Don’t Look Up

Comedy/Drama/Science-Fiction
Comedy/Drama/Science-Fiction

[Einleitung]
Mit der Komödie „Don’t Look Up“ erscheint zum Fest der Liebe 2021 ein Netflix-Titel, der sich einer sehr aktuellen Thematik annimmt. Regisseur Adam McKay arbeitete bei dieser als Satire angelegten Komödie gemeinsam mit David Sirota am Drehbuch. Vor der Kamera finden wir ein wahres Star-Aufgebot. In den führenden Rollen sehen wir Jennifer Lawrence, Leonardo DiCaprio, Meryl Streep, Cate Blanchett, Rob Morgan, Jonah Hill und Ron Perlman. Weitere Figuren sind unter anderen mit Timothée Chalamet oder auch Ariana Grande besetzt. Diese Netflix-Produktion konnte ich mir nun genauer anschauen und machte mir ein paar Gedanken dazu.

Inhalt
Zwei Astronomen warnen die Menschheit in den Medien vor einem Kometen, der auf die Erde zurast. Doch die Welt hat anderes im Kopf und fragt sich nur, wen es interessiert.
(Quelle: Netflix)

[Kommentar]
Was wohl als Film über die Situation der Menschheit hinsichtlich des globalen Klimawandels begann, endet schlussendlich in einem Werk über den Zustand der Menschheit, unseren Gesellschaften und einer Informationspolitik, bei der Fakten und Realität nur untergeordnete Rollen spielen. Leugner wissenschaftlicher Erkenntnisse, populistisch reagierende Regierungen sowie eine scheinbare Gratwanderung zwischen ethischen sowie wirtschaftlichen Interessen stehen hier im Mittelpunkt. Eine schwarze Komödie war das Ziel, vielleicht mit dem Charme und Stil einer Satire.

Eines vorneweg: Die Menschheit kommt nicht sonderlich gut weg bei dieser Geschichte hier. Wir scheinen uns ausgeliefert und frönen allem Anschein nach (als Masse) dem Motto „Es kann nicht sein, was nicht sein darf!“. Hand auf’s Herz, so weit weg sind diese fiktiven Gedanken nicht von der wahrhaftigen Realität, die sich uns seit mehreren Jahren bietet. Ungerne möchte ich über die mannigfaltigen Ursachen dieser Entwicklung spekulieren, dennoch ist zumindest für mich glasklar, dass mit dem Internet und der damit verbundenen neuen Kommunikation zwischen den Menschen (= soziale Netzwerke) vieles den Bach herunterging… und noch geht.

Was ich sagen möchte, die hier gezeigte Melange aus den Thematiken globale Erderwärmung (Klimawandel) und der CoVID-19 Pandemie überzeugt inhaltlich durch die Art und Weise, wie die Figuren handeln, ohne dabei die aus meiner Sicht für eine Satire notwendige Schärfe zu erreichen. Denn schlussendlich erleben wir hierzulande aktuell ein ähnliches Bild. Menschen sollten wissen, das eine Impfung besser ist als keine Impfung, doch gehandelt wird oftmals gegensätzlich der scheinbaren Logik. Faszinierend und erschreckend zugleich. Und genau dieser Effekt ist hier eben in diesem US-Film auch wahrzunehmen.

[Technik]
„Don’t Look Up“ ist technisch durch und durch gelungen. Dem Thema ist visuell nur unter Nutzung von vielen computergenerierten Bildern beizukommen, um es wirksam in Szene setzen zu können. Diesen Herausforderungen stellte sich die Netflix-Produktion erfolgreich. Der Bild-Transfer erfolgt im Format 2.39:1 und erfüllt viele der aktuellen Anforderungen von Beginn bis zum Ende auf einem hohen Niveau. Durchgängig unterstützt die Farbgebung das inhaltlich Geschehen adäquat und schafft es auch über eine ausreichend hohe Bitrate das Bild mit ausreichend Daten zu füllen. Eine gelungene Kantenschärfe sowie der Grad an Bilddetails gestalten sich erfreulich.

Tontechnisch gelingt der Untergang der Welt ebenfalls ganz gut. Auf der Reise durch die Medienwelt erleben unsere beiden Hauptfiguren vieles, was uns leider heutzutage gar nicht mehr wundert. Jedoch ist dies alles glaubhaft inszeniert und gewinnt auch tontechnisch die Akzeptanz des Publikums. „Don’t Look Up“ ist ein Film mit vielen sehr dialogträchtigen Situationen, der in einigen Schlüsselszenen auch tontechnisch zu punkten versteht. Ob es die visuellen Effekte sind oder Szenen in Innenräumen der Sets, die Akustik stimmt und erzeugt einen ausreichend dichten Raumklang mit spürbarer Weite. Deutsch und Englisch gibt es neben Russisch und Französisch zu hören und zu lesen.

[Fazit]
Ebenfalls wirft der Film eine relevante Frage auf, die sich ein jeder letztlich selbst beantworten muss: was ist wichtig, was zählt im Leben? Für mich ist „Don’t Look Up“ weniger Satire und mehr eine Hommage an den Verstand, an die Fähigkeit Dinge ‚richtig‘ einzuschätzen, an die Solidarität und den Zusammenhalt in einer Gesellschaft – schwarzhumorig inszeniert. Alles keine neuen Themen, doch selten so trefflich filmisch formuliert wie hier, mit einer zeitgenössischen Wucht, die jeden treffen sollte. Sollte. Auf rund 138 Minuten transportiert der Titel seine Message an ein Publikum, welches das 12 Lebensjahr erreicht haben sollte.

Andre Schnack, 17.01.2022

Film/Inhalt:★★★★☆☆ 
Bild:★★★★★☆ 
Ton:★★★★☆☆ 
Extras/Ausstattung:★☆☆☆☆☆ 
Preis-Leistung★★★★☆☆ 

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