt Analogien aber auch gewichtige Unterschiede. So z.B. das immense Pensum an Inhalten und leider losen Enden in der Story. Hier und dort wird viel Wert auf die Darstellung gelegt, wie beim Verhältnis zwischen FBI Agent Tom Greer und seiner Frau. Andere Themen hingegen werden nur angerissen und dann leider liegen gelassen.

Bruce Willis sah in „16 Blocks“ mit seinem Schnauzbart schon sehr unglücklich aus, Man kennt ihn eben anders. So wie hier, und doch auch nicht. Denn einer der Hauptcharaktere sieht mit seinem Bart um den Mund herum lässig und cool aus. Sein anderes ich hingegen schaut aus wie ein billiger Streifen-Bulle (was nicht meine Meinung ist, sondern sich bei vielen drunter vorgestellt wird). Das ist schade, damit kann man aber gut leben. Die anderen Beteiligten stehen ihrem Mann und sorgen für gute Leistungen, Haken dran.

Positive Signale erstrecken sich auch in die Bereiche von Choreografie und den Spezialeffekten. Es gibt hier sozusagen mehr Action im Programm, als der Film in seiner kurzen Laufzeit verträgt. Das wirkt alles sehr kompakt, teilweise kommen einige Elemente dadurch bedingt etwas zu kurz. Technologisch befindet sich „Surrogates“ ganz auf der Höhe der Zeit, visuell gibt es hier nichts auszusetzen. Alles wirkt optisch stimmig und sauber, so wie man es aus Hollywood eben erwartet.

Ich sprach von zuweilen ungenutzten oder etwas verschenkten Elementen. Damit sind vor allem inhaltliche Story-Faktoren gemeint. Das Verwirrspiel um echte oder eben unechte Menschen macht zwar Spaß, wirft jedoch auch zahlreiche Fragen auf. Reduziert auf das Wesentliche merkt man rasch, das eine wie im Film dargestellte Gesellschaft viele Probleme mit sich bringt. Solche Themen haben wir angeschnitten bereits in anderen Werken durchdachter erlebt. Wer jedoch etwas offen ist und sich nicht daran stört, der wird gut unterhalten.

[Technik]
Ganz im üblichen 16:9-Gewand erscheint dieser Film auf DVD. Anamorph abgetastet liefert das 2.40:1-Transfer eine rundum gute Leistung. Zwar mag die Figur von Darsteller Ving Rhames etwas blass erscheinen, dem Bild hingegen fehlt es keinesfalls an Kontrast oder knackigen Farben. Es wirkt farbenfroh und hinterlässt einen plastischen Eindruck. Saubere Konturenzeichnungen sind genau so mit von der Partie, wie auch eine gesunde Kantenschärfe bei Bewegungsabläufen. Und davon gibt es hier gleich einige am Stück. Die Ausleuchtung und die Eigenschaft unabhängig von Innen- oder Außenaufnahmen gute Bildqualität zu liefern, spielen den positiven Punkten des 16:9-Transfers zu. Kompressionsartefakte konnten wir nicht bemerken, nur selten nehmen wir ein zartes Rauschen im Untergrund wahr.

Der Ton erfolgt mittels Dolby Digital 5.1-Soundtracks in den Sprachen Deutsch, Englisch, Italienisch und Türkisch. Es gibt eine ganze Menge an Untertiteln optional hinzu zu schalten. Es handelt sich dabei um gleich 8 Sprachfassungen des europäischen Raumes. „Surrogates“ legt es auf eine ordentliche Portion Action an, diese findet sich in den gebotenen Soundtracks wieder. Das ist schön so, denn immerhin verfügt der Film über ein hohes Tempo und viele Momente, in denen ein dynamischer Sound vonnöten ist. Es gibt einige gute Effekte und eine Vielzahl an Momenten, in denen die Sprache, der Hintergrund und die musikalische Begleitung eine gute Kombination darstellen. Wirkungsvoll und klanglich sauber gelingt ein insgesamt guter Ton bei „Surrogates – Mein zweites Ich“.

[Fazit]
Ich gestehe, der Film hat mir recht gut gefallen. Mit all seinen Fehlern und trotz (oder gerade wegen) der geringen Laufzeit von gerade einmal rund 85 Minuten. Auf der einseitigen Dual-Layer-Disc (DVD Typ 5) befinden sich neben dem eigentlichen Hauptfilm auch noch zwei maßgebliche Extras: ein Audiokommentar mit dem Regisseur Jonathan Mostow, erhellend, und ein Musik-Video von Breaking Benjamin mit dem Titel „I Will Not Bow“. Besser als nichts, gemessen an den obligatorischen Features heutzutage bestenfalls durchschnittlich, da ich Trailer zum Hauptfilm zur Minimalanforderung zähle. Genug hierzu, denn der Film und die gute technische Umsetzung sind eben Hauptaugenmerk der DVD, die ab dem 20. Mai erhältlich ist; und zwar zu einem Preis von rund 16,- Euro. Bruce Willis-Freunde aufgepasst.

Andre Schnack, 19.05.2010

  Film/Inhalt
:
  Bild
:
  Ton
:
  Extras/Ausstattung
:
  Preis-Leistung
: