Wovon träumt das Internet?

Dokumentation
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[Einleitung]
Ein Dokumentarfilm weckte mein Interesse. Er trägt den Titel „Wovon träumt das Internet?“ und kommt von Regisseur Werner Herzog. Der Originaltitel lautet „Lo and Behold, Reveries of the Connected World“, die Sendung produzierten Herzog und Team im letzten Jahr, 2016. Ich bin ein Kind des Internets, arbeite in einer Software Firma und erfreue mich an digitalen Medien. Vor der Kamera treten viele bekannte Gesichter auf, darunter auch Jim Lakin, Marco Capalbo, Peter Zeitlinger, Rupert Maconick, Werner Herzog oder Elon Musk. Ich war gespannt auf die Sendung auf dem Angebot von Koch Media. Es handelt sich um eine Standard Definition DVD.

[Inhalt]
Werner Herzog erzählt in Episoden die Geschichte der digitalen Welt von ihrer Geburt auf einem Uni-Campus in Kalifornien bis hin zu ihren ungewissen Zukunftsprognosen zwischen Utopie und Dystopie. In Interviews mit Wissenschaftlern und Experten, wie dem Tesla-Gründer Elon Musk, reflektiert er kritisch über die bedeutendste Erfindung des 20. Jahrhunderts, die unser Leben in jedem denkbaren Bereich radikal verändert hat.

Cyberkriege, künstliche Intelligenz, der Verlust von Privatsphäre und Krankheiten als Folge der permanenten Bestrahlung – alle werfen die Frage auf, ob uns die Kontrolle über unsere Kreation bereits zu entgleiten droht. Was sind die Folgen einer Welt, in der digitale und reale Grenzen verschwimmen?
(Quelle: Koch Media)

[Kommentar]
Werner Herzog ist nicht nur mal der Gegenspieler von Jack Reacher, sondern philosophiert auch gerne mal in Form eines Dokumentarfilms über die richtig großen Fragen unserer modernen Digitalisierung, oder wie auch immer wir diesen Zustand, die Epoche auch nennen mag. Das kann gut werden und für angenehme und auch noch interessante und lehrreiche Unterhaltung sprechen. Ist auch so, denn die Sendung ist absolut zeitgemäß und bietet viele interessante Hintergrundinformationen und Gedanken.

„Die unglaubliche Geschichte der digitalen Welt und ihrer unzähligen kleinen und großen Evolutionen und Revolutionen – erzählt und dokumentiert von Werner Herzog, einem der renommiertesten und spannendsten Filmemachern der Welt.“

… diese Worte passen sehr gut. Dem habe ich nur wenig hinzuzufügen. Wer Dokumentationen mag, der wird auch diese Sendung rasch schätzen. Der Informationsgehalt ist gut, sinnvoll in logische Kapitel eingeteilt, die technische Darbietung gelungen und handwerklich ist der Dokumentartitel nicht nur auf der Höhe der Zeit, sondern gefällt durch seinen Stil und Charme. Vor allem aber dadurch, dass Menschen zu Wort kommen, die unmittelbar Beteiligte waren. Oder aber die Auswirkungen vor dem Hintergrund sehen, dass es durchaus ein Leben ohne ein Internet möglich ist … oder zumindest war.

[Technik]
Das mir vorliegende Muster weist einen anamorphen Breitbild-Transfer im Format 1.78:1 auf. „Wovon träumt das Internet?“ hat allerdings ein paar Mängel, die sich von Beginn an offenbaren. So sehe ich ständig bei schwarzen Flächen einen zarten Sternenhimmel, also weisse leichte Pünktchen. Das ist sehr unschön. Davon ab gibt es aber einen recht durchschnittlichen Transfer vor die Augen. Der Kontrast ist in Ordnung, alles wirkt eben wie bei einer Dokumentation. Rauschen oder Störungen seitens des DVD Masterings gibt es nicht, die Kompression arbeitet ebenfalls unauffällig. Bis auf die weißen Punkte, sowie in Ordnung.

„Wovon träumt das Internet?“ ist tontechnisch kein Garant für knalligen Mehrkanalton, sondern eher ein recht sachlich ausgerichteter Dolby Digital 5.1-Sound, dessen Schwerpunkt nicht auf der räumlichen Weite liegt. Vielmehr konzentriert sich die akustische Darbietung auf die Wiedergabe der Sprache, zum einen aus dem Off und zum weiteren natürlich seitens der Interviewpartner. Weitere Effekte oder Einflüsse dessen, was wir hier sehen, gibt es eigentlich nicht. Wir erleben Deutsch und Englisch in DD 5.1.

[Fazit]
Mir gefiel die Sendung von Beginn an gut. Werner Herzog gelang ein guter Blick auf ein hochkomplexes Thema, welches wir heute allzu gern als Digitalisierung bezeichnen. Aber nicht nur nach vorne gerichtet, sondern auch eben mit dem Blick nach hinten, der Vergangenheit und den Anfängen der vernetzten Welt. Die Laufzeit von rund 95 Minuten liegt auf einer einseitigen Standard Definition DVD. Eine Altersfreigabe gibt es nicht, es gibt hier Info-Programm gemäß §14 JuSchG vor die Augen. Im Handel erhältlich ab dem 9. März und mit folgenden Bonusmaterialien im Gepäck: Trailer, Werner Herzog Interview, Werner Herzog Screen Talk. Feine Sache! Unbedingt anschauen.

Andre Schnack, 13.03.2017

Film/Inhalt:★★★★★☆ 
Bild:★★★☆☆☆ 
Ton:★★★☆☆☆ 
Extras/Ausstattung:★★★★☆☆ 
Preis-Leistung★★★★☆☆