Wild Things

Crime/Drama/Mystery/Thriller
Crime/Drama/Mystery/Thriller

[Einleitung]
Letztes Jahr brachte uns Columbia Tristar „Wild Things“ in die Kinos. Zwischenzeitlich erschien der Thriller auch auf DVD, als Code1-Disc. In den Hauptrollen sind Kevin Bacon (Apollo 13), Matt Dillon (In&Out), Neve Campbell (Scream) und Denise Richards (Starship Troopers) zu sehen. Zwei Nebenrollen wurden mit Robert Wagner (Austin Powers) und Bill Murray (Kingpin) besetzt. Die Regie übernahm John McNaughton und für die Musik zeichnet sich George S. Clinton verantwortlich.

[Inhalt]
Blue Bay: eine Gegend, in der die Bewohner meist reicht und schön sind. Man frönt seinen Hobbys und genießt das Leben am weißen Strand und der schönen Gegend nahe den Everglades. Aber nicht nur die dort lebenden Alligatoren haben es in sich und sind gefährlich. Denn als es so scheint, daß Berater der Schule Sam Lombardo (Dillon) die Liebe von Kelly Van Ryan (Richards) nicht erwidert, wird diese giftig. Sie behauptet er habe sie vergewaltigt! Der Ruf, der Job und die Freundin sind dahin für Sam. Der zuständige Polizist für „Sex Crimes“ Ray Duquette (Bacon) ermittelt, es kommt ihm alles ein wenig sonderbar vor. Als dann auch noch eine andere Schülerin, Suzie Toller (Campbell), behauptet ein Jahr zuvor von Sam vergewaltigt worden zu sein, schaltet Sam den Anwalt Ken Bowden (Murray) ein.

Kelly’s Mutter, Sandra Van Ryan, ist eine der mächtigsten Frauen in der Stadt und will nun Sam’s Kopf rollen sehen. Sie hat den besten Anwalt. Aber selbst der hilft ihr nichts als Suzie im Gericht unter Eid ihre Aussage dementiert und offenbart, alles sei abgesprochen gewesen zwischen den beiden Mädchen, und Sam hätte niemandem etwas zuleide getan! Der gewitzte Anwalt Bowden dreht nun den Spieß um und verlang astronomische Entschädigungen, Sam wird rasch Millionär. Detective Duquette hat einen Verdacht. Dann werden plötzlich Anzeichen des Mordes an Suzie gefunden, Zähne und Blut! Ihr Leichnam jedoch ist verschwunden, wahrscheinlich wurde er in den naheliegenden Sümpfen „entsorgt“. Ray Duquette kommt seiner Ahnung immer näher, denn er vermutet ein geschickt eingefädelte Inszenierung um an viel Geld zu gelangen…

[Kommentar]
Mehr sei nicht verraten, denn sonst verliert der Film seinen Sinn. Eines sei jedoch gesagt: Nichts scheint wie es zu sein scheint und Wendungen, Drehungen und Überraschungen kommen Zuhaufe im Film. Und nach meiner starken anfänglichen Skepsis und einem meinen Befürchtungen bestätigenden etwas langweiligen Anfang, muß ich sagen: der Thriller trägt seine Bezeichnung zurecht! „Wild Things“ ist gleich in mehreren Sichten etwas besonderes. Der Film hat seine ganz eigene Atmosphäre, letztlich wird diese ein gutes Stück vom gelungenen Soundtrack getragen. Aber auch die Darsteller überzeugen in ihren Rollen, besonders gefiel mir Bill Murray.

Alle Darsteller sehen aus wie geleckt, die überwiegend sehr jungen Personen und die High-Society-Handlungsorte des Films gepaart mit den Aufnahmen der Everglades und der gefährlichen Sumpflandschaft geben ihm einen sonderbaren „Soap Opera-Touch“. Die Umgebungen sind meist äußerst hübsch und lassen auf reiche Einwohner schließen. Gleichzeitig ist der Handlungsort auch mit dem Plot der Geschichte verknüpft: denn kaum sumpfiger gehen die Intrigen und die Komplexität der Verbrechen – ein Lob an den Drehbuchautor Stephen Peters. Auch der Regisseur leistete gute Arbeit. Anfangs noch überschaubar und einfach konstruiert, später jedoch ähnelt der Film mehr und mehr einem wirren Spiel, dem der Betrachter bis zum Ablaufen der Credits ausgeliefert ist. Denn erst dann werden einige Schlüsselszenen gezeigt, diese beleuchten bestimmte Personen ganz anders und der Zusammenhang der Geschichte wird weiter gestärkt.

[Technik]
Technisch gesehen macht die DVD ebenfalls einen guten Eindruck. Die Scheibe liefert einen anamorphischen 2.35:1 Transfer und eine Pan&Scan-Fassung auf der zweiten Seite der Disc. Das Bild wird hohen Ansprüchen gerecht und sieht wirklich gut aus. Rauschen und Unschärfen sucht der Tester vergebens, stets wahrt das Bild einen hohen Schärfegrad und besticht durch satte Farben.

Der Sound hingegen, qualitativ zwar ebensogut, nutzt aber kaum die hinteren Lautsprecher für pralle Effekte. Dafür vernimmt der Betrachter die tolle Musik aus allen Kanälen, und das hört sich gut an! Denn viel der Stimmung des Films entsteht aus der Musik. Gekonnt eingesetzte, leider recht selten auftretende, Surroundeffekte versüßen den Hörgenuß noch zusätzlich. Englische Sprache wurde in 5.1- und 2.0-Sound aufgenommen, Französisch hören wir nur auf 2.0. Untertitel gibt es ebenfalls in englisch und französisch.

[Fazit]
Auf dem Front-Cover der Packung wird noch extra für die Deleted-Scenes geworben, leider fallen diese wenig spektakulär aus. Die Szenen sind nicht wichtig und mehr der witzigen Art, denn zwei der drei vorhandenen Filmschnipsel beinhalten eigentlich nur Outtakes. Neben diesen Szenen werden noch zwei Trailer geliefert, einer von „Wild Things“ und einer von „Starship Troopers“, außerdem kann noch dem Regisseur in einem Audio-Kommentar gelauscht werden. Der Film kommt auf einer doppelseitigen Single-Layer-Disc daher und hat eine Laufzeit von 107 Minuten. Der gute Film mit der überdurchschnittlichen Ausstattung kombiniert mit einem Preis von ca. 60,- DM (30$ Listenpreis) ergibt ein faires Angebot. Fans des Thriller-Genres können bedenkenlos zugreifen.

Andre Schnack, 09.09.1998

  Film/Inhalt
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  Bild
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  Ton
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  Extras/Ausstattung
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  Preis-Leistung
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